Zürcher Liebesbeweis: «Es ist unglaublich geil!»
Aktualisiert

Zürcher Liebesbeweis«Es ist unglaublich geil!»

Jetzt spricht der «Wahnsinnige». Michel F., 25, System Operator am Zürcher Flughafen, ist der Autor des kilometerlangen Liebesbeweises. So etwas habe er noch nie im Leben gemacht, sagt er im Interview.

von
Joel Bedetti

Der Wahnsinnige und die Angebetene: Michel malte Nicole einen fast kilometerlangen Liebesbeweis (Video: Debby Galka)

Michel, du hast am Mittwochmorgen früh die Trottoirs von halb Zürich mit deinem Liebesbeweis bemalt. Wie lange hast du gebraucht?

Dreieinhalb bis vier Stunden – Pausen inklusive. Ich war aber nicht allein, meine Schwester hat mir geholfen.

Auf so eine Idee muss man erst mal kommen. Hat dich das Herz inspiriert, das ein Unbekannter am Montag an der Werdstrasse auf eine Ampel geklebt hat?

Nein. Die Idee ist mir in den letzten Tagen ganz spontan gekommen. Da mein Budget knapp war, musste ich kreativ sein. Das habe ich geschafft. Die Kreide hat nur acht Franken gekostet.

Deine Texte sind nicht von schlechten Eltern: «Ich liebe die Welt, denn du bist sie». Hast du deine Botschaften aus Liebesgedichten zusammengestellt?

Nein, ich habe den Text in den vier Tagen selbst geschrieben und dann stückweise der Spur entlang niedergeschrieben.

Was hast du bis jetzt für Reaktionen gekriegt?

Es ist unglaublich. Seitdem die Geschichte bei 20 Minuten Online aufgeschaltet ist, klingelt mein Handy ununterbrochen. Fast jeder, der uns kennt und die Geschichte gelesen hat, will mir gratulieren. Ich hätte diesen Rummel nie erwartet. Es ist unglaublich geil.

Hast du schon mal so etwas Verrücktes gemacht?

Nein. Ich habe mich auch noch nie so schnell und intensiv in eine Frau verliebt.

Kannst du deine Aktion noch toppen?

Das kann und werde ich auf jeden Fall!

«Heute genau vor einem Jahr wurde hier das Feuer in mir entfacht», hast du vor Nicoles Wohnung geschrieben. Was genau passierte damals?

Es war ein Sonntagabend, am Freitag zuvor hatten wir uns im Ausgang kennen gelernt. Wir gingen zusammen in die Bar Acapulco etwas trinken, dann begleitete ich sie nach Hause. Ich wollte aber noch nicht mit ihr aufs Zimmer, denn in diesem Moment schlug der Liebesblitz in mir ein, und das wollte ich nicht verderben. Als ich Nicole fragte, was sie wolle, drückte sie ihre Hand an mein Herz und sagte: «Das!»

Nun seid ihr ein Jahr zusammen. Glücklich, wie es scheint. Ist Heiraten angesagt?

Um unsere Liebe zu bezeugen, müssen wir nicht heiraten, das hat für uns keine grosse Bedeutung. Falls wir mal Kinder haben sollten, könnten wir uns das aber durchaus vorstellen.

Was würdest du dir dann einfallen lassen?

Da habe ich schon Ideen ... Aber jetzt ziehen wir nächsten Monat erst mal zusammen!

Der mit Liebesbotschaften verschönerte Zürcher Asphalt$$VIDEO$$

(Video: Mathieu Gilliand/20 Minuten Online)

Herzen haben Hochkonjunktur

Herzchen auf öffentlichem Grund scheinen in Zürich gerade Konjunktur zu haben: Am Montag Morgen überklebten Unbekannte an der Kreuzung Werdstrasse/Stauffacherstrasse ein Lichtsignal mit einem Herzmuster. Laut Polizei sind solche Kleber an Ampeln kein Einzelfall – sie zu entfernen kostet jährlich 100 000 Franken.

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