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Ertrunkener Schüler«Es ist eine menschliche Tragödie»

Der Schock sitzt tief: Ein 14-jähriger Schüler geht in der Reuss bei Bremgarten AG unter, er hat wohl nicht überlebt. Seine Freunde mussten tatenlos zusehen.

von
S. Ruckstuhl/ S. Marty
Polizei und Armeeangehörige suchen nach dem vermissten Realschüler.

Polizei und Armeeangehörige suchen nach dem vermissten Realschüler.

Ein Projekttag der Kreisschule Mutschellen endete gestern in einer Tragödie. Eine 12-köpfige Realschulklasse war für Experimente im Fach Physik in der Nähe der Reuss im Wald unterwegs. Wegen der heissen Temperaturen machte die Klasse am Flussufer eine Pause. Der Schulleiter vermutet, dass man dort noch etwas grillieren und baden wollte – bis gegen 10 Uhr dann das Drama passierte.

Ein 14-jähriger Schüler tauchte plötzlich in der Reuss unter und verschwand vor den Augen seiner Schulkameraden in der starken Strömung. Sofort wurden die Rettungskräfte alarmiert, doch die Suche blieb bis am Abend erfolglos. Bei der Kreisschule ist man tief betroffen. «Es ist eine menschliche Katastrophe», sagt Schulleiter Louis Isenmann.

Mutter unter Schock

Eine Schuldzuweisung sei nun aber nicht angebracht: «Alltäglicher Unterricht draussen in der Natur gehört zu lebensnahem Unterricht, bei dem Lehrerinnen und Lehrer nach bestem Wissen und Gewissen entscheiden, wie er durchzuführen ist.» Der Lehrer, die Schüler und auch die Angehörigen werden zur Zeit psychologisch betreut.

Die Mutter kam am Nachmittag zur Unfallstelle – unter Tränen versuchte sie wohl zu verstehen, wie es zu dieser schrecklichen Tragödie kommen konnte. Ob die Suche nach dem 14-Jährigen heute fortgesetzt wird, ist noch unklar. Die Ermittlungen zum Unfallhergang wurden aufgenommen.

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