Peking: «Es ist nichts mehr da» – Gerüchte um Covid-Lockdown führen zu Panikkäufen
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Peking«Es ist nichts mehr da» – Gerüchte um Covid-Lockdown führen zu Panikkäufen

In Peking wächst die Befürchtung, dass die Behörden einen harten Lockdown wie in Shanghai anordnen werden. Es kommt zu einem Ansturm auf die Supermärkte.

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Die Bewohnerinnen und Bewohner von Peking decken sich mit Lebensmitteln ein.

Die Bewohnerinnen und Bewohner von Peking decken sich mit Lebensmitteln ein.

IMAGO/Kyodo News
Vor den Supermärkten kommt es zu langen Schlangen.

Vor den Supermärkten kommt es zu langen Schlangen.

IMAGO/Kyodo News
In Chinas Hauptstadt wächst die Befürchtung, die Behörden könnten einen harten Lockdown anordnen.

In Chinas Hauptstadt wächst die Befürchtung, die Behörden könnten einen harten Lockdown anordnen.

Getty Images/iStockphoto

Darum gehts

  • In Peking ist es zu einem Ansturm auf die Supermärkte gekommen.

  • Wegen Lockdown-Gerüchten stocken die Menschen ihre Lebensmittelvorräte auf.

  • Die Bewohnerinnen und Bewohner befürchten, dass in Peking nun ebenso drakonische Massnahmen verhängt werden wie in Shanghai.

Gerüchte über einen Corona-Lockdown in Peking haben in der chinesischen Hauptstadt einen Ansturm auf Supermärkte ausgelöst. In zahlreichen Geschäften bildeten sich am Donnerstag lange Warteschlangen, Kundinnen und Kunden trugen Einkaufskörbe voller Gemüse, andere Säcke mit Reis. Die Behörden kündigten zwar keinen Lockdown an, bestätigten aber den Start von drei weiteren Runden von Massentests für Bewohnerinnen und Bewohner von zwölf Bezirken. Zudem «empfahlen» sie den Menschen, zu Hause zu bleiben.

Behördenvertreter erklärten bei ihrer täglichen Pressekonferenz, es bestehe kein Anlass für Panikkäufe. Die Bevölkerung solle Ruhe bewahren. «Der sogenannte Lockdown und die ‹Ruhephase› sind Gerüchte», sagte der Behördenvertreter Xu Hejian. 

Hunderte Wohnkomplexe sind abgeriegelt worden

Die Millionenmetropole hat in den vergangenen Wochen versucht, eine Corona-Welle einzudämmen, indem sie U-Bahnhöfe schloss und die Menschen zur Arbeit im Homeoffice aufrief. Hunderte Wohnkomplexe wurden abgeriegelt, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. 

Der 41-jährige Sui Xin sagte der Nachrichtenagentur AFP in einem Supermarkt im Zentrum von Peking, er habe in Online-Netzwerken gelesen, dass die Pekinger Behörden einen Lockdown verhängen könnten. «Jeder stockt seine Vorräte auf», sagte er beim Einkauf von Eiern und Instantnudeln. «Ich bin versorgt, falls ich für drei oder sieben Tage zuhause bleiben muss», sagte er. Ein Kunde mit dem Namen Huang sagte in einem weiteren Supermarkt, er habe nur noch Hähnchenflügel und Nudeln bekommen, «sonst ist nichts mehr da». Am Donnerstag meldete die nationale Gesundheitskommission für Peking 47 Corona-Fälle innerhalb von 24 Stunden, elf davon ohne Symptome. 

Wut der Menschen in Shanghai wächst

Chinas Führung beharrt auf ihrer lange Zeit so erfolgreichen «Null-Covid-Strategie». Die Bewohnerinnen und Bewohner befürchten, dass in Peking nun ebenso drakonische Massnahmen verhängt werden könnten wie in der 25-Millionen-Stadt Shanghai, wo die meisten Menschen wochenlang zu Hause festsassen, obwohl zunächst nur von einem kurzen Lockdown die Rede war. Mittlerweile ist die grösste Stadt Chinas seit fast sieben Wochen im Lockdown. Lockerungen werden stillschweigend wieder zurückgenommen. Immer häufiger führt das zu Chaos – und zu öffentlichen Wutausbrüchen verzweifelter Menschen.  

Ein am Wochenende rasend schnell geteiltes Video zeigt einen heftigen Streit zwischen Beamten in Schutzanzügen und einer Familie, die nicht einsehen will, dass sie in Quarantäne muss, weil es einen Covid-Fall auf demselben Stockwerk gibt. «Sie können hier nicht einfach tun, was Sie wollen, sonst müssen Sie nach Amerika. Wir sind hier in China», sagt einer der Anzug-Träger. Dann fügt er entnervt hinzu: «Fragen Sie nicht länger nach dem Warum. Es gibt kein Warum. Das sind die Regeln.»  

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel.  058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.chRatgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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(AFP/job)

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