Neuer Feuerteufel?: «Es ist langsam unheimlich» – Bewohner werden wieder Brand-Opfer

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Neuer Feuerteufel?«Es ist langsam unheimlich» – Bewohner werden wieder Brand-Opfer

Am Samstagabend brannte es in Ziefen BL im Keller eines Hauses. Auf dem Grundstück kam es bereits zu mehreren Bränden. Nun ermitteln Spezialisten.

von
Gandalf Weidemann
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Mit einem Grossaufgebot der Polizei, Feuerwehr, Sanität, der Basellandschaftlichen Gebäudeversicherung und der Rega rückten die Einsatzkräfte zum Brand im Mehrfamilienhaus. 

Mit einem Grossaufgebot der Polizei, Feuerwehr, Sanität, der Basellandschaftlichen Gebäudeversicherung und der Rega rückten die Einsatzkräfte zum Brand im Mehrfamilienhaus. 

Polizei BL
Nach dem Brand der Scheune im Januar 2021 konnte Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden.

Nach dem Brand der Scheune im Januar 2021 konnte Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden.

Polizei BL
Die Feuerwehr konnte die Scheune damals nicht mehr retten, das angrenzende Wohnhaus blieb monatelang unbewohnbar.

Die Feuerwehr konnte die Scheune damals nicht mehr retten, das angrenzende Wohnhaus blieb monatelang unbewohnbar.

Polizei BL

Darum gehts 

  • Im Keller eines Wohnhauses in Ziefen BL brannte es am Samstagabend.

  • Auf dem Grundstück des Hauses brannte es bereits mehrere Male: darunter eine Scheune und ein Gartenhaus.

  • Die Brandursache wird zurzeit durch Spezialisten der Polizei Basel-Landschaft abgeklärt.

Am Samstagabend wurden die Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinde Ziefen BL gegen 19.23 Uhr wieder an das vergangene Jahr erinnert. Die Feuerwehr musste bereits zum vierten Mal an den gleichen Brandort ausrücken. «Es ist langsam ein bisschen unheimlich. Die Leute reden darüber, sagen, jetzt hat es schon wieder gebrannt. Und ja, wir gehen von Brandstiftung aus», sagt eine Nachbarin gegenüber 20 Minuten. 

Ein Mehrfamilienhaus an der Hauptstrasse wurde bereits zum wiederholten Male Opfer eines Brandes. Besonders hart trifft es die Bewohnerinnen und Bewohner, die ihr Zuhause schon einmal wegen des Feuers verloren haben und verlassen mussten. Während im Winter 2021 jedoch die Brandherde stets auf dem Grundstück des Hauses ausgemacht werden konnten, wird der Brandherd aktuell im Innern des Wohnhauses vermutet: im Keller.

Als die Einsatzkräfte gegen 19.30 Uhr vor Ort eintrafen, drang zunächst Rauch aus den Wohnungen und dem Dachstock, so die Meldung der Polizei Basel-Landschaft. Die Bewohnenden retteten sich auf ihre Balkone und wurden dort von den Rauchschwaden eingeschlossen. Die Feuerwehr musste die Personen retten, alle blieben unverletzt. Nach wie vor ist jedoch unklar, wie das Feuer entfacht wurde. «Die Forensik konnte weder feststellen, ob es sich hierbei um Brandstiftung noch um eine Fortsetzung der Brandserie aus dem Jahr 2021 handelt», so die Sprecherin der Baselbieter Polizei, Barbara Richard.

Brandserie: Scheune, Holztor, Gartenhaus, Auto, Keller 

Am 16. Januar 2021 brannte die Scheune des gleichen Mehrfamilienhauses komplett nieder. Der Brand war zudem auf das Haus übergegangen, konnte jedoch durch die Feuerwehr ohne Personenschaden vorzeitig gelöscht werden. Die Bewohner kehrten im November 2021 in das reparierte Haus zurück, nur um Zeugen des nächsten Brandes zu werden: Am 13. November 2021 wurde ein Holztor in unmittelbarer Nähe zur ehemaligen Scheune durch neue  Flammen zerstört. Als wäre dies nicht genug, verging kein Monat, bis ein Gartenhäuschen auf dem gleichen Grundstück restlos verbrannte. 7. Januar 2022: Auf einem Parkplatz auf der anderen Seite der Hauptstrasse brannte es erneut. Die Polizei ermittelte damals wegen mehrerer Brandfälle  – Brandstiftung nicht ausgeschlossen.

«Sechs Monate war Ruhe und jetzt das»

Auf Anfrage von 20 Minuten meint die Gemeindepräsidentin Cornelia Rudin, dass sie es verrückt finde, dass es immer wieder die gleiche Liegenschaft treffe. «Der Einsatz hat genau gleich ausgesehen. Es gab ein riesiges Aufgebot an Rettungskräften am gleichen Brandort. Der einzige Unterschied ist der, dass der Brand dieses Mal im Sommer stattgefunden hat und nicht im Winter. Aber zum Glück ist niemand verletzt worden», so Rudin. «Es erinnert mich an das letzte Jahr. Sechs Monate war Ruhe und jetzt das.»

Ihrer Schilderung nach sei während des Einsatzes im Wohnhaus viel Rauch entstanden, wodurch man zuerst nicht erkennen konnte, ob sich möglicherweise noch Personen im Haus aufgehalten hätten. Zum Glück sei dies nicht der Fall gewesen, so die Gemeindepräsidentin. 

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