Aktualisiert 07.01.2008 22:52

«Es knarrt im Gebälk der Konjunktur»

Nach einer Berg- und Talfahrt hat die New Yorker Börse den Handel uneinheitlich beendet. Die Ölpreise sind deutlich gefallen. Die Händler machen sich Sorgen.

Ein Grund sei die anhaltende Sorge vor einer Abschwächung der US- Konjunktur, sagten Händler. «Es knarrt im Gebälk der Konjunktur, und das belastet den Ölpreis», sagte ein Analyst. Die Anleger fürchten, dass mit einer schwachen Konjunktur in den USA die Nachfrage nach Öl sinken wird.

Ausserdem berichtete der US-Wetterdienst über eine für diese Jahreszeit ungewöhnlich warme Witterung in weiten Teilen des Landes, was die Nachfrage nach Heizöl für diese Woche dämpfte. Viele Anleger erwarten zudem, dass die Organisation erdölproduzierender Länder (Opec) ihre Fördermengen beim nächsten Treffen anheben wird.

Am Abend notierte WTI rund drei Prozent schwächer bei 94,95 Dollar, Brent gab um 2,4 Prozent auf 94,48 Dollar nach.

Berg- und Talfahrt der New Yorker Börse

Verluste wegen der Sorgen über die US-Konjunktur wurden ausgeglichen durch Kursgewinne bei Werten von Unternehmen, die als krisensicher gelten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte beendete den Handel 0,21 Prozent höher bei 12 827 Punkten. Dabei pendelte er zwischen 12 733 und 12 884 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 0,32 Prozent auf 1416 Zähler. Dagegen lag der Technologie- Index Nasdaq 0,21 Prozent im Minus bei 2499 Punkten.

Gefragt waren in New York unter anderem Anteilscheine des Pharmariesen Merck & Co, die knapp zwei Prozent zulegten. Auch Aktien des Zigarettenherstellers Altria notierten 3,1 Prozent im Plus.

Zu den Verlierern gehörten die Aktien anderer grosser Industrie- Konzerne wie Boeing. Die Scheine des Flugzeugbauers gaben 3,44 Prozent nach. Die Papiere des Aluminiumherstellers Alcoa verloren gut fünf Prozent an Wert.

Bush: Wachstum keine Selbstverständlichkeit

Angesichts der Sorgen um die US-Wirtschaft meldete sich US- Präsident George W. Bush zu Wort. Die US-Wirtschaft sei gut gerüstet, um Schocks durch die Immobilien- und Kreditkrise sowie hohe Erdölpreise zu widerstehen, sagte er in Chicago.

Zugleich warnte er davor, das Wachstum als Selbstverständlichkeit zu betrachten. Das klügste sei jetzt, die Steuern niedrig zu halten.

Meldungen aus dem Iran verunsichern

Immer wieder gerieten die Indizes während des Tages in die Verlustzone. Analysten verwiesen auf den schwachen Arbeitsmarktbericht vom Freitag.

Auch geopolitische Nachrichten verunsicherten die Märkte: Die US- Regierung bestätigte einen Fernsehbericht, wonach fünf Schnellboote der iranischen Revolutionswächter am Wochenende in der Strasse von Hormus drei Schiffe der US-Marine umzingelt und per Funk provoziert hätten. Ein Kapitän habe darauf beinahe den Schiessbefehl erteilt. (sda)

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