Familie trauert nach Fund des Vermissten - «Es ist eingetroffen, wovor wir am meisten Angst hatten»
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Familie trauert nach Fund des Vermissten«Es ist eingetroffen, wovor wir am meisten Angst hatten»

Die Familie des damals 30-jährigen Holländers tat alles was möglich war, um den vermissten Sohn und Bruder zu finden. Nun haben sie traurige Gewissheit: Er wurde am 1. Juni auf Gersauer Boden tot aufgefunden.

von
Astrid Winiker
Daniela Gigor
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An einem Trauerzug durch das Heimtatdorf von Yorian wurden auch seine sterblichen Überreste in einem Wagen vorbei gefahren. 

An einem Trauerzug durch das Heimtatdorf von Yorian wurden auch seine sterblichen Überreste in einem Wagen vorbei gefahren.

Jeffrey Groeneweg/Qphoto
«Die Suche hat endlich ein Ende.» Die Familie des seit 2019 vermissten Holländers ist traurig, aber erleichtert, dass seine Überreste auf der Rigi gefunden wurden. 

«Die Suche hat endlich ein Ende.» Die Familie des seit 2019 vermissten Holländers ist traurig, aber erleichtert, dass seine Überreste auf der Rigi gefunden wurden.

20min/ Daniela Gigor
Yorian wurde seit September 2019 in der Schweiz vermisst. 

Yorian wurde seit September 2019 in der Schweiz vermisst.

Darum gehts

  • Der 30-jährige Holländer Yorian, der seit September 2019 vermisst wurde, ist tot.

  • Er wurde am 1. Juni im Gebiet Scharteggli auf Gersauer Boden bei landwirtschaftlichen Aufräumarbeiten tot aufgefunden

  • «Die Suche nach ihm hat nun endlich ein Ende. Das ist auch eine Erleichterung.» sagt Yorians Schwester.

  • Die Todesursache sei auf einen unglücklichen Sturz zurückzuführen.

  • Yorians sterbliche Überreste wurden zurück in seine Heimat überführt.

Seit September 2019 wurde der damals 30-jährige Yorian aus Holland vermisst. Nun hat seine Familie traurige Gewissheit, dass ihr Sohn und Bruder nicht mehr am Leben ist. Yorian wurde am 1. Juni im Gebiet Scharteggli auf Gersauer Boden bei landwirtschaftlichen Aufräumarbeiten tot aufgefunden, wie der «Bote der Urschweiz» berichtet.

«Die Suche nach Yorian hat nun endlich ein Ende»

«Das, wovor wir am meisten Angst hatten, ist eingetroffen», sagt Yorians Schwester Linda gegenüber 20 Minuten. Wie schwer die Zeit nun jedoch auch sei, so ist die Familie trotzdem auch dankbar: «Die Suche nach ihm hat nun endlich ein Ende. Das ist auch eine Erleichterung. Wenn er nicht gefunden worden wäre, hätten wir uns das Leben lang gefragt, was mit ihm passiert ist. Jetzt können wir endlich trauern», sagt Linda weiter. Die Polizei in der Schweiz hatte eine Untersuchung eingeleitet, sobald die Überreste von Yorian gefunden wurden. Linda: «Sie haben einen DNA-Test durchgeführt. Sobald die Identität meines Bruders bestätigt worden war, haben sie die niederländische Polizei, und diese wiederum uns informiert.»

Hunderte trauerten bei Ehrenhecke im Heimatdorf Oud-Beijerland

Die Todesursache sei auf einen unglücklichen Sturz zurückzuführen. Die Überreste von Yorian wurden nach Ende der Untersuchungen nach Holland überführt. Dort fand ein Trauerumzug mit mehreren hundert Trauernden statt. Am Strassenrand des Dorfes, wo Yorian geboren wurde, stellten Trauernde Blumen hin und gedachten ihm mittels eines Feuerwerks. Auf diesem Weg wurden auch die sterblichen Überreste von Yorian in einem Wagen vorbei gefahren. «Wir wollten ihn auf diese Art in sein Dorf zurückbringen, wo er geboren wurde», sagt seine Schwester weiter. Wie die Familie diese zwei Jahre in völliger Ungewissheit über den Verbleib von Yorian überstanden hat, weiss sie nicht. Sie sagt: «Wir konnten nicht leben und auch nicht trauern. Wir lebten im Niemandsland. Ich kann nicht glauben, dass schon zwei Jahre seit seinem Verschwinden vergangen sind.» Linda betont gegenüber von 20 Minuten, dass sie all den Menschen danken wollen, die damals Hilfe und Unterstützung bei den Suchaktionen in der Schweiz angeboten haben: «Für diese Hilfe sind wir sehr dankbar. Was wir erlebten, haben sie auch zu einem Teil miterlebt und mitgefühlt.»

Möglich, dass Yorians Asche auf die Rigi zurück kehrt

Am vergangenen Samstag wurden die Überreste von Yorian kremiert. Nun plant seine Familie die Asche der Natur zu übergeben, wie Linda weiter sagt: «Wir haben verschiedene Ideen. Eine davon ist, seine Asche auf der Rigi zu verstreuen. So können wir ihn komplett zurück auf den Berg bringen, weil bereits ein Grossteil von ihm von der Erde auf der Rigi aufgenommen wurde. Definitiv entschieden ist allerdings noch nichts

Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

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