Chris Pratt: «Es kann keinen fetten Indiana Jones geben»
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Chris Pratt«Es kann keinen fetten Indiana Jones geben»

Innerhalb von zwei Jahren ist Chris Pratt (35) zum Leading Man in Hollywood aufgestiegen. In «Jurassic World» macht der Amerikaner nun Jagd auf einen Killer-Dino.

von
Catharina Steiner

Sie sagten, «Jurassic World» sei Ihr «Star Wars». Was macht die Faszination aus?

«Jurassic Park» war ein grosser Event für meine Generation. Das war mein erster richtiger Blockbuster.

Mit wem waren Sie damals im Kino?

Ich war 13 Jahre alt und an einem Date mit einem Mädchen namens Jessie. Unsere Eltern sassen eine Reihe hinter uns und waren die Aufpasser.

Sie haben sich im Vorfeld der Pressetour entschuldigt, dass Sie sich danebenbenehmen könnten. Was war das Schlimmste, das bis jetzt passiert ist?

Noch nichts. Ich habe mich noch nicht ein einziges Mal danebenbenommen.

Das ist aber langweilig.

Ich weiss, tut mir leid. Ich wünschte, ich hätte eine bessere Antwort. Vielleicht schaffe ich es ja noch, in diesem Interview etwas Unpassendes zu sagen.

Macht es Ihnen zu schaffen, dass Sie unter permanenter Beobachtung stehen?

Ich lerne ständig dazu und ich glaube, ich werde besser. Aber da gibt es tatsächlich diesen Druck, nichts Dummes zu sagen oder Scheisse zu bauen.

Glauben Sie, es war ein Vorteil, erst mit Mitte 30 ein Star zu werden?

Absolut. Es ist schwierig, die Perspektive zu behalten, wenn man nicht auch harte Zeiten als Schauspieler durchgemacht hat.

Sie waren mal obdachlos.

Na ja, obdachlos, ich habe einfach in einem Van gelebt. Es wäre anders gewesen, wenn ich ein Junkie gewesen wäre mit einem Pappschild vor mir. Aber so war es chillig, ich bin mit Freunden abgehangen. Eigentlich lebten wir unseren Traum. Das war in vielerlei Hinsicht die beste Zeit meines Lebens.

Seit «Guardians of the Galaxy» haben Sie eine riesige Fanbase. Wie bleiben Sie mit den Leuten in Kontakt?

Ich mache viel in den sozialen Medien. Leider habe ich in letzter Zeit fast nur Promo-Sachen gepostet. Ich bekomme auch viele Fanbriefe und schicke den Leuten Autogramme.

Ihr Deutsch ist sehr gut. Wie oft mussten Sie das heute schon beweisen?

Oft, aber ich wünschte, ich hätte seit der Highschool ein bisschen mehr geübt. Ich habe mein Wissen letzte Nacht extra nochmal ein bisschen aufgefrischt, aber ich kanns nicht mehr so gut wie früher.

Welches ist Ihr Lieblingswort?

«Ausgezeichnet» ist ein gutes Wort. Solide vier Silben und es klingt sehr deutsch für mich.

Sie sollen Schweizer Vorfahren haben. Stimmt das?

Echt? Warten Sie mal. Also ich habe schwedische Vorfahren! (überlegt). Schwedisch ist aber nicht schweizerisch, oder? Hmm. Aber was solls, okay, ich habe Schweizer Verwandte. Sie könnten meine längst verschollen geglaubte Cousine sein.

Das Internet glaubt, Sie könnten der neue Indiana Jones werden. Gibts da schon neue Entwicklungen?

Leider nein.

Haben Sie Interesse?

Kommt drauf an. Wenn ich das Drehbuch lesen würde und es wäre mies, dann wäre das nicht so super. Es ist aber cool, dass ich so viel Support online bekomme. Viele denken, dass ich eine gute Wahl wäre.

Sie sind im TV als Fat Andy in «Parcs and Recreation» bekannt geworden. Wie sehr vermissen Sie ihn?

Ich vermisse ihn sehr. Vor allem sein leckeres Essen.

Müssen Sie Diät halten?

Ja. Ich habe auf der Pressetour schon ein paar Kilos zugenommen. Ich muss aufpassen, das nervt. Es kann keinen fetten Indiana Jones geben.

Sie sind mit der Komikerin Anna Faris verheiratet. Wer von Ihnen beiden ist lustiger?

Wir sind beide ziemlich lustig. Aber wahrscheinlich sie. Wir lachen sehr viel bei uns zuhause.

Sie sind kein strenger Vater, oder?

Doch! Ich hatte auch einen strengen Vater. Manchmal höre ich seine Stimme aus meinem Mund kommen, wenn ich meinen Sohn ermahne. Und ich denke: Oh, danke!

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