Spatenstich Skateranlage: «Es ist ein historischer Moment»
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Spatenstich Skateranlage«Es ist ein historischer Moment»

Am Dienstag begann der Bau des Skateparks vor der Reitschule. Mit der neuen Anlage soll die Schützenmatte belebt und Konfliktprävention betrieben werden.

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kaf/sda

Nach jahrelangem Warten ist es nun endlich so weit: Am Dienstag fiel der Spatenstich für die Skateranlage auf dem Vorplatz der Berner Reitschule. «Es ist ein bisschen ein historischer Moment», sagte Gemeinderätin Franziska Teuscher vor den Medien. Ab Ende August können Skateboarder unter dem Eisenbahnviadukt ihre Flips, Grabs und Spins üben.

Betrieben wird die sogenannte Skatebowl vom Verein sk8.be, der über zehn Jahre lang für das Projekt gekämpft hat. Die Stadt Bern unterstützt die Anlage mit einem einmaligen Beitrag von 240'000 Franken und stellt den Betreibern das Terrain unter dem Viadukt unentgeltlich zur Verfügung. Die Baukosten betragen laut Initiator Pablo Cherpillod Lobsang 330'000 Franken – noch fehlten dem Verein 25'000 Franken. «Am Mittwoch starten wir die Wemakeit-Kampagne, damit solle die Summe doch noch erreicht werden», sagt er aber.

«Unterstützung der IKuR»

Der Stadtregierung geht es nicht nur um die Förderung eines Trendsports, sondern auch um die Belebung der Schützenmatte: Die Umgebung des autonomen Kulturzentrums Reitschule ist durch Drogenhandel, Gewalt und Kriminalität in Verruf geraten. Die Stadt hat deshalb einen Planungsprozess angestossen, der nicht nur den Platz direkt vor der Reitschule, sondern gleich die ganze Schützenmatte umfasst. Zur Diskussion steht, die 145 Parkplätze aufzuheben und stattdessen verschiedene Angebote für Familien, Kinder, Junge und Ältere zu schaffen.

Mit der Skatebowl wird nun ein erstes Projekt umgesetzt. «Wir haben uns nie eingebildet, dass wir die Lösung für das Problem sein könnten», sagte Lobsang. Doch der Verein hoffe, die Skateranlage sei ein Input dafür, den Platz gut zu nutzen, und ein Ansporn für andere Gruppen, ihre Ideen umzusetzen. Die Anlage werde auch von den Reitschülern unterstützt, sagte Alex Haller, Leiter des Stadtberner Jugendamts, anlässlich des Spatenstichs vom Dienstag. Die Reitschulbetreiberin Ikur begrüsse das Projekt ebenso wie andere Interessengruppen.

«Sport im öffentlichen Raum als Konfliktprävention»

Die Skatebowl sei auch das erste grössere Projekt der Stadt Bern im Bereich Strassensport, betonte Gemeinderätin Franziska Teuscher: «Sport im öffentlichen Raum ist ein zukunftsweisender Ansatz zur Konfliktprävention.» Die Vorortsgemeinde Köniz unterstützt die Anlage mit 5000 Franken. Schliesslich verbrächten auch viele Könizer Jugendliche ihre Freizeit vor der Reitschule, sagte Gemeinderat Thomas Brönnimann.

Die 18 mal 22 Meter grosse Skatebowl wird aus einem Stück Beton gegossen und bildet eine Art Landschaft, in der die Skater ihre Tricks ausführen können. Die schüsselförmige Anlage steht jedermann zur Verfügung. Der Verein selber sieht regelmässige freie Trainings vor und will mehrmals jährlich grössere Skater-Events durchführen.

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