Zürich: «Es ist fünf vor zwölf» – Studiokinos fordern staatliche Unterstützung

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Zürich«Es ist fünf vor zwölf» – Studiokinos fordern staatliche Unterstützung

Die Traditionskinos Uto und Alba müssen schliessen, dahinter steckt eine strukturelle Krise. Nun prüft der Kanton, ob finanzielle Sofortmassnahmen ergriffen werden müssen. 

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Die beiden Arthouse Kinos Alba und Uto müssen bis Ende März 2024 ihre Tore schliessen. Schon länger kämpften die unabhängig geführten Kinos um ihre Existenz. 

Die beiden Arthouse Kinos Alba und Uto müssen bis Ende März 2024 ihre Tore schliessen. Schon länger kämpften die unabhängig geführten Kinos um ihre Existenz. 

Arthouse Uto
Hinter den Schliessungen steckt eine strukturelle Krise, auf die der nationale Studiofilmverband bereits im Herbst hingewiesen hat. 

Hinter den Schliessungen steckt eine strukturelle Krise, auf die der nationale Studiofilmverband bereits im Herbst hingewiesen hat. 

Arthouse Uto
Das grösste Problem seien die Art und Weise, wie Kinos gefördert würden. Zwar spreche der Bund jährlich über 30 Millionen Franken für Filmproduktionen, doch die Kinosäle erhielten davon fast nichts. 

Das grösste Problem seien die Art und Weise, wie Kinos gefördert würden. Zwar spreche der Bund jährlich über 30 Millionen Franken für Filmproduktionen, doch die Kinosäle erhielten davon fast nichts. 

Arthouse Alba

Darum gehts

  • Wie am Mittwoch bekannt wurde, müssen die beiden Kinos Uto und Alba bis Ende März 2024 schliessen. 

  • Schon länger kämpfen unabhängig geführte Kinos um ihre Existenz. 

  • Nun prüft der Kanton, ob Sofortmassnahmen zur Förderung von Kinos nötig sind. 

Erst am Mittwoch wurde bekannt, dass die beiden Zürcher Arthouse Kinos Uto und Alba schliessen werden. Voraussichtlich wird im Alba an der Zähringerstrasse der letzte Film Ende Jahr gezeigt, im Uto Ende März 2024. 

Doch die Kinobranche kämpft schon länger um ihre Existenz: Insbesondere die Arthouse-Gruppe und die Neugass Kino AG haben sich aufgrund dieser Strukturkrise in den unabhängig geführten Kinos bereits vor Monaten an die Behörden gewendet. 

Soforthilfe wird geprüft

«Es wird bis an alle Grenzen gespart», sagt Daniela Küttel, Geschäftsleitungsmitglied der Neugass Kino AG. Das grösste Problem seien die Art und Weise, wie Kinos gefördert würden. Zwar spreche der Bund jährlich über 30 Millionen Franken für Filmproduktionen, doch die Kinosäle erhielten davon fast nichts. 

Von den 7,8 Millionen Franken, die jährlich von der Stadt Zürich für den Film gesprochen werden, fliessen 90 Prozent über die Zürcher Filmstiftung an Produktionen. Lediglich zehn Prozent sind für die Filmkultur reserviert. Dass auf nationaler Ebene keine Gelder für Strukturförderungen gesprochen werden, ist für Daniela Küttel klar. Umso wichtiger sei es, dass Stadt und Kanton Zürich die Studiokinos unterstützen würden. Vonseiten der kantonalen Fachstelle Kultur wird derzeit geprüft, ob eine kurzfristige Soforthilfe nötig sei. 

«Es ist gerechtfertigt, über finanzielle Hilfe nachzudenken»

Bereits im Herbst 2022 wies der nationale Studiofilmverband in einem Brief auf die Krise hin, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Inhaltlich beschreibt der Brief, wie die Kinos ohne zusätzliche finanzielle Unterstützung das Programmaufgebot nicht aufrechterhalten können. «Es ist fünf vor zwölf», sagte Stephanie Candinas, die Co-Geschäftsführerin von Arthouse, gegenüber dem «Filmbulletin».

Bei einer Podiumsdiskussion Mitte Januar zum Thema Kinoförderung forderten die Kinobetreiberinnen und -betreiber Subventionen. Unter anderem auch Daniela Küttel. In Kinos leiste man kulturelle Vermittlungsarbeit, die über die blosse Projektion von Filmen hinausgehe, sagt Küttel zu der Zeitung. «Allein deswegen ist es gerechtfertigt, über finanzielle Hilfe nachzudenken.» Wie es im Unternehmen weitergehen soll, sehe sie nicht.

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