Schweizer frei: «Es ist schön, wieder duschen zu können»
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Schweizer frei«Es ist schön, wieder duschen zu können»

Der Schweizer Heinz Peier flog am Donnerstag mit seinem Propellerflugzeug in den indonesischen Luftraum – und wurde zur Landung gezwungen. Jetzt darf er weiterfliegen.

von
num

Der 65-jährige Heinz Peier, ein früherer Swiss-Pilot, reist mit seinem selbstgebauten Propellerflugzeug um die Welt. Von Sri Lanka aus machte er sich am Donnerstag auf den Weg nach Kuala Lumpur in Malaysia.

Doch dabei drang er in indonesischen Luftraum ein. Die Luftwaffe schickte F-16-Kampfjets los, die den Rentner zur Landung auf einem Militärstützpunkt zwangen. Dort angekommen, bot sich Peier ein einschüchterndes Bild: Dutzende Soldaten richteten ihre Gewehre auf ihn.

Peier wurde abgeführt, das Flugzeug durchsucht. Doch nun fand der Zwischenfall ein glimpfliches Ende. Der Schweizer kam am Sonntag frei. Offenbar hatte er sich um die nötigen Papiere gekümmert, um sich im indonesischen Luftraum bewegen zu können – aber die Bestätigung nicht abgewartet.

Umgerechnet 4600 Franken Busse

Der Kommandant des Stützpunktes, Yani Prasetyo, sagte, der Pilot sei abgehoben, bevor die Lizenz ausgestellt worden sei. Nun habe er aber grünes Licht zum Weiterflug erhalten, «alles wurde geklärt».

Peier musste laut der «Jakarta Post» aber eine Busse von 60 Millionen indonesischen Rupien (rund 4600 Schweizer Franken) bezahlen. Er liess noch sein Flugzeug volltanken und hob in Richtung Singapur ab.

«Schön, wieder duschen zu können»

Der Ex-Pilot Peier bereist schon seit Februar 2012 mit seinem Kleinflugzeug die Welt. Er startete seine Reise in Belize und besuchte seither rund 30 Länder. Am Sonntag flog er von Indonesien weiter nach Singapur.

Dort sei er bei seiner Landung von einer netten Dame begrüsst worden, schreibt er im neusten Eintrag auf seinem Reiseblog. Und mit Galgenhumor fügt er an: «Ziemlicher Unterschied zu meiner letzten Landung in Indonesien.» Er beziehe nun ein Hotel in Singapur.

Zum Zwischenfall in Indonesien äusserte sich Peier nur knapp: «Es ist schön, wieder duschen zu können und ein Bett zu haben. Diesen Luxus habe ich die letzten drei Tage vermisst.»

Die Indonesier seien sehr höfliche und freundliche Leute. «Aber sie sind hoffnungslos gefangen in einem ineffizienten Land, das sie mittels immenser Vorschriften in einem Bürokratie-Apparat erdrückt.»

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