Schlägerei in Rümikon AG : «Es ist im ganzen Dorf bekannt, dass es in diesem Haus oft Stress gibt»
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Schlägerei in Rümikon AG«Es ist im ganzen Dorf bekannt, dass es in diesem Haus oft Stress gibt»

Nach einer Schlägerei in Rümikon mussten fünf Personen mit teilweise schweren Verletzungen ins Spital gebracht werden. Laut einer Anwohnerin komme es in der Liegenschaft oft zu Auseinandersetzungen.

von
Monira Djurdjevic

Darum gehts

  • In Rümikon ist es am Dienstag zu einem Polizeieinsatz wegen einer Schlägerei gekommen.

  • Fünf Personen wurden dabei verletzt und mussten ins Spital gebracht werden.

  • Der Gemeindeammann bedauert den Vorfall, ist aber nicht überrascht.

Eine Schlägerei in Rümikon AG endete am Dienstagabend mit fünf teilweise schwerverletzten Personen. Die 21- bis 35-jährigen Rumänen dürften mit Messer und Flaschen aufeinander losgegangen sein. Laut der Kantonspolizei Aargau war vor Ort ein Bild der Verwüstung anzutreffen. Drei Personen wurden festgenommen.

Am Mittwoch sind immer noch Blutspuren im Gang der Liegenschaft sichtbar. Viele Anwohner sind verunsichert. Einige trauen sich nicht mal, die Wohnungstüre aufzumachen. Dass es im Haus zu Auseinandersetzungen komme, sei nichts Neues, sagt eine Anwohnerin. «Es ist im ganzen Dorf bekannt, dass es in diesem Haus oft Stress gibt.» Dass es am Dienstagabend nun zu dieser wüsten Auseinandersetzung kam, mache ihr Angst. Sie sei es auch gewesen, die den Notruf und die Polizei informierte. «Ich habe plötzlich im Gang etwas gehört. Als ich nachschaute, sah ich einen der Verletzten.»

«Es gibt regelmässig neue Mieter»

Sie habe sich in der Vergangenheit schon mehrfach beim Vermieter beschwert, erzählt die Frau weiter. «Vor Jahren wurden sogenannte Studios und möblierte Zimmer eingerichtet. Seitdem gibt es regelmässig neue Mieter.» Meistens handle es sich dabei um Personen, die in die Schweiz zum Arbeiten kommen. Ein Freund der verletzten Männer sagt, dass es seinen Kollegen den Umständen entsprechend gut gehe. Wie es zur Schlägerei kam, sei bisher nicht restlos geklärt. «Anscheinend entbrannte aus einer Nichtigkeit ein Streit.»

«Eine Eskalation war zu erwarten»

Gemeindeammann Urs Habegger bedauert den Vorfall, überrascht ist er nicht: «Eine Eskalation war zu erwarten. Das war nur eine Frage der Zeit.» Denn bereits in der Vergangenheit sei die Regionalpolizei dort regelmässig vor Ort gewesen.

Wie er sagt, leben in dem Haus vorwiegend Gastarbeiter. «Sie kommen unter anderem aus Polen, Rumänien, Russland oder Deutschland.» Dass es bei so vielen unterschiedlichen Nationalitäten zu Spannungen komme, sei deshalb nicht verwunderlich. «Unter den Bewohnern gehen auch nicht alle einer Arbeit nach und sind daher oft Zuhause.»

«Wir stehen mit Besitzer im Kontakt»

Die Liegenschaft habe in den letzten Jahren mehrfach den Eigentümer gewechselt, sagt Habegger. «Wir stehen mit dem jeweiligen Besitzer aber immer in Kontakt und versuchen, falls Probleme auftauchen, eine Lösung zu finden.» Der Eigentümer der Liegenschaft wollte sich auf Anfrage von 20 Minuten weder zum Vorfall noch zu den Vorwürfen äussern.

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