Neue Bestmarke in der NBA - «Es ist niemand in Sicht, der diesen Rekord jemals brechen kann»
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Neue Bestmarke in der NBA«Es ist niemand in Sicht, der diesen Rekord jemals brechen kann»

Basketball-Superstar Steph Curry (33) hat mit 2977 verwandelten Würfen von hinter der Drei-Punkte-Linie die bisherige Bestmarke verbessert. Damit überholte der Star der Golden State Warriors Ray Allen.

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Steph Curry nach dem Rekordwurf gegen die New York Knicks.

Steph Curry nach dem Rekordwurf gegen die New York Knicks.

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Niemand in der NBA-Geschichte hat so oft von ausserhalb der Drei-Punkte-Linie getroffen. 

Niemand in der NBA-Geschichte hat so oft von ausserhalb der Drei-Punkte-Linie getroffen.

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Curry gilt trotz seiner Grosserfolge als bescheiden.

Curry gilt trotz seiner Grosserfolge als bescheiden.

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Darum gehts

Als ihm der NBA-Rekord ganz allein gehörte, riss Steph Curry die Arme nach oben und klopfte sich auf die Brust. Sekunden später nahmen die Golden State Warriors eine Auszeit, um den historischen Moment ihres wichtigsten Spielers zu zelebrieren – und auch der erste TV-Werbespot während der Spielunterbrechung widmete sich allein dem Erfolg des 33-jährigen Basketball-Superstars. Der Dreier zum 12:10 am Dienstagabend (Ortszeit) war Nummer 2974 in der Karriere des so beliebten Aufbauspielers. «Diese Zahl bedeutet mir viel», sagte Curry dem TV-Sender TNT. «Ich habe sie sogar auf meinen Schuhen.» Niemand in der NBA-Geschichte hat so oft von ausserhalb der Drei-Punkte-Linie getroffen wie er – und derzeit läuft die 75. Saison der stärksten Basketballliga der Welt.

Am Ende des 105:96-Erfolgs seiner Golden State Warriors gegen die New York Knicks hatte Curry den Bestwert auf 2977 ausgebaut und liess sich mit den früheren Rekordhaltern Ray Allen und Reggie Miller fotografieren. «Das hier im Madison Square Garden zu schaffen, ist etwas Besonderes. Ich kann gar nicht sagen, wie geehrt ich bin wegen der Reaktion hier auswärts auf diesem Meilenstein», sagte Curry. «Es ist ein sehr, sehr besonderer Abend.»

Die Menschen in der legendären Halle in Manhattan, obwohl mehrheitlich Fans der Knicks, feierten Curry, als wäre er einer der ihren. Damit zollten sie ihm den verdienten Respekt für eine schon jetzt beispiellose Karriere. Was Michael Jordan an Pionierarbeit für den Dunk und Dirk Nowitzki für den einbeinigen Fadeaway geleistet haben, hat der dreimalige NBA-Champion und zweimal zum wertvollsten Spieler der Saison gewählte Profi für den Dreier getan. In Currys erster NBA-Saison 2009/2010 gab es in einer NBA-Partie im Schnitt 18,1 Dreier-Versuche – in dieser Saison liegt dieser Wert je Team bei 35,4. «Er hat die Art, wie das Spiel gespielt wird, revolutioniert», sagte NBA-Boss Adam Silver.

Mit 1,88 Metern bei den kleineren Spielern

Der bisherige Rekordhalter Allen, der Curry noch während der Auszeit mit einer Umarmung auf dem Spielfeld gratulierte, hatte Miller vor zehn Jahren abgelöst und brauchte für seine Ausbeute am Ende 1300 Spiele. Curry rückte nun schon nach 789 NBA-Partien an die Spitze der Bestenliste. «Ich bin gespannt, wo der Rekord steht, wenn er mal bei 1300 Spielen angekommen ist. Er hat noch vier, fünf, sechs Jahre vor sich. Dieser Rekord wird nie gebrochen werden», prognostizierte TV-Experte und NBA-Ikone Shaquille O’Neal. Schon tags zuvor hatte Dirk Nowitzki gesagt: «Ich glaube nicht, dass irgendjemand in Sicht ist, der seinen Rekord brechen kann.»

LeBron James, Chris Paul, Magic Johnson – aktuelle und ehemalige NBA-Stars posteten Gratulationen in den sozialen Netzwerken und freuten sich über den Meilenstein eines Mannes, der so beliebt ist wie kaum ein anderer Sportler seiner Klasse. Neben seiner bescheidenen Art und der Fähigkeit, sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen, liegt das auch daran, dass Currys Körper ihm keinen aussergewöhnlichen Vorteil verschafft. Nicht jeder kann dunken, da kommt es vor allem auf Körpergrösse und Sprungkraft an. Passen und Werfen aber – das kann in der Theorie jeder lernen.

In einer Sportart, wo sich etliche Stars deutlich oberhalb der Zwei-Meter-Grenze bewegen, ist Curry mit seinen 1,88 Metern so unauffällig, dass die meisten Universitäten dem Sohn eines ehemaligen NBA-Profis nicht mal ein Stipendium anbieten wollten. Nach der High School bekam das unscheinbare Jungtalent bloss ein einziges Angebot aus der höchsten Kategorie: vom Davidson College aus North Carolina. Dessen Trainer Bob McKillop nahm Curry damals unter seine Fittiche – und weilte 15 Jahre später unter den Zuschauern und Zuschauerinnen im Madison Square Garden, als dieser Basketball-Geschichte schrieb.

(DPA/trx)

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