Aktualisiert 19.05.2007 20:46

Es kommt zum grossen Fussball-Showdown

Die Entscheidung im Meisterschaftsrennen der Axpo Super League wurde auf die letzte Runde vertagt: Nach Siegen von Leader Zürich (3:2 bei den Young Boys) und Verfolger Basel (3:0 in Luzern) kann der FCZ seinen Titel am Donnerstag mit einem Heimsieg über Stadtrivale GC verteidigen.

Während die Basler mit einem Blitzstart das Spiel in ihre Bahnen lenkten (nach zehn Minuten führte der FCB dank Treffern von Sterjovski und Ergic 2:0) musste der FC Zürich bis zur letzten Minute um die Tabellenführung zittern. Zweimal gelang den Young Boys der Ausgleich, nur nach dem dritten Tor der Zürcher in der 89. Minute durch Almen Abdi hatten die Berner keine Antwort mehr.

Das 1:0 des FCZ durch Santos egalisierte der eingewechselte Marcos in der 58. Minute per Kopf. Nur 80 Sekunden später brachte der Franzose Alexandre Alphonse die Gäste wieder in Führung. Hakan Yakin glich die Partie nach 75 Minuten mit einem Freistoss aus 60 Metern erneut aus.

Am letzten Spieltag trifft der FC Basel auf die Young Boys, Leader Zürich empfängt im Hardturm die Grashoppers zum Derby.

Der FC Sion verkürzte dank dem 3:0-Sieg gegen St. Gallen den Rückstand auf den Tabellendritten (YB) auf zwei Punkte. Der FC St. Gallen hingegen hat seine UEFA-Chance verspielt. Die Grasshoppers kassierten zuhause eine bittere 0:3-Schlappe gegen Thun. Die Thuner sind damit endgültig gerettet und rückten gar an Luzern vorbei auf Platz 7 vor.

Zürich siegt in letzter Minute bei den Young Boys

Almen Abdi hielt mit seinem Tor in der 89. Minute zum 3:2 bei den Young Boys den FC Zürich im Titelrennen. Der 21-jährige Mittelfeldspieler schloss einen Angriff über Raffael mit einem trockenen Schuss in die nahe Torecke ab.

In der Schlussphase wurde die Partie zum offenen Schlagabtausch und Spektakel. Beide Mannschaften suchten mit fast letzter Konsequenz den Sieg und boten so dem Gegner viel Raum für schnelle Angriffe. Eingeleitet wurde die spannende Schlussphase mit dem ersten Ausgleich der Young Boys durch Marcos, nachdem Carlos Varela auf der rechten Seite sehr viel Platz und Zeit zum Flanken hatte. Die Zürcher antworteten nur 80 Sekunden später durch Alexandre Alphonse, ideal eingesetzt von Raffael. Just als die Berner Fans die sogenannte YB-Viertelstunde einläuteten, traf Hakan Yakin Yakin mit einem Freistoss aus rund 30 Metern zum erneuten Ausgleich. Es folgte die Pahse der Konter, die schliesslich Abdi in der 89. Minute zum entscheidenden Treffer nutzte.

Die grössten Emotionen brachen im Stade de Suisse aus, als nach einer Viertelstunde das Zwischenresultat aus Luzern auf den grossen Bildschirmen eingeblendet wurde. Die Führung schien die Zürcher jedoch kaum zu beflügeln. Vielmehr war der zuletzt vier Spiele unüberwundene Abwehrverbund um Hannu Tihinen gefordert, der die Prüfungen jedoch mehr oder weniger souverän bewältigte. Entsprechend kam der Führungstreffer des FCZ ohne Ankündigung: Alain Rochat spielte kurz hinter der Mittellinie einen Freistoss in den Strafraum, wo Santos Gegenspieler Toni Kallio mit einer herrlichen Ballannahme verlud und sicher in die weite Ecke traf (37.).

FCL verschlief die Startphase

Mit einer völlig verschlafenen Startphase ermöglichte Luzern dem FC Basel einen mühelosen 3:0-Auswärtserfolg auf der Allmend. Mile Sterjovski und Ivan Ergic mit zwei Kopftoren in den ersten zehn Minuten und Ivan Rakitic lassen den FCB weiter auf den Titel hoffen.

Die Hauptprobe des Cupfinals vom Pfingstmontag verlief gar nicht nach den Vorstellungen von FCL-Trainer Ciriaco Sforza: Seine Mannschaft war in den ersten zehn Minuten mit dem Kopf nicht präsent und liess den druckvoll beginnenden FCB nach Belieben Schalten und Walten. Nach einem Corner von Rakitic und der Kopfballverlängerung von Boris Smiljanic konnte Sterjovksi schon in der 4. Minute beim hinteren Pfosten mühelos einnicken.

Nur sechs Minuten später tat es ihm Ergic nach einer Freistossflanke von Scott Chipperfield gleich. Auch er stand mutterseelenallein vor FCL-Goalie David Zibung. Erst nach einer halben Stunde erholten sich die Luzerner von diesem Doppelschlag und schufen sich eigene Torchancen: FCB-Goalie Franco Costanzo war aber stets zur Stelle und verhinderte einen möglichen Gegentreffer gegen Jean-Michel Tchouga, Paquito und Makanaki.

