Jungpolitiker wollen ins Parlament - «Es ist Blödsinn, dass Junge nicht genug Erfahrung für ein solches Amt haben»
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Jungpolitiker wollen ins Parlament«Es ist Blödsinn, dass Junge nicht genug Erfahrung für ein solches Amt haben»

Im Februar finden die Zürcher Gemeinderatswahlen statt. Unter den Kandidierenden sind auch mehrere Jungpolitiker und Jungpolitikerinnen.

von
Lynn Sachs
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Die Zürcher Gemeinderatswahlen finden im Februar statt. Mehrere Jungpolitiker und Jungpolitikerinnen treten an. 

Die Zürcher Gemeinderatswahlen finden im Februar statt. Mehrere Jungpolitiker und Jungpolitikerinnen treten an.

20min/Marco Zangger
Für die 125 Sitze im Gemeinderat bewerben sich insgesamt 1075 Kandidatinnen und Kandidaten. 

Für die 125 Sitze im Gemeinderat bewerben sich insgesamt 1075 Kandidatinnen und Kandidaten.

20min/Marco Zangger

Am 13. Februar wählt die Zürcher Stimmbevölkerung das Parlament für die Amtsdauer 2022 bis 2026. Für die 125 Sitze im Gemeinderat bewerben sich insgesamt 1075 Kandidatinnen und Kandidaten. Unter ihnen sind auch Jungpolitiker und Jungpolitikerinnen.

Präsidentin der Jungen SVP Kanton Zürich: Camille Lothe, Wahlkreis 1 und 2

SVP-Jungpolitikerin Camille Lothe (27) möchte sich unter anderem gegen Parkplatzabbau und eine Verrechnung der Einsatzkosten bei illegalen Demonstrationen einsetzen.

SVP-Jungpolitikerin Camille Lothe (27) möchte sich unter anderem gegen Parkplatzabbau und eine Verrechnung der Einsatzkosten bei illegalen Demonstrationen einsetzen.

jsvp-zh.ch

Wieso kandidieren Sie für den Gemeinderat?

Die Stadt Zürich ist seit Jahren in linker Hand, welche die Probleme nur tatenlos beobachtet. Einige Beispiele dafür sind zunehmende Messerstechereien, Littering am See oder auch die Behinderung des ÖV durch Tempo 30. Als Gemeinderätin möchte ich diese Probleme angehen. Ich bin überzeugt, dass junge und engagierte Politiker und Politikerinnen neue und innovative Ideen in die Politik bringen können.

Was wollen Sie verändern?

Im Kreis 1 führt der Parkplatzabbau zu hohen Umsatzeinbussen beim Gewerbe. Hinzu kommt, dass illegale Demos hohe Polizeikosten verursachen. Als Gemeinderätin würde ich mich klar gegen den willkürlichen Parkplatzabbau und eine Verrechnung der Einsatzkosten bei illegalen Demos einsetzen. Im Kreis 2 droht mit der Einführung von Tempo 30 mehr Verkehr in den Quartierstrassen. Ich würde mich dafür einsetzen, dass der Verkehr flüssig über die Hauptstrassen abgewickelt und der ÖV nicht durch Tempo 30 ausgebremst wird.

Präsident der Jungfreisinnigen Kanton Zürich: Luis Deplazes, Wahlkreis 1 und 2

«Junge sind im Gemeinderat leider stark untervertreten», sagt Luis Deplazes, Präsident der Jungfreisinnigen Kanton Zürich. 

«Junge sind im Gemeinderat leider stark untervertreten», sagt Luis Deplazes, Präsident der Jungfreisinnigen Kanton Zürich.

Privat

Wieso kandidieren Sie für den Gemeinderat?

Der Gemeinderat bietet spannende politische Themen, mit welchen man sich schnell identifizieren kann, da sie die eigene Wohnstadt betreffen. Junge sind im Gemeinderat leider stark untervertreten. Die wenigen Jungen, welche ein Amt innehaben, politisieren nicht effektiv für die Jugend, sondern nach unrealistischen Ideologien. Es braucht mehr Junge, die den Puls der Generation fühlen und sich dafür einsetzen.

Was wollen Sie verändern?

Für die Stadt Zürich wünsche ich mir mehr Leben und Freiheiten ohne überbordende Bürokratie und endlose Regulierungen. Ich möchte die Entwicklung der Stadt möglichst frei leben lassen und nicht nach Vorstellungen einiger weniger Politiker vorantreiben, sei dies beispielsweise im Bezug auf städtischen Wohnbau oder Hinderung von Neubauprojekten. Spezifisch für den Kreis 2 wünsche ich mir mehr belebte Plätze.

Co-Präsidentin der städtischen Juso: Wanda Siegfried, Wahlkreis 3

«Ich bin seit Jahren politisch aktiv und in vielen Themen besser informiert als ältere Kandidaten und Kandidatinnen», sagt Wanda Siegfried, Co-Präsidentin bei der städtischen Juso. 

«Ich bin seit Jahren politisch aktiv und in vielen Themen besser informiert als ältere Kandidaten und Kandidatinnen», sagt Wanda Siegfried, Co-Präsidentin bei der städtischen Juso.

Privat

Wieso kandidieren Sie für den Gemeinderat?

Einerseits kandidiere ich, weil junge Menschen, Frauen, Queers, Personen aus den Bewegungen wie dem Klimastreik oder dem feministischen Streik noch immer stark untervertreten sind, obwohl sie viele Themen politisch mitprägen. Ich höre aber oft, dass ich als junge Person noch nicht genug Erfahrung und Wissen habe für ein solches Amt. Das ist meiner Meinung nach Blödsinn. Ich bin seit Jahren politisch aktiv und in vielen Themen besser informiert als ältere Kandidaten und Kandidatinnen.

Was wollen Sie verändern?

Spezifisch im Kreis 3 möchte ich vor allem die Situation der Velos verbessern. Es gibt noch immer unzählige Orte, an denen Velofahren*innen extrem gefährlich leben. Insgesamt auf städtischer Ebene möchte ich mich verstärkt fürs Klima einsetzen und dafür, dass die Situation von Geflüchteten endlich besser wird. Natürlich sind mir aber auch viele weitere Themen wie Feminismus und Sozialpolitik wichtig.

Ehemaliger Co-Präsident der Jungen Grünliberalen Zürich: Thomas Hug, Wahlkreis 3

Thomas Hug (30) war bis April Co-Präsident der Jungen Grünliberalen Zürich. Er ist bei der Jungpartei immer noch aktiv.

Thomas Hug (30) war bis April Co-Präsident der Jungen Grünliberalen Zürich. Er ist bei der Jungpartei immer noch aktiv.

Privat

Wieso kandidieren Sie für den Gemeinderat?

Die Zukunft Zürichs wird im Gemeinderat gestaltet. Wer Visionen und Ideen für die Zukunft hat, sollte sich in der Politik einsetzen. Jede Generation soll die eigenen Vorstellungen einbringen können. Es ist für mich deshalb eine Selbstverständlichkeit, dass auch junge Personen im Gemeinderat Platz finden sollen. Politik muss altersunabhängig werden. Ich setze mich dabei stark für die Verkehrswende ein.

Was wollen Sie verändern?

Der Kreis 3 ist unglaublich vielfältig, von der dichten Blockrandsiedlung bis zu Einfamilienhäusern gibt es alles. Und das soll auch so bleiben. Das heisst, die Mieten für verschiedene Menschen müssen tragbar bleiben. Das heisst aber auch, dass wir den Kreis 3 auf die Zukunft vorbereiten müssen. So sollen Strassenräume in Lebensräume umgestaltet werden und die Funktion von grünen Stadtadern übernehmen.

Vorstandsmitglied bei den Jungen Grünen Zürich: Anna-Béatrice Schmaltz, Wahlkreis 3

Anna-Béatrice Schmaltz (29) 

Anna-Béatrice Schmaltz (29)

Privat

Wieso kandidieren Sie für den Gemeinderat?

Ich bin schon lange politisch aktiv und setze mich als Aktivistin für Gleichstellung, LGBTIQ-Rechte, Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit ein. Dieses Engagement möchte ich nun im Gemeinderat fortsetzen für ein feministisches, solidarisches und klimagerechtes Zürich. Es ist wichtig, dass auch junge Frauen im Gemeinderat mitentscheiden. Ich bin sehr motiviert, die Stadt Zürich aktiv mitzugestalten.

Was wollen Sie verändern?

Ich würde mich für eine ausreichende Finanzierung von Frauen- und Mädchenhäusern, bezahlbare Kinderbetreuung sowie Massnahmen gegen Belästigung und Gewalt im öffentlichen Raum einsetzen. Weiter ist bezahlbarer und ökologischer Wohnraum extrem wichtig. Auch sichere und schnelle Velorouten sind mir ein Anliegen. Ich engagiere mich für konsequente Klimapolitik und dafür, dass Zürich für alle Menschen lebenswert ist.

Stadtratswahlen 2022: Das sind die jüngsten Kandidierenden

Ebenfalls am 13. Februar finden die Stadtratswahlen statt. Die jüngsten Kandidierenden sind Serap Kahriman und Dominik Waser. Die 31-Jährige wird für die Jungen Grünliberalen antreten, der 23-Jährige will seinerseits für die Grünen in den Stadtrat gewählt werden.

«Man wird mich nie in einer Bank beim Paradeplatz antreffen», sagt Stadtratskandidat Dominik Waser (23).

Video: 20min/Lynn Sachs

«Es braucht mehr junge Frauen mit Migrationsvordergrund im Stadtrat», findet Stadtratskandidatin Serap Kahriman (31).

Video: 20min/Lynn Sachs

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