Aggressive Mutterkuh: «Es ist einfach dumm gelaufen»
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Aggressive Mutterkuh«Es ist einfach dumm gelaufen»

In Amden SG hat am Sonntag eine Mutterkuh zwei Wandergruppen bedrängt. Gegenüber 20 Minuten sagt der Bauer, das sei der erste Vorfall dieser Art in 18 Jahren.

von
Leo Butie

Hier sieht man das Gelände, wo es zum Unfall kam.

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Darum gehts

  • Am Sonntag wurden zwei Wandergruppen von einer Mutterkuh angegriffen.
  • Sie wurden verletzt, als sie flüchten wollten.
  • Der Bauer warnt vor den Gefahren der Mutterkühe.
  • Man sollte einen Bogen um sie machen, wenn ein Wanderweg durch eine Weide führt.

Eine aggressive Mutterkuh hat am Sonntag auf einer Weide beim Niederschlag in Amden SG gleich zwei Wandergruppen bedrängt. Als diese flüchten wollten, sind einige im steilen Hang gestürzt und leicht verletzt worden. Eine 20-jährige Frau musste von der Rega ins Spital geflogen werden.

Der Besitzer der Kühe war zu diesem Zeitpunkt nicht anwesend, wurde aber von der Kantonspolizei St. Gallen informiert. «Es kam nicht zu einem direkten Kontakt zwischen der Kuh und den Wanderern», sagt der Bauer zu 20 Minuten. Er sagt, dass ein Wanderweg durch die Weide geht, wo sich die Mutterkuhherde befand. Darunter war auch ein Kalb, das erst wenige Tage alt war. «Es ist eine Warntafel angebracht, die auf die Mutterkuhherde hinweist», versichert er.

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Eine Mutterkuh hat am Sonntag auf dieser Wiese in Amden SG zwei Wandergruppen bedrängt. 

Eine Mutterkuh hat am Sonntag auf dieser Wiese in Amden SG zwei Wandergruppen bedrängt.

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Diese befanden sich auf einem Wanderweg, der durch die Weide führt. Bei der Flucht im steilen Gelände wurden drei Wanderer verletzt. Zu einem direkten Kontakt zwischen den Wanderern und der Kuh kam es jedoch nicht. 

Diese befanden sich auf einem Wanderweg, der durch die Weide führt. Bei der Flucht im steilen Gelände wurden drei Wanderer verletzt. Zu einem direkten Kontakt zwischen den Wanderern und der Kuh kam es jedoch nicht.

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Der zuständige Bauer empfiehlt, einen grossen Bogen um Mutterkuhherden zu machen. 

Der zuständige Bauer empfiehlt, einen grossen Bogen um Mutterkuhherden zu machen.

KEYSTONE/Symbolbild

Erster Fall in 18 Jahren

Hanspeter Krüsi, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen, bestätigt, dass sich die Wanderer auf einem regulären Wanderweg befanden und es zu keinem direkten Kontakt kam. Ob die Mutterkuh zuvor provoziert wurde, ist der Polizei nicht bekannt. Für den zuständigen Bauern ergeben sich aus dem Fall keine Konsequenzen.

Mutterkühen sollte man laut dem Bauern generell aus dem Weg gehen: «Am besten ist es, wenn man einen grossen Bogen um die Herde macht, auch wenn man dazu den Wanderweg verlassen muss.» In seinem Fall könnte man auch der Strasse folgen, um später wieder auf den Wanderweg zu gelangen. Ihm würde es nichts ausmachen. Aber leider gibt es laut ihm auch andere Bauern, die Wanderer angehen würden, wenn diese den Wanderweg verlassen.

Der Bauer betreibt seit 18 Jahren eine Viehzucht mit Mutterkuhhaltung. «Es ist jetzt das erste Mal, dass so etwas passiert», sagt er. Er vermutet, dass es mit der grösseren Beliebtheit des Wanderns zu tun hat. «Es ist verrückt, wie viele Menschen dieses Jahr unterwegs sind.» Darunter seien leider auch unerfahrene Wanderer dabei. «Es gibt Leute, die nicht wissen, wie man sich gegenüber Kühen verhalten soll.» Es sei dieses Mal einfach dumm gelaufen. «Im Moment sind die Kühe im Stall und ruhen sich aus», sagt er.

Mutterkuhhaltung auf Weiden, durch die Wanderwege verlaufen, ist erlaubt. Das bestätigt Mathilde Hans-Moëvi von Mutterkuh Schweiz. «Ein Warnschild wird aber empfohlen», sagt Moëvi.

Was muss man bei Kühen beachten?

Wenn man beim Wandern eine Kuhweide durchschreiten muss, sollte man sich an folgende Regeln halten, damit es zwischen Mensch und Tier nicht zu brenzligen Situationen kommt:

1. Halte immer Distanz zu Kühen. Um Herden sollte man generell immer einen Bogen machen.

2. Auf keinen Fall Kälber berühren und auch um diese einen grossen Bogen machen.

3. Falls man einen Hund dabei hat, muss man diesen anleinen. Kühe nehmen Hunde als potenzielles Raubtier wahr.

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