Aktualisiert 11.03.2013 10:42

Eyecam

«Es ist toll, ein Cyborg zu sein»

Halb Mensch, halb Maschine: In seine rechte Augenhöhle kann Rob Spence ein Kamera-Auge einsetzen. Wie sich das anfühlt und wie ein Date darauf reagierte, verrät der Kanadier im Video-Interview.

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dga/fhr

Als der 9 Jahre alte Rob Spence die Schrotflinte anlegte, dabei wie die Cowboys sein Auge nahe an den Lauf hielt und abdrückte, zertrümmerte er sein rechtes Auge und erblindete einseitig. Die Ärzte konnten das Sehorgan zwar äusserlich operieren – doch sein Zustand verschlechterte sich mit den Jahren.

Auf Anraten von Ärzten liess Spence im Jahr 2007 sein rechtes Auge gänzlich entfernen. Bei einem Bier kam dem Comicliebhaber, der «über 3000 Comicbücher» besitzt, wie er im obigen Videointerview sagt, die Idee, in seiner Augenhöhle ein künstliches Auge zu installieren, das mit einer winzigen Kamera ausgestattet ist und so aussieht wie bei den Helden in seinen Comics.

Mehr als nur eine Prothese

Mithilfe von Medizinern und Technikern liess der Dokumentarfilmer seine ursprüngliche Schnapsidee mit der Eyecam verwirklichen. Spence sieht mit ihr zwar nichts, da sie keine Bildinformationen an sein Hirn liefert. Doch mehr als eine herkömmliche Augenprothese kann sie allemal: Das Kunstauge ist mit einer winzigen Kamera ausgestattet, die Videosignale per Funk an einen Empfänger sendet. Dies ermöglicht es dem Kanadier, seine Sicht auf eine Leinwand oder im Internet live zu übertragen.

Der Filmemacher setze seine Eyecam lediglich zu Show- und Filmzwecken ein, wie er im Videointerview sagt. «Normalerweise trage ich nichts ausser der Augenbinde.» Der 35-Jährige arbeitet derzeit an einem Dokumentationsprojekt über Menschen mit Roboterprothesen. Darin will er unter anderem Aufnahmen verwenden, die er mit seinem Kamera-Auge aufgenommen hat. Spence selbst und seine Eyecam sollen dabei Teil des Films werden.

Film über Spences «Eyeborg-Project»:

(Quelle: YouTube/Ve3troGamesMedia)

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