Aktualisiert 27.01.2019 16:08

Geisterfahrerin auf A1

«Es ist ein Wunder, dass nicht mehr passiert ist»

Eine Geisterfahrerin fuhr auf der A1 von Wettingen AG her mehrere Kilometer auf der falschen Spur. Auf der Höhe Birrfeld kam es zu einer Kollision.

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Eine Geisterfahrerin verursachte auf der Höhe Birrfeld eine Kollision.

Eine Geisterfahrerin verursachte auf der Höhe Birrfeld eine Kollision.

Kapo AG
Dabei wurde die Unfallverursacherin verletzt und musste durch die Feuerwehr aus dem Fahrzeug geborgen werden.

Dabei wurde die Unfallverursacherin verletzt und musste durch die Feuerwehr aus dem Fahrzeug geborgen werden.

Am Sonntag kurz nach 00:30 Uhr gingen bei der Notrufzentrale der Kantonspolizei Aargau unzählige Anrufe ein, wonach auf der Autobahn A1 ein PW als Geisterfahrer auf der falschen Spur in Richtung Bern fahre.

Am Sonntag kurz nach 00:30 Uhr gingen bei der Notrufzentrale der Kantonspolizei Aargau unzählige Anrufe ein, wonach auf der Autobahn A1 ein PW als Geisterfahrer auf der falschen Spur in Richtung Bern fahre.

Leser-Reporter

Am Sonntag kurz nach 00.30 Uhr gingen bei der Notrufzentrale der Kantonspolizei Aargau unzählige Anrufe ein, wonach auf der Autobahn A1 ein Geisterfahrer auf der falschen Spur in Richtung Bern fahre. Kurze Zeit später wurde eine Kollision auf der Höhe Birrfeld gemeldet, teilt die Kantonspolizei am Sonntag mit.

Die Ermittlungen ergaben, dass eine 42-jährige Serbin, offenbar in suizidaler Absicht, in Wettingen auf die A1 und dann auf der Fahrspur Zürich als Geisterfahrerin in Richtung Bern gefahren ist. Via Bareggtunnel fuhr sie in relativ starkem Samstagabendverkehr. Verschiedene Fahrzeuge konnten in letzter Sekunde eine Kollision vermeiden.

«Viele Schutzengel»

Auf der Höhe Birrfeld kam es dann doch mit einem Fahrzeug zu einer seitlich-frontalen Kollision. Dabei wurde die Unfallverursacherin verletzt und musste durch die Feuerwehr aus dem Fahrzeug geborgen werden.

«Der Lenker des korrekt fahrenden Fahrzeuges hatte viele Schutzengel», sagt Kapo-Sprecher Max Suter zu 20 Minuten. Auch sonst sei es ein Wunder, dass nicht mehr passiert ist: «Die Autofahrer wurden per Radio vor der Geisterfahrerin gewarnt.»

Er rät den Autofahrern auf der rechten Spur zu bleiben und ihr Tempo zu verringern, wenn sie von Geisterfahrern hören: «Notfalls können sie so auf die Überholspur oder auf den Pannenstreifen ausweichen.»

«Sie war wohl dermassen gleichgültig»

Dass sich jemand mit einer Geisterfahrt das Leben nehmen will, ist extrem untypisch, sagt der forensische Psychiater Thomas Knecht: «In meiner 35-jährigen Karriere als Psychiater hatte ich nur einmal einen ähnlichen Fall.»

Er glaubt, dass die 42-jährige Geisterfahrerin am Sonntag dermassen gleichgültig war, dass sie es in Kauf nahm, andere zu schädigen. Gut möglich sei auch, dass sie sich nicht ganz sicher war, ob sie sich wirklich umbringen wollte, so Knecht: «Denn die Chancen sind ja hoch, dass man eine Geisterfahrt überlebt. Sie wollte sich so ein Türchen offen halten.»

Nachdem sie den Versuch nun überlebt hat, ist laut Knecht eine stationäre Behandlung wichtig. «Meistens lohnt sich das. So machen 90 Prozent der Personen, die einen Selbstmordversuch überlebt haben, nicht nochmals einen zweiten.» (20 Minuten)

Suizidgedanken? Hier finden Sie Hilfe

Beratung:

Dargebotene Hand, Tel. 143, (143.ch)

Angebot der Pro Juventute: Tel. 147, (147.ch)

Kirchen (Seelsorge.net)

Anlaufstellen für Suizid-Betroffene:

Nebelmeer – Perspektiven nach dem Suizid eines Elternteils (Nebelmeer.net);

Refugium – Geführte Selbsthilfegruppen für Hinterbliebene nach Suizid (Verein-refugium.ch);

Verein Regenbogen Schweiz (Verein-regenbogen.ch).

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