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YB's Schiri-Ärger«Es ist zum Kotzen, wirklich zum Kotzen»

Bei YB ist der Frust nach dem 1:1 gegen Meister Basel gross. Die Berner wurden um einen glasklaren Penalty betrogen. Dementsprechend hart gehen die Akteure mit dem Schiri-Trio ins Gericht.

von
Eva Tedesco

YB und der FCB trennen sich «dank» Ref Studer 1:1, weil der Unparteiische einen Penalty nicht gegeben hat. Spycher: «Der Linienrichter hat seinen Job nicht gemacht.» (Video: 20 Minuten Online)

Nach dem Schlusspfiff ist die Stimmung in den Katakomben des Stade de Suisse angespannt. Die Wut bei YB richtet sich gegen das Schiedsrichter-Trio, das dem Heimteam einen möglichen Sieg geklaut hat.

«Sorry, wenn man das nicht sieht...», Mario Raimondi schüttelt den Kopf. «Es ist zum Kotzen. Wirklich zum Kotzen. Man sagt immer, wir hätten keine Eier, aber da hat ein anderer keine Eier gehabt», schimpft der YB-Routinier kurz nach Schlusspfiff in der Interwiew-Zone und ringt nach Worten. «Mir kommt das einfach komisch vor: Wenn wir gegen Xamax gespielt hätten, hätte es den Penalty gegeben und so gibt es keinen. Am Schluss darfst du keinen Schiss in der Hose haben und musst einfach pfeifen.»

Die von Raimondi angesprochene Szene ereignete sich in der 89. Minute. FCB-Rechtsverteidiger Joo Ho Park säbelt Matias Vitkieviez im Strafraum um. Fast 22 000 Zuschauer im Stade de Suisse schreien auf. Fast 22 000 Augenpaare haben gesehen, was Studer und vor allem sein Assistent Sandro Pozzi schlicht ignorieren. Wenn man diesen Elfmeter nicht gibt, sollte man die Regel ganz abschaffen. Da hatten Studer und Pozzi keine Tomaten, sondern eine ganze Staude des roten Gemüses auf den Augen. Und es war nicht die einzige Szene, in der das Trio völlig falsch gelegen hat.

Den Refs fehlt der Mut

«Alle im Stadion und am TV haben gesehen, was leider drei Männer im Stadion nicht gesehen haben - und einer davon ist sogar ganz, ganz nah daneben gestanden», sagt Christoph Spycher. «Wir haben eine wunderbare Leistung gezeigt und hätten den Sieg verdient. Aber da war eben am Schluss diese entscheidende Szene. Es war ein glasklarer Penalty. Da muss man gar nicht darüber diskutieren, denn das haben alle gesehen.» Es sei müssig darüber zu reden, ob den Refs der Mut fehle, gegen den Meister einen Elfmeter zu pfeifen, wie Raimondi es angetönt hat.

Spycher: «Ich habe bei Szenen Verständnis, wo der Schiedsrichter keine klare Sicht hat. Vielleicht hat er sie bei dieser auch nicht gehabt, aber der Linienrichter steht zehn Meter davon entfernt und es ist ein klares Eins gegen Eins – eine klarere Sicht kann man gar nicht haben. Man diskutiert immer über die Linienrichter, bei was sie eingreifen sollen und wobei nicht - aber heute hat der einfach seinen Job nicht gemacht.»

Rueda fühlt sich nicht betrogen

Und es war nicht das einzige Trio der Runde, das seinen Job nicht erledigt hat. Schon beim Zürcher Derby verweigerte Ref Hänni dem FCZ gegen GC (0:1) einen klaren Penalty. «Ich hätte mich nicht beklagen können, wenn YB den Elfmeter zugesprochen bekommen hätte», zeigt sich FCB-Trainer Heiko Vogel in seiner Analyse fair. «Aber ich habe das schon mehrmals gesagt: Auch Schiedsrichter sind Menschen – auch wenn man das nicht immer glauben will.» Für seinen Antipoden Mario Rueda war es nicht nur der nicht gegebene Elfmeter. Der YB-Trainer sprach von zwei matchentscheidenden Szenen. Die andere ereignete sich in der 68. Minute. FCB-Mittelfeldspieler Marcelo Diaz foulte Spycher gelbwürdig. Studer liess den Karton zum Glück des Chilenen aber stecken. Er hatte bereits sieben Minuten zuvor Gelb gesehen.

«Ich fühle mich nicht betrogen, aber der Schiedsrichter hat völlig falsch entschieden», so Rueda. «Man darf sich aber schon die Frage stellen, ob den Schiris der Mut fehlt, in so einem Stadion einen Penalty zu pfeifen.» Aber wahrscheinlich braucht es sogar mehr Mut, so einen glasklaren Elfmeter nicht zu pfeifen ...»

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