Olympia 2022: Alexia Paganini äussert sich zum Fall Kamila Walijewa
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Eiskunstläuferin Alexia Paganini «Es ist schon ein grosser Skandal, aber ich versuche mich abzuschirmen»

Der Fall Walijewa erschüttert die Sportwelt. Nach einem Cas-Urteil darf die 15-jährige Russin bei den Winterspielen weitermachen – trotz positiver Dopingprobe. Die Schweizerin Alexia Paganini will sich derweil auf ihren Wettkampf konzentrieren.

von
Nils Hänggi
(aus Peking)
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Alexia Paganini will sich nicht gross äussern. Sie sagt lediglich: «Ja, ich höre davon sehr viel.»

Alexia Paganini will sich nicht gross äussern. Sie sagt lediglich: «Ja, ich höre davon sehr viel.»

AFP
Die Entscheidung im Doping-Fall der russischen Eiskunstläuferin Kamila Walijewa fiel am Montag. 

Die Entscheidung im Doping-Fall der russischen Eiskunstläuferin Kamila Walijewa fiel am Montag. 

REUTERS
Im Dezember gab es einen positiven Doping-Test. 

Im Dezember gab es einen positiven Doping-Test. 

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Darum gehts

Die Meldung löste ein mittleres Erdbeben aus. So darf die russische Gold-Favoritin Kamila Walijewa trotz eines früheren Dopingvergehens im Eiskunstlauf-Einzel bei den Winterspielen in Peking starten. Im Eilverfahren lehnte der Internationale Sportgerichtshof Cas am Montag die Einsprüche gegen die Aufhebung einer vorläufigen Sperre der 15-Jährigen ab.

So darf Walijewa nun um Medaillen kämpfen. Am Dienstag findet im Eiskunstlauf im Einzel das Kurzprogramm der Frauen statt, am Donnerstag folgt dann die Kür. Mit dabei ist dann auch die Schweizerin Alexia Paganini. Die 20-Jährige zählt nicht zu den Favoritinnen auf eine Medaille – ganz im Gegenteil zu der jungen Russin.

Für die Schweizerin geht es vor allem darum, die Quali für die Kür zu schaffen. Das bestätigt sie. «Ich will eine gute Leistung zeigen und dann mal schauen», so Paganini. Die Eiskunstläuferin fühlt sich gut, sie fühlt sich wohl. Zum Fall Walijewa will sie sich nicht gross äussern. Sie sagt lediglich: «Ja, ich höre davon sehr viel. Es ist schon ein grosser Skandal, aber ich versuche mich abzuschirmen und nicht darüber nachzudenken.»

Dopingjäger mit schweren Vorwürfen gegen Russland

Mit grosser Enttäuschung hat das Olympische Komitee der USA auf die Starterlaubnis für die russische Eiskunstläuferin Kamila Walijewa im Damen-Einzel bei den Winterspielen reagiert. «Die Athleten haben das Recht zu wissen, dass sie unter fairen Bedingungen antreten. Leider ist dieses Recht heute versagt geblieben», sagte Geschäftsführerin Sarah Hirshland am Montag.

Und auch die Welt-Anti-Doping-Agentur ist stinksauer. Sie hat Russland schwere Fehler beim Umgang mit dem Dopingfall der 15 Jahre alten Eiskunstlauf-Europameisterin Kamila Walijewa vorgeworfen. Wie die Wada am Montag in Peking mitteilte, würde die Aufhebung der vorläufigen Suspendierung der im Dezember 2021 positiv getesteten Russin durch den Disziplinarausschuss der russischen Anti-Doping-Agentur (Rusada) «nicht mit den Bestimmungen des Wada-Codes übereinstimmen». Die Wada sei daher enttäuscht, dass die Ad-hoc-Abteilung des Internationalen Sportgerichtshofs Cas die Bestimmungen des Codes nicht angewendet habe. Sie würden «keine spezifischen Ausnahmen in Bezug auf obligatorische vorläufige Suspendierungen für «geschützte Personen», einschliesslich Minderjähriger, zulassen».

In Russland ist die weitere Olympia-Starterlaubnis für die unter Dopingverdacht stehende Eiskunstläuferin Kamila Walijewa derweil mit grosser Erleichterung aufgenommen worden. «Morgen feuert das ganze Land sie (Walijewa) und alle unsere wunderbaren Eiskunstläuferinnen an», schrieb das Russische Olympische Komitee (ROC) am Montag mit Blick auf den am Dienstag beginnenden Einzel-Wettkampf der Damen.

Schnellgericht in Peking

Walijewa war von der nationalen Anti-Doping-Agentur Rusada erst am 8. Februar vorläufig suspendiert worden, weil angeblich das Ergebnis der Probenuntersuchung erst so spät vom Stockholmer Labor übermittelt worden sei. Die Rusada nannte den 7. Februar als Datum für den Eingang des Befunds. Als Gründe der Verzögerung wurden die aktuelle Corona-Situation und erkranktes Laborpersonal genannt. In Walijewas Probe wurde das verbotene Herzmittel Trimetazidin nachgewiesen. 

Bereits am 9. Februar wurde Walijewas Berufung gegen die Sperre von der Disziplinarkommission der Rusada jedoch wieder aufgehoben. Deshalb schalteten IOC, Wada und Eislauf-Weltverband das Schnellgericht des Cas in Peking ein. Unter dem Vorsitz des Italieners Fabio Iudica gab es am Sonntag eine mehr als fünfstündige Anhörung der Verfahrensbeteiligten per Videoschalte.  

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