Abstimmungssonntag: «Es ist gut so, wie es heute ist – so soll es bleiben»
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Abstimmungssonntag«Es ist gut so, wie es heute ist – so soll es bleiben»

Die Schweizer wissen gut Bescheid über die heutigen Vorlagen. Vor allem die 1:12-Initiative ist in aller Munde. Das zeigt eine Videoumfrage von 20 Minuten.

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Christoph Bernet / Lorenz von Meiss

1:12, Familieninitiative, Autobahnvignette - das denken die Schweizer darüber. (Video: Lorenz von Meiss)

Familieninitiative, Autobahnvignette, 1:12-Initiative: Wissen Sie, worüber heute abgestimmt wird? Das wollte 20 Minuten in einer Videoumfrage wissen. Über die 1:12-Initiative weiss fast jeder Bescheid, doch auch die Erhöhung des Vignettenpreises und die Familieninitiative der SVP sind den meisten Stimmbürger ein Begriff.

Der 21-jährige ETH-Student David Grand hat sein Stimmcouvert bereits abgeschickt. Er sagt Nein zur Initiative der Jungsozialisten, welche die maximale Lohnbandbreite in einem Unternehmen auf das Verhältnis 1:12 begrenzen will. «Ich finde es nicht gut, wenn sich der Staat einmischt.» Jeder solle so viel verdienen können, wie er wolle, sagt Grand. Anderer Meinung ist Mike. Der 35-Jährige bezeichnet sich als alternativen Aussteiger und Lebenskünstler. Für ihn ist klar: «Wir haben eine Ungerechtigkeit bei der Verteilung». Mike ist sich zwar nicht sicher, ob die 1:12-Initiative hier das richtige Instrument ist, «aber man muss hier ein Symbol senden.»

«Arbeit von Müttern anerkennen»

Auch zur SVP-Familieninitiative gehen die Meinungen auseinander. Nicht überall stösst die Einführung von Steuerabzügen für Familien, die ihre Kinder zu Hause betreuen, auf Anklang. Die 26-jährige Karin ist berufstätige Mutter. Ihr Kind lässt sie fremdbetreuen. «Die Initiative ist falsch», sagt Karin. Sie befürchtet, dass die Steuern bei einem Ja für alle ansteigen könnten. Die 18-jährige Anna-Lena Dubs hingegen hat die Familieninitiative angenommen. «Ich finde es gut, wenn die Arbeit von Müttern anerkannt wird», sagt die Kantischülerin.

«Gerechtfertigt, dass Autofahrer mehr bezahlen müssen»

Die Preiserhöhung bei der Autobahnvignette von 40 auf 100 Franken kommt ebenfalls nicht bei allen gut an. Corina Vetsch fehlt die Sicherheit, «dass das Geld tatsächlich für die Erneuerung und die Verbesserung der Autobahnen eingesetzt wird» und nicht von den Politikern nach ihrem eigenen Gutdünken ausgegeben werde, sagt die 29-jährige Aussendienstmitarbeiterin. Sie will keine Änderung bei der Autobahnfinanzierung: «Es ist gut so, wie es heute ist - so soll es bleiben.» Die 40-jährige HR-Fachfrau Susanne hingegen hat für den höheren Preis gestimmt: «Ich finde es absolut gerechtfertigt, dass die Autofahrer mehr bezahlen müssen.»

Verfolgen Sie am Sonntag die Abstimmungen live auf 20minuten.ch.

Politologe Thomas Milic von der Universität Zürich analysiert die Resultate laufend.

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