Aktualisiert 03.07.2018 22:20

Sanierung der Kirchenfeldbrücke

«Es kommt sicher zu Unannehmlichkeiten»

Der Weg vom Berner Osten in die Innenstadt wird beschwerlich: Wegen Sanierungsarbeiten wird die Kirchenfeldbrücke für vier Monate gesperrt.

von
Raphael Casablanca

Die Kirchenfeldbrücke, die vom Museumsquartier in die Innenstadt führt, ist für die Stadt von grosser Bedeutung: Sie ist die einzige Brücke, die den Osten mit der Innenstadt verbindet. Demnächst wird sie jedoch wegen Sanierungsarbeiten für vier Monate gesperrt: Weder Trams, Busse, Autos noch Velos können die Brücke während dieser Zeit befahren.

Des Wertes der Kirchenfeldbrücke für die Bewohner der Stadt ist sich auch Ursula Wyss, Direktorin für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün, bewusst: «Spätestens jetzt, wenn wir die Brücke sperren müssen, werden wir merken, welch grosse Bedeutung die Kirchenfeldbrücke für uns tagtäglich hat.»

Eine riesige Baustelle enststeht

Die Brücke wurde zuletzt in den 80er-Jahren saniert. Seither entstanden Risse an der Brückenkonstruktion und es kam zu Schäden an den Betonpfeilern. «Man muss überhaupt keine Angst haben. Jedoch müssen wir die Brücke verstärken, damit sie auch in Zukunft noch hält», sagt Wyss.

Ein weiteres Problem seien die immer schwereren Trams. Deswegen beteiligt sich auch Bernmobil massgeblich an den Sanierungsarbeiten. Neben den Bauarbeiten an der Brücke werden gleichzeitig auch diverse Tramgleise und Fahrleitungen ersetzt und die Brücke zusätzlich gestützt, damit Bernmobil in Zukunft mehr Spielraum beim Gewicht ihrer Verkehrsmittel hat. Während dieser Zeit werden sämtliche Linien umgeleitet, die sonst über die Brücke führten.

Nur noch zu Fuss über die Brücke

«Es wird zu Unannehmlichkeiten kommen, das ist klar», sagt Ursula Wyss. Das «Blaue Bähnli» etwa wird im Osten zukünftig nur noch bis zur Haltestelle Egghölzli fahren können. Von da an werden die Passagiere mittels Bussen über den Bärengraben in die Stadt befördert. Die Befürchtung, dass es für die zahlreichen ÖV-Nutzer aus dem Osten im Bus zu wenig Platz haben könnte, ist laut René Schmid, Direktor von Bernmobil, unbegründet: «Wir werden den Takt der Busse so anpassen, dass wir genügend Kapazität haben, um alle Passagiere von A nach B zu befördern.»

Immerhin kann man die Brücke noch zu Fuss überqueren, denn die beiden seitlichen Trottoirs bleiben bestehen. Zwar ist das Velofahren auf den schmalen Gehwegen nicht gestattet, trotzdem kann man sein Fahrrad über die Brücke schieben und sich so einen langen Umweg ersparen. Autofahrer müssen indes wie die Passagiere der Linien 7 und 8 den Weg über die Monbijoubrücke einschlagen, um in die Innenstadt zu gelangen.

Ein Wahrzeichen unserer Stadt

Die Kirchenfeldbrücke ist ein Wahrzeichen der Bundesstadt. Seit 1883 verbindet sie die Berner Altstadt mit dem - damals noch weitgehend unverbauten - Kirchenfeldquartier. Finanziert wurde die Stahlbrücke durch eine britische Erschliessungsgesellschaft, weshalb sie im Volksmund lange Zeit «Englische Brücke» hiess.

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