Pokerverbot: «Es ist attraktiv, im Casino Poker zu spielen»
Aktualisiert

Pokerverbot«Es ist attraktiv, im Casino Poker zu spielen»

Im Moment sind sie die bösen Monopolisten. Marc Friedrich vom Casino-Verband hofft, dass die verärgerten Zocker schliesslich doch in die Casinos kommen.

von
Joel Bedetti
Von jetzt an nur mit Schlips und Jackett: Poker im Casino

Von jetzt an nur mit Schlips und Jackett: Poker im Casino

20 Minuten Online: Herr Friedrich, sind Sie vom Entscheid des Bundesgerichts auch so überrascht wie die Pokerszene?

Marc Friedrich: Nein, wir freuen uns, dass das Gericht Poker als Glückspiel bewertet hat.

Sie haben bei rund 50 000 Pokerspielern recht unbeliebt gemacht.

Den Organisatoren von Pokertournieren war immer klar, dass sie mit ihren Investitionen ein Risiko eingehen. Das war allen bekannt.

Wie man hört, ist Poker im Casino überhaupt nicht profitabel?

Poker ist für Casinos sehr wohl profitabel. Mit der bisherigen Regelung hatten wir aber einen schweren Stand, weil wir im Gegensatz zu nichtkonzessionierten Anbietern hohe Auflagen haben und gegen diese Konkurrenz nur schwer ankamen. Das ändert sich nun.

Heute verfügt gemäss Pokerkreisen nur das Casino Baden über eine genügende Poker-Ausstattung. Ziehen die anderen Casinos jetzt nach?

Ja, die Spielbanken werden mehr Angebote stellen.

Die Pokermacher werfen den Casinos vor, sie wollen die Leute mit Poker ins Casino locken, wo sie dann aber ihr Geld an Blackjack-Tischen und Slotmaschinen daneben liegenlassen.

Das ist eine Aussage, die ich nicht kommentiere. Wie private Pokerveranstalter wollen auch wir Geld verdienen.

Glauben Sie, dass viele der Zocker nun ins Casino kommen?

Ich hoffe es. Es ist durchaus attraktiv, im Casino Poker zu spielen. Es ist nicht unbedingt teurer als bei privaten Turnieren, zudem stellen wir sicher, dass nicht betrogen wird.

Marc Friedrich ist Geschäftsführer des Schweizer Casino Verband SCV.

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