Nach 66 Minuten sorgte Rakitic mit seinem elften Saisontor für die definitive Entscheidung. Die Basler wurden danach von ihren Fans bereits als neuer Schweizer Meister gefeiert, bis Almen Abdi im Berner Stade de Suisse den 3:2-Siegestreffer für den FCZ gegen YB erzielte und den FCB wieder auf Platz zwei verdrängte.

Kein Abschiedsgeschenk für Balakov

Die Grasshoppers-Spieler bescherten ihrem scheidenden Trainer Krassimir Balakov keinen schönen Abschied vom Hardturm: Im letzten Heimspiel verlor GC in der Axpo Super League gegen Thun sang- und klanglos mit 0:3. Thun ist damit definitiv gerettet.

Während die Thuner dank dem erst zweiten Sieg im Hardturmstadion gar auf den 7. Platz vorrücken konnten, haben die Grasshoppers mit der blamablen Darbietung auch die letzte Hoffnung auf eine Europacup-Teilnahme verspielt.

Julian Bühler mit seinem dritten Saisontor in der 7. Minute, Lukas Dosek kurz vor der Pause und Nelson Ferreira nach 65 Minuten erzielten die drei Treffer für die Berner Oberländer. GC dagegen verzeichnete kaum eine echte Torchance. In der 85. Minute erst verwehrte der Pfosten einem Schuss von Michel Renggli die Möglichkeit zum Ehrentor.

St. Gallen erlitt Heimblamage

Der FC St. Gallen hat seine UEFA-Chance verspielt. Ohne seinen gesperrten Abwehrchef Jiri Koubsky erlitten die müden und in der Abwehr unsortierten Ostschweizer gegen Sion die zweite Heimniederlage der Saison, die mit 0:3 deutlich ausfiel.

Bereits nach 80 Sekunden lag St. Gallen, das sich im Espenmoos bislang nur Thun (1:2) beugen musste, zurück. Nach einer Flanke von Alain Gaspoz konnte der Walliser Goalgetter Alvaro Saborio unbewacht zur Führung einnicken und sein 13. Saisontor erzielen. Nach einer Viertelstunde fühlte sich kein Ostschweizer nach einem Freistoss von Carlitos für den Serben Goran Obradovic verantwortlich, der ebenso freistehend den Vorsprung mit einem Kopfball ausbauen konnte. Als der überragende Carlitos nach eine Stunde aus der Drehung das 0:3 mit einem Lob markiert hatte, war die Entscheidung vor 9000 Zuschauern gefallen. Sion ist bis auf zwei Punkte zu YB aufgerückt und besitzt reelle UEFA-Cup-Chancen.

Im einzigen Spiel vom Sonntag geht es gegen den Abstieg. Ab 16.00 Uhr empfängt Schaffhausen den FC Aarau.

Axpo Super League, 36. Runde

Young Boys - Zürich 2:3 (0:1)

Stade de Suisse. - 22 387 Zuschauer. - SR Wermelinger.

Tore: 37. Santos 0:1. 58. Marcos 1:1. 60. Alphonse 1:2. 76. Yakin 2:2. 89. Abdi 2:3.

Young Boys: Wölfli; Zayatte (76. Frimpong), Tiago, Kallio, Hodel (46. Marcos); Yapi Yapo; Schwegler, Yakin, Raimondi; Varela; Häberli.

Zürich: Leoni; Stahel, Tihinen (70. Kollar), von Bergen, Rochat (63. Schneider); Abdi, Barmettler, Inler, Cesar; Santos (46. Alphonse), Raffael.

Bemerkungen: Young Boys ohne Chiumiento (nicht im Aufgebot), Redzepi, Shi Jun, Madou (alle U21) und Aziawonou (verletzt), Zürich ohne Dzemaili, Eudis, Margairaz, Stanic und Stucki (alle verletzt).- 70. Tihinen verletzt ausgeschieden (Kopf). - Verwarnungen: 8. Rochat (Foul), 78. Schwegler (Foul), 94. Cesar (Spielverzögerung).

Luzern - Basel 0:3 (0:2)

Allmend. - 9558 Zuschauer. - SR Busacca.

Tore: 4. Sterjovski 0:1. 10. Ergic 0:2. 66. Rakitic 0:3.

Luzern: Zibung; Sam, Bader, Dal Santo, Claudio Lustenberger; Fabian Lustenberger (46. Mamone), Imholz; Paquito, Foschini (54. Andreoli); Makanaki (65. Righetti); Tchouga.

Basel: Costanzo; Zanni, Majstorovic, Smiljanic, Nakata; Ba; Rakitic (69. Buckley), Ergic, Chipperfield, Sterjovski (77. Burgmeier); Eduardo (62. Derdiyok).

Bemerkungen: Luzern ohne Cantaluppi (gesperