U-20-Weltmeisterschaft: «Es ist jammerschade»

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U-20-Weltmeisterschaft«Es ist jammerschade»

An der U-20-WM in Vancouver verpasst die Schweiz gegen Russland eine Medaille und muss sich mit dem 4. Platz begnügen.

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Das 4:2 für die Russen - die Vorentscheidung. Video: SRF.

Die Schweizer Junioren verpassen an der U-20-Weltmeisterschaft eine Medaille. Das Team von Trainer Christian Wohlwend verliert in Vancouver den «kleinen» Final gegen Russland 2:5.

Wohlwend hatte im Vorfeld der Partie gesagt, dass seine Mannschaft über sich hinauswachsen müsse, um eine Chance zu haben. Das war nicht der Fall. Zwar zeigten die Schweizer eine starke Leistung, sie machten aber den einen oder anderen Fehler zu viel, was die Russen eiskalt ausnutzten.

Das 0:2 von Nikita Schaschkow (14.) fiel zwei Sekunden nach Ablauf einer Strafe gegen die Osteuropäer nach einem Konter, der nicht hätte passieren dürfen. Beim 1:3 von Klim Kostin (33.) standen die Schweizer ebenfalls zu wenig kompakt, kamen die Russen zu einfach zu einer Überzahlsituation. Und auch das 2:4 (47.) des dreifachen Torschützen Kirill Slepez, der den Schweizern davonfuhr, war ärgerlich. Es war der erste Torschuss der Russen im letzten Drittel. Das 2:5, ein Schuss ins leere Gehäuse, kassierte die Wohlwend-Equipe im Powerplay.

Startschwierigkeiten – schon wieder

Wie bereits beim 1:6 im Halbfinal gegen Finnland hatten die Schweizer Startschwierigkeiten bekundet. Die Folge war ein frühes 0:1 durch Slepez (5.), der Goalie Luca Hollenstein dank einer cleveren Bewegung zwischen den Schonern erwischte. Bis zum ersten Torschuss der Schweizer dauerte es mehr als acht Minuten. Der Anschlusstreffer von Valentin Nussbaumer zum 1:2 (25.) machte dann aber Energie frei. Von da an war der Aussenseiter spielbestimmend. Das Schussverhältnis in den letzten 40 Minuten lautete 30:12 zu Gunsten der Schweizer, was einiges aussagt.

Allerdings konnte einzig Yannick Brüschweiler, der den Puck mit einer Direktabnahme in der Luft zum 2:3 (36.) ins Tor beförderte, den starken russischen Keeper Pjotr Kotschetkow noch bezwingen. Im letzten Abschnitt brachten die Schweizer trotz acht Minuten Powerplay kein Tor zu Stande.

Offside, Stockwurf, Pfostenschuss

Allerdings hatten sie auch Pech. Das 0:1 hätte nicht zählen dürfen, da der Russe Alexander Romanow klar im Offside stand. Die Schweizer verpassten es aber eine «Coaches Challenge» zu nehmen, was an Kommunikationsproblemen gelegen haben soll. Ausserdem übersahen die Schiedsrichter beim Stand von 2:3 einen Stockwurf der Osteuropäer in deren Defensivzone, was gemäss Reglement einen Penalty zur Folge gehabt hätte.

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Keine Medaille für die Schweizer: Die Paraden von Goalie Luca Hollenstein konnten die Niederlage der Schweizer nicht abwenden. (5. Januar 2018)

Keine Medaille für die Schweizer: Die Paraden von Goalie Luca Hollenstein konnten die Niederlage der Schweizer nicht abwenden. (5. Januar 2018)

Keystone/Darryl Dyck
Die Schweizer machen Fehler, die von den Russen eiskalt ausgenutzt werden.

Die Schweizer machen Fehler, die von den Russen eiskalt ausgenutzt werden.

Keystone/Minas Panagiotakix
Yannick Bruschweiler (links)  bejubelt zusammen mit Tim Berni einen der beiden Schweizer Treffer.

Yannick Bruschweiler (links) bejubelt zusammen mit Tim Berni einen der beiden Schweizer Treffer.

Keystone/Darryl Dyck

Dem nicht genug war Philipp Kuraschew in der 34. Minute am Pfosten gescheitert. Deshalb mussten sich die Schweizer zum dritten Mal nach 2002 und 2010 an diesem Anlass mit dem 4. Platz begnügen. Die bislang einzige Medaille an einer U20-WM hatten sie 1998 geholt, als sie Bronze gewannen.

Trainer Wohlwend, der in Kanada dank seiner ehrlichen Art Kultstatus geniesst, ärgerte sich nach dem Spiel über den abermals verpatzten Start. «Das erste Drittel war schrecklich», sagte der 42-Jährige. «Ich und der ganze Trainerstab konnten das nicht verstehen. Wir hatten eine so grosse Chance und schliefen. Wir spielten ängstlich und langsam. Ich musste in der Garderobe laut werden und dann hat es funktioniert. Es ist jammerschade.»

Gold für Finnland

Den Titel holte sich Schweiz-Bezwinger Finnland in einem ausgeglichenen Final gegen die USA dank eines 3:2. Der 17-jährige Kaapo Kakko entschied den Final im BC Place kurz vor Schluss zugunsten der Finnen.

Der Stürmer von TPS Turku, der als einer der Top-Picks für den kommenden NHL-Draft gilt, verwertete 86 Sekunden vor Ende der Partie einen Abpraller zum Siegtreffer. Die USA hatten zuvor einen 0:2-Rückstand wettgemacht. Für die Finnen war es der dritte Titel in den letzten fünf Jahren und der fünfte insgesamt an einer U-20-Weltmeisterschaft.

Telegramm:Russland - Schweiz 5:2 (2:0, 1:2, 2:0) Vancouver. - 12'025 Zuschauer. - SR Alarie/Björk (CAN/SWE), Hynek/Oliver (CZE/USA). - Tore: 5. Slepez (Iwan Morossow, Ilja Morossow) 1:0. 14. Schaschkow (Podkolsin) 2:0. 25. Nussbaumer (Le Coultre, Sigrist) 2:1. 33. Kostin (Denisenko, Romanow) 3:1. 36. Brüschweiler (Sigrist, Gross) 3:2. 47. Slepez 4:2. 58. Slepez (Galimow, Kotschetkow/Ausschluss Kostin!) 5:2 (ohne Goalie). - Strafen: 7mal 2 Minuten gegen Russland, 3mal 2 Minuten gegen die Schweiz Schweiz: Hollenstein; Gross, Le Coultre; Aebischer, Berni; Burger, Moser; Barandun; Lehmann, Tanner, Leuenberger; Brüschweiler, Sigrist, Nussbaumer; Müller, Kuraschew, Eggenberger; Wyss, Sandro Schmid, Verboon; Gerber. Bemerkungen: Schweiz ohne Geisser (verletzt), Zaetta (überzähliger Goalie) und Akira Schmid (Ersatztorhüter).

(chk/sda)

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