Ehepaar erlebte Bergsturz in Raron VS: «Es ist uns so richtig in die Knochen gefahren, wir haben nur noch gezittert»
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Ehepaar erlebte Bergsturz in Raron VS«Es ist uns so richtig in die Knochen gefahren, wir haben nur noch gezittert»

Theresia und Walter Schläpfer erlebten den Bergsturz in Raron VS aus nächster Nähe. Der Schreck sei beiden in die Knochen gefahren, sagen sie. Auch ihr Hund hat nur noch geschlottert.

von
Raphael Casablanca
Lucas Orellano

Darum gehts

  • Nach dem Bergsturz in Raron VS sitzt bei den Anwohnern der Schock tief.

  • «Der Schreck ist uns richtig in die Knochen gefahren», sagt Walter Schläpfer.

  • Viele Raroner dachten zuerst, es sei eine grosse Maschine, als sie den Lärm hörten.

Am Freitag stürzt in Raron VS der Berg ins Tal. Im Steinbruch Blasbiel haben die Arbeiter Glück, sie hatten fünf Minuten vor dem Sturz den Arbeitsplatz wegen des schlechten Wetters verlassen, wie ein Augenzeuge zu 20 Minuten sagte.

Theresia und Walter Schläpfer wohnen rund 500 Meter von der Stelle entfernt, wo sich der Bergsturz ereignete. «Wir haben auf einmal ein Poltern gehört», sagt Theresia Schläpfer. «Zuerst dachten wir, es sei ein Schneepflug. Danach haben wir aber vom Küchenfenster aus gesehen, dass ein Bergstück runterkommt. Es war ganz laut und ganz speziell.»

Walter Schläpfer ergänzt: «Uns ist das so richtig in die Knochen gefahren», sagt er. «Wir haben beide nur noch gezittert. Es war ein Geräusch, das man einfach nicht zuordnen konnte; es war so beängstigend, auch unser Hund hat nur noch geschlottert. Sie hat grad gemerkt, dass etwas nicht stimmt.»

Danach sei noch der Bietschbach überlaufen, wie Theresia Schläpfer anfügt. «Dann haben wir mit Schnee einen Wall gemacht, damit das Wasser nicht rein kann. Es haben alle einander geholfen, es war sehr solidarisch.» Schläpfer macht sich weiter Sorgen um den Fels: «Das sieht noch instabil aus. Ganz durch ist das vermutlich noch nicht.»

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Bergrutsch in Raron

Bergrutsch in Raron

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Der Bergsturz ist in der Region Steinbruch passiert. 

Der Bergsturz ist in der Region Steinbruch passiert.

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Der Bietschbach trennt das Wohngebiet vom Steinbruch. 

Der Bietschbach trennt das Wohngebiet vom Steinbruch.

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Die Behörden reagierten auf den Bergsturz und evakuierten mehrere Häuser. «Ich war mit meinen Kind in der Wohnung, als ich plötzlich ein lautes Donnern hörte», sagt eine Anwohnerin zu 20 Minuten. «Zuerst dachte ich, es wäre irgend ein grosser Bagger. Dann wurde mir klar, dass etwas nicht stimmte. Ich nahm mein Kind und rannte aus der Wohnung. Später wurde das ganze Haus evakuiert.»

André Zenhäusern war gerade in seiner Firma am Arbeiten, als er ein Getöse hörte. «Ich habe genau gewusst, dass da irgendetwas nicht gut ist», sagt er. «Ich bin sofort raus um zu schauen, dann habe ich eine riesige Staubwolke gesehen, es gab ein Riesengetöse. Dann kam Material, das war abnormal.» Auch er hat wegen des überlaufenen Bietschbaches Barrikaden angelegt.

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