Paolo Nutini: «Es ist, als würde man sich einen Film ansehen»
Aktualisiert

Paolo Nutini«Es ist, als würde man sich einen Film ansehen»

Paolo Nutini liess fünf Jahre lang nichts von sich hören. Jetzt hat der schöne Schotte ein neues Album und noch mehr Stimmgewalt am Start. 20 Minuten hat mit dem Sänger gesprochen.

von
Katinka Templeton

Im Vergleich zu früheren Alben hat es in «Caustic Love» mehr Atmosphäre. (Video: 20 Minuten)

Es war lange Zeit still um dich. Was hast du gemacht?

Paolo Nutini: Ein paar kleine Abenteuer. Weisst du, wenn du auf Tour bist, fragen die Leute immer «Oh, wie war Zürich?», und ich kann nur sagen, ich habe ein paar Bars gesehen, den Gig, den Bus und vielleicht ein Hotel. Darum wollte ich zurück an die Orte, die mir gefallen haben, um sie zu entdecken und um dort neue Freunde kennen zu lernen.

In dieser Zeit hast du aber auch ein neues Album aufgenommen. Was kann man von «Caustic Love» erwarten?

Es ist, als würde man sich einen Film ansehen. Ich denke, es ist eine Weiterentwicklung zu früher. Wobei ich nicht glaube, dass ich derjenige sein werde, der das Rad neu erfindet, wenn es ums Musikmachen geht.

Die erste Single «Iron Sky» hat bereits namhafte Fans. Adele beispielsweise fand deine Live-Performance der Single das Beste, was sie je gesehen habe. Was bedeutet so ein Kompliment für dich?

Sie ist offensichtlich eine sehr talentierte Frau und wirklich nett. Es ist schön, zu wissen, dass sie zusieht und sich dafür interessiert. Es ist ein guter Start. Lass uns hoffen, dass noch mehr solche Komplimente folgen.

Du hast diesen Song in den Abbey-Road-Studios aufgenommen. Ein historischer Ort in der Musikgeschichte. Nur gestandene Künstler schaffen es, dort zu spielen.

Ja, keine Ahnung, was zur Hölle ich dort getan habe. Ich habe mich durch die Hintertür eingeschlichen, erzähle das aber niemandem (lacht).

Paolo Nutini - Scream (Funk My Life Up)

Was sind die Höhen und Tiefen eines Musikers, der mit seinen Alben bereits Platin-Status erreicht hat?

Es ist grossartig, mit Musik seine Zeit zu verbringen, mit der Band herumzureisen, zu spielen und einfach Spass zu haben. Ich kann mich nicht beschweren, das habe ich früher oft gemacht. Aber alles, was ich gebraucht habe, war eine kleine Pause, um mal wieder den Mund zu halten und entspannen zu können. Ich bin sehr glücklich darüber, wie es gerade ist.

Waren manche Menschen im Musik-Business unglücklich mit deiner fünfjährigen Pause?

Nein, die hatten genug andere Leute, die das Geld verdient haben. Ich bin sicher, sie haben auch ohne mich überlebt (lacht). Aber meine Familie und Freunde waren jetzt ein wenig beleidigt, dass ich wieder auf Tour gehe, weil sie mich so selten sehen.

Lebst du noch in deiner Heimatstadt Paisley?

Ja, das ist der einzige Ort, den ich mein Zuhause nennen kann. Ich habe dort ein Haus.

Du willst also nie von dort wegziehen?

Ich bin praktisch nie zuhause und es ist gut, wenn man einen Ort hat, den man als Basis bezeichnen kann. Manchmal hält man vieles für selbstverständlich, aber es ist schön, seine Freunde aus Kindertagen um sich zu haben, seine Familie, und alle sind noch da, wo sie immer waren.

Du hast dich erst kürzlich von deiner langjährigen Freundin getrennt. Wenn man das weiss und deinen neuen Song «Scream» hört, könnte man denken, du würdest dein Single-Leben in vollen Zügen geniessen.

Na ja, weisst du, die Songs handeln nicht immer von dem, was man glaubt. Manche Songs sind über mich, manche über Geschichten, die mir Freunde erzählt haben. Es ist wie ein Buch, in dem du selbst bestimmen willst, wer die Figuren sind. Du musst nicht alles über mich wissen. Das Beste ist, zu wissen, was die Songs für dich bedeuten.

Was sollte man denn über dich wissen?

Ich denke, Menschen sollte einfach nur auf mich zukommen und hallo sagen. Ich weiss nicht allzu viel über mich selbst, ich lerne mich noch kennen. Aber ich finde es voll in Ordnung, nicht viel zu wissen. Alles ist dann eine Überraschung (lacht).

Paolo Nutinis drittes Album «Caustic Love» gibt es ab dem 11. April im Handel.

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