Basel – «Es kommt hier jedes Jahr zu einem regelrechten Gemetzel»
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Basel«Es kommt hier jedes Jahr zu einem regelrechten Gemetzel»

In einem Park mitten im Basler Siedlungsgebiet werden Damhirsche gehalten. Tierschützer erheben nun schwere Vorwürfe, nachdem an Neujahr zum «Entsetzen» von Anwohnern ein Kadaver im Park lag.

von
Lukas Hausendorf
Alazar Röthlisberger
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Am Neujahrsmorgen lag im Hirschgehege des Basler Schwarzparks ein toter Bock. Tierschützer äussern nun schwere Vorwürfe gegen die Verantwortlichen der Anlage.

Am Neujahrsmorgen lag im Hirschgehege des Basler Schwarzparks ein toter Bock. Tierschützer äussern nun schwere Vorwürfe gegen die Verantwortlichen der Anlage.

Basel Animal Save/Olivier Bieli
«Jedes Jahr kommt es im Park zu einer höchst umstrittenen Gatterjagd, einem regelrechten Gemetzel», sagt Olivier Bieli von Basel Animal Save. Dabei würden die «extra gezüchteten» männlichen Tiere gnadenlos dezimiert. Ihre Artgenossen müssten dabei zusehen und würden unnötigem Stress ausgesetzt. 

«Jedes Jahr kommt es im Park zu einer höchst umstrittenen Gatterjagd, einem regelrechten Gemetzel», sagt Olivier Bieli von Basel Animal Save. Dabei würden die «extra gezüchteten» männlichen Tiere gnadenlos dezimiert. Ihre Artgenossen müssten dabei zusehen und würden unnötigem Stress ausgesetzt.

bs.ch
Für den Unterhalt des Hirsch-Geheges zuständig ist der Tierpark Lange Erlen. Dessen Geschäftsführerin Claudia Baumgartner ist überrascht von den Vorwürfen, von denen sie über 20 Minuten erfährt. Diese weist sie entschieden zurück.

Für den Unterhalt des Hirsch-Geheges zuständig ist der Tierpark Lange Erlen. Dessen Geschäftsführerin Claudia Baumgartner ist überrascht von den Vorwürfen, von denen sie über 20 Minuten erfährt. Diese weist sie entschieden zurück.

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An Neujahr soll der Kadaver eines Damhirschs im Schwarzpark in Basel Anwohner und insbesondere Kinder «entsetzt» haben. Der Park liegt mitten im Siedlungsgebiet im Basler Gellert-Quartier. Die Tierschutzorganisation Basel Animal Save machte den Fall am Donnerstag publik und macht den Park-Verantwortlichen schwere Vorwürfe.

Immer wieder würden sich besorgte Baslerinnen und Basler bei der Tierschutzorganisation, die sich auch für den Erhalt der Friedhofsrehe auf dem Hörnli engagiert, melden. «Jedes Jahr kommt es im Park zu einer höchst umstrittenen Gatterjagd, einem regelrechten Gemetzel», sagt Olivier Bieli von Basel Animal Save. Dabei würden die «extra gezüchteten» männlichen Tiere gnadenlos dezimiert. Ihre Artgenossen müssten dabei zusehen und würden so unnötigem Stress ausgesetzt.

Bieli fragt sich auch, warum an Neujahr der Kadaver liegen blieb. «Waren in der Silvesternacht Jäger mit dem Abschuss beschäftigt und wurde der Bock nur angeschossen? Oder war es gar der Stress der zahlreichen Feuerwerkskörper?» Stunden nachdem Basel Animal Save den Kadaver dokumentiert habe, sei er noch immer dort gelegen.

Bock ohne Fremdeinwirkung gestorben

Für den Unterhalt des Hirsch-Geheges zuständig ist der Tierpark Lange Erlen. Dessen Geschäftsführerin Claudia Baumgartner ist überrascht von den Vorwürfen, von denen sie über 20 Minuten erfährt. Diese weist sie entschieden zurück. Der tote Bock im Gehege sei eines natürlichen Todes gestorben. «Ohne jede Fremdeinwirkung von unbefugten Personen oder gar unseren eigenen Mitarbeitenden», betont sie.

Allerdings trifft es zu, dass der Bestand der Tiere in der Anlage reguliert wird. Dieser wird in Abhängigkeit der verfügbaren Weidefläche konstant gehalten. Gleichzeitig vermehren sich die Tiere, was zu ihrem natürlichen Verhalten gehört und nicht unterbunden werden darf. «Zusammen mit den Tierärzten wird jeweils untersucht, welche Tiere allenfalls von Krankheiten erlöst werden müssen oder wo man die Jungtiere am besten platzieren kann», erklärt Baumgartner.

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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