2000-jähriger Dolch gefunden - «Es ist ein spezielles Gefühl, so etwas Altes in der Hand zu halten»
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2000-jähriger Dolch gefunden«Es ist ein spezielles Gefühl, so etwas Altes in der Hand zu halten»

Hobby-Archäologe Lucas Schmid hat einen sehr seltenen römischen Dolch im Gebiet der Crap‑Ses‑Schlucht gefunden.

von
Shila Ochsner
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Der freiwillige Mitarbeiter des Archäologischen Dienst Graubünden (ADG), Lucas Schmid, hat im Mai 2019 einen sensationellen Fund gemacht. 

Der freiwillige Mitarbeiter des Archäologischen Dienst Graubünden (ADG), Lucas Schmid, hat im Mai 2019 einen sensationellen Fund gemacht.

Archäologischer Dienst Graubünden
Der Dolch könnte aus den Jahren 50 v. Chr. bis 10 n. Chr. stammen.

Der Dolch könnte aus den Jahren 50 v. Chr. bis 10 n. Chr. stammen.

Archäologischer Dienst Graubünden
In Chur wurde der Dolch restauriert, aufgearbeitet und konserviert, wobei diese speziellen Verzierungen zum Vorschein kamen. «Einen Dolch wie diesen gibt es laut unseren Erkenntnissen nur vier oder fünf Mal», sagt Hannes Flück vom  Archäologischen Dienst Graubünden und Lehrbeauftragter Uni Basel. 

In Chur wurde der Dolch restauriert, aufgearbeitet und konserviert, wobei diese speziellen Verzierungen zum Vorschein kamen. «Einen Dolch wie diesen gibt es laut unseren Erkenntnissen nur vier oder fünf Mal», sagt Hannes Flück vom Archäologischen Dienst Graubünden und Lehrbeauftragter Uni Basel.

Archäologischer Dienst Graubünden

Darum gehts

  • Im Mai 2019 fand Lucas Schmid mit einem Metalldetektor einen antiken Dolch.

  • An dem Fundort könnte sich, den Fundstücken nach, ein Kampf zugetragen haben.

  • Die Fundstücke werden auf über 2000 Jahre geschätzt.

Wie ein Puzzle – seit fast 20 Jahren versucht der Archäologische Dienst Graubünden (ADG) herauszufinden, was sich im Gebiet der Crap‑Ses‑Schlucht zwischen Tiefencastel GR und Cunter GR vor über 2000 Jahren abgespielt hat. Über die Zeit wurden verschiedene Waffen gefunden, so zum Beispiel unzählige Schleuderbleie, Helmteile, Geschossbolzen und ein Schwert. Die Waffen lassen vermuten, dass an dieser Stelle ein Kampf statt gefunden hatte.

Seltener Fund

Lucas Schmid, ein freiwilliger Mitarbeiter des ADG hatte im Mai 2019 mit einem Metalldetektor einen reich verzierten, römischen Dolch gefunden, der viele Erkenntnisse lieferte. «Nachdem ich das eine Ende freigelegt habe, stieg natürlich die Spannung – und die Freude. Es ist ein spezielles Gefühl, etwas in der Hand zu halten, was vor mehr als 2000 Jahren zuletzt ein römischer Legionär in den seinen hielt», sagt der glückliche Finder Lucas Schmid. In Chur wurde der Dolch dann aufgearbeitet, konserviert und dokumentiert, wodurch die Archäologen schätzen, dass der Dolch aus den Jahren 50 v. Chr. bis 10 n. Chr. stammen muss. Dolche dieses Typs sind selten. Bisher sind nur vier Stück bekannt, davon einer aus dem Römerlager Vindonissa im Kanton Aargau.

Ausserdem hat Schmid seit seinen ersten Begehungen 2018 bereits römische Sandalennägel, Schleuderbleie, Lanzenspitzen, Rüstungsteile und auch Keramik gefunden. «Ich hoffe besonders, noch mehr datierbare Funde zu machen, wie zum Beispiel Fibeln oder Münzen.»

Kampf, Schlacht, Gefecht

«Der Dolch ist ein toller und schöner Fund, welcher uns Anlass zu einem Forschungsprojekt gegeben hat», sagt Hannes Flück, Archäologe und Projektleiter beim ADG. «Er könnte im Zusammenhang mit dem Alpenfeldzug und der Eroberung der Römer im Jahr 16 bis 15 v. Chr. zusammenstehen, oder mit einem früheren Gefecht oder Kampf», sagt der Projektleiter.

Das Forschungsprojekt hat zum Ziel, weitere Waffen und Hinweise zu finden und diese aufzuarbeiten und zu konservieren, um dann die verschiedenen Puzzleteile zu einem klareren Bild zusammenzusetzen. «Es wird nie ein vollständiges Bild geben, aber mit jedem Fund kommen wir der Wahrheit etwas näher», sagt Flück. Als Abschluss des Projekts, nachdem alles abgesucht und ausgewertet sein wird, soll es 2025 eine Ausstellung mit den Fundstücken geben.

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