Tom Lüthi: «Es hat wirklich keinen Spass gemacht»
Aktualisiert

Tom Lüthi«Es hat wirklich keinen Spass gemacht»

Töffstar Tom Lüthi (25) erklärt seine dramatischen Augenblicke beim GP von Australien und sagt, warum es nur zu Platz 11 gereicht hat.

von
zvg

Lüthi hat 2005 in seinem Weltmeisterjahr in Australien gewonnen. Doch seit 2007 ist er hier nie mehr in die «Top Ten» gefahren und das ist auch 2011 so geblieben: Rang 11. Aber er kann froh sein, den Angriff von Pol Espargaro (20) heil überstanden zu haben. Der Spanier, der das Rennen als 5. Beendete, drängte, ja rempelte Lüthi nach Start-Ziel bei einem Tempo von 270 km/h von der Piste ab. Bestraft wurde er für diese gefährliche Aktion nicht: Er sagte als Entschuldigung, ein Windstoss habe seine Richtungsänderung verursacht.

Bis zur 16. Runde von 25 Runden schien alles gut. Sie hielten sich auf Position 6, es gab, anders als in den letzten Rennen, keine technischen Probleme und ein Podestplatz schien in Reichweite. Diesmal war das Problem ein anderer Fahrer: Pol Espargaro.

Tom Lüthi: Ja, diesmal hat mich ein Zwischenfall mit einem anderen Fahrer eine bessere Klassierung gekostet. Bis zu diesem Zwischenfall ging im Grossen und Ganzen alles gut. Es war ein schwieriges Rennen und erst hinterher haben wir festgestellt, dass bei meinem Hinterradreifen bereits zu diesem Zeitpunkt ganze Gummistücke gefehlt hatten. Ich konnte aber trotzdem gut kämpfen. Dann kam nach Start-Ziel Pol Espgargaro und zog nach links, vor mein Vorderrad. Es wurde sehr eng, wir haben uns sogar berührt und auf meiner Verschalung gab es einen schwarzen Streifen. Ich geriet von der Piste ab. Und das alles bei Tempo 270. Es hat wirklich keinen Spass gemacht.

Ist der Eindruck richtig, dass in diesem Rennen aussergewöhnlich rücksichtslos gefahren worden ist?

Ja, es war ein hartes, aber bis zum Zwischenfall mit Espgargaro faires Rennen. Diese Aktion war jedoch unfair. Zum Glück ist nichts passiert. Ich konnte mich irgendwie retten und noch ein paar Punkte nach Hause fahren. Aber ich bin natürlich alles andere als zufrieden.

Sie hatten bei den letzten Rennen in Aragon und Japan in der ersten Phase bei vollem, schwerem Tank noch Probleme mit dem Fahrverhalten der Maschine gehabt? Dieses Problem scheint jetzt gelöst.

Zumindest für dieses Rennen hier haben wir das Problem gut in den Griff bekommen. Das ist ein wichtiger Schritt nach vorne und eine positive Erkenntnis, die wir zum GP von Malaysia in einer Woche mitnehmen.

Töffhersteller Eskil Suter hatte versprochen, Ihnen für den GP von Australien erstmals auch die neuen Teile zu liefern, die bisher nur Marc Marquez hatte. Haben Sie diese Teile bekommen?

Ja, wir haben die neue Schwinge bekommen.

Sie hatten aber am ersten Trainingstag trotzdem Probleme mit der Abstimmung der Maschine. Hat das etwas mit dem neuen Material zu tun?

Wir haben zuerst einmal das Training mit dem alten Material begonnen und dann die neue Schwinge eingebaut. Da wir noch verschiedene andere Abstimmungsprobleme hatten, ist es noch zu früh um klare Aussagen machen zu können. Ich hoffe, dass wir nach dem nächsten Rennen in Malaysia mehr wissen.

Es geht ja in der Moto2-WM eng zu und her. Aber dass einer so wie Marc Marquez vom letzten Startplatz aus Dritter wird, ist doch aussergewöhnlich.

Ja, das ist in der Tat eine sehr gute Leistung.

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