Thomas Häberli offiziell vorgestellt: «Es ist mir eine Ehre, das Team von Estland trainieren zu dürfen»
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Thomas Häberli offiziell vorgestellt«Es ist mir eine Ehre, das Team von Estland trainieren zu dürfen»

Von Luzern nach Tallinn. Vor einem Jahr musste Thomas Häberli (46) beim FCL seinen Spind räumen. Jetzt heisst es wieder Koffer packen. Die YB-Legende trainiert neu die Nationalmannschaft von Estland. Dort will er nun auch mit seiner Familie hinziehen.

von
Lucas Werder
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Thomas Häberli  wird Nati-Trainer von Estland.

Thomas Häberli wird Nati-Trainer von Estland.

Jana Pipar/jalgpall.ee
Sein Vertrag im Baltikum läuft bis Ende 2022.

Sein Vertrag im Baltikum läuft bis Ende 2022.

Jana Pipar/jalgpall.ee
Rückblick: Im Februar 2019 übernimmt der 46-Jährige den FC Luzern.

Rückblick: Im Februar 2019 übernimmt der 46-Jährige den FC Luzern.

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Darum gehts

  • Ex-FCL-Trainer Thomas Häberli übernimmt die Natitionalmannschaft von Estland.

  • Im Juni will der 46-Jährige mit seiner Familie nach Tallinn ziehen.

  • Immer wieder übernehmen Schweizer Trainer eine ausländische Nationalmannschaft.

Seit 16 Spielen ist die Nationalmannschaft von Estland ohne Sieg. Jetzt soll Ex-Luzern-Trainer Thomas Häberli (46) die Balten zurück in die Erfolgsspur bringen. Am Dienstagmorgen wurde der ehemalige YB-Stürmer (248 Super-League-Spiele) in Tallinn vorgestellt. «Es ist mir eine Ehre, diese Mannschaft trainieren zu dürfen», sagt Häberli an der Medienkonferenz. In Zukunft will der langjährige YB-Publikumsliebling alles auf die Karte Estland setzen. Im Juni ist ein Umzug mit der gesamten Familie geplant.

Erstes Spiel in der WM-Quali

«Ich möchte möglichst nahe an der Liga und meinen Spielern sein», sagt der vor rund einem Jahr beim FC Luzern entlassene Häberli. Kontakt mit dem estnischen Verband habe es schon länger gegeben, verrät er. «Dass es jetzt geklappt hat, macht mich einfach nur glücklich», so Häberli.

Sein Debüt als Trainer wird Häberli Ende März feiern – und will ein 17. Spiel ohne Sieg in Folge verhindern. Zum Auftakt in die Quali zur WM 2022 in Katar trifft Estland zu Hause auf Tschechien. Estland, das in der Fifa-Weltrangliste gegenwärtig an 109. Position geführt wird und rund 1,3 Millionen Einwohner hat, hat sich noch nie für ein grosses Turnier qualifizieren können. 2012 war Estland knapp davor, die EM-Quali zu schaffen. In der Barrage unterlagen sie jedoch dem Nationalteam Irlands.

Wertvollster Spieler kickt in Saudi-Arabien

Der wertvollste Spieler von Häberlis neuem Team ist Karol Mets, der gemäss «Transfermarkt.de» einen Marktwert von 900’000 Euro hat und seit Oktober für Al-Ettifaq in Saudi-Arabien spielt. Das grösste Talent in der estnischen Nationalmannschaft ist der junge Karl Hein. Der 18-Jährige ist Torhüter der U23-Mannschaft von Arsenal und durfte bei einem Euro-League-Spiel der Profis im Oktober auch schon das erste Mal auf der Bank sitzen. Seit September ist er auch der Stammtorhüter der Estländer.

Mit der Schweizer Nati hatte Estland derweil schon vier Mal zu tun. In der WM-Qualifikation 1992/93 sowie in der EM-Qualifikation 2014/15. Bilanz: 4 Siege für die Schweiz, 14:0 Tore.

Schweizer als Nati-Trainer im Ausland

Immer wieder wurden in jüngster Vergangenheit Schweizer Trainer von ausländischen Verbänden verpflichtet. So coacht der ehemalige FCZ-Trainer Bernard Challandes (69) seit 2018 die Auswahl des Kosovos – mit Erfolg. Um ein Haar hätte der Romand den Aussenseiter an die EM 2021 geführt.

Noch besser lief es zeitweise für Marcel Koller (60). Zwischen 2011 und 2017 trainierte der Zürcher unsere Nachbarn Österreich. Unter ihm qualifizierte sich die Alpenrepublik 2016 erstmals auf sportlichem Weg für eine EM.

Der Zuger Fritz Schmid (61) amtete während den glorreichen Basler Zeiten als Co-Trainer von Christian Gross (2002 – 2009). 2018 übernahm er kurzzeitig die neuseeländische Nationalmannschaft. Nach vier Spielen war schon wieder Schluss. Auch in Liechtenstein sind Schweizer Trainer gern gesehen. Mit Hans-Peter «Bidu» Zaugg war zwischen 2007 und 2012 letztmals ein Schweizer im «Ländle» tätig. Eher unbekannt: Der Waadtländer Raoul Savoy (47) ist seit 2014 in Afrika als Nati-Trainer unterwegs. Zuletzt trainierte er die Zentralafrikanische Republik.

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Bernard Challandes (69) scheiterte mit dem Kosovo erst im Playoff-Halbfinal der EM-Quali.

Bernard Challandes (69) scheiterte mit dem Kosovo erst im Playoff-Halbfinal der EM-Quali.

Marc Schumacher/freshfocus
Vor seiner Zeit beim FC Basel trainierte Marcel Koller (60)  die Nati von Österreich.

Vor seiner Zeit beim FC Basel trainierte Marcel Koller (60) die Nati von Österreich.

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Als bislang letzter Schweizer stand «Bidu» Zaugg an der Seitenlinie der Nationalmannschaft von Lichtenstein.

Als bislang letzter Schweizer stand «Bidu» Zaugg an der Seitenlinie der Nationalmannschaft von Lichtenstein.

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