Schlammlawinen: «Es ist ein Horrorszenario»
Aktualisiert

Schlammlawinen«Es ist ein Horrorszenario»

Schwere Regenfälle und Erdrutsche haben in Brasilien 64 Menschen das Leben gekostet. Allein auf der Touristeninsel Ilha Grande starben bei Schlammlawinen laut Polizei 26 Menschen, 13 weitere kamen im Badeort Angra dos Reis ums Leben.

Im gesamten Staat Rio de Janeiro wurden fast 80 Schlammlawinen gezählt. Die Behörden befürchten weitere Todesopfer, weil das schlechte Wetter in den kommenden Tagen anhalten soll.

Auf der brasilianischen Touristeninsel Ilha Grande hat eine Schlammlawine am Freitag das kleine Luxushotel «Sankay» und drei weitere Häuser unter sich begraben. Dabei kamen mindestens 26 Menschen ums Leben. Zu dem Unglück auf der Ilha Grande kam es, als die Touristen von der Silvesterfeier in ihre Zimmer zurückkehrten. «Es ist ein Horrorszenario», sagte der Vize-Gouverneur des Bundesstaates Rio de Janeiro, Luiz Fernando Pezao, dem Radiosender CBN. «Ein Berg aus Schlamm, Geröll und Bäumen bedeckt mehrere Häuser.»

Unter den Todesopfern seien keine Ausländer, erklärten die Behörden. Etwa 100 Feuerwehrleute und Helfer waren am Strand von Bananal im Einsatz, wo sich das über Silvester ausgebuchte Hotel befand.

«Die Leute haben in dieser Gegend noch nie so viel Regen erlebt», sagte der stellvertretende Gouverneur von Rio de Janeiro, Luiz Fernando Pesao, dem Sender Globo TV. Präsident Luiz Inácio Lula da Silva brach seinen Urlaub ab und reiste zu einem Krisentreffen mit Vertretern des Zivilschutzes.

Schlammlawinen in Rios Favelas

Damit stieg die Zahl der Toten durch Überschwemmungen und Erdrutsche im Bundesstaat Rio de Janeiro auf über 40. Etwa 20 Menschen kamen am Donnerstag vor allem in der Metropole Rio ums Leben, unter ihnen mehrere Kinder und ein drei Tage altes Baby. In der Favela Jacarapagua starben nach Angaben des Zivilschutzes fünf Mitglieder einer Familie, als sie von Schlammmassen begraben wurden.

In Rio de Janeiro regnete es seit Mittwoch unaufhörlich. Im Norden der Stadt traten drei Flüsse über die Ufer und zwangen rund 200 Menschen, ihre Häuser zu verlassen.

Besonders gefährdet waren die Favelas genannten Elendsviertel auf den Hügeln im Norden und Westen der Metropole. Der Zivilschutz warnte die Einwohner vor Erdrutschen. Und für die nächsten Tage wurde weiter schlechtes Wetter erwartet. (sda/dapd)

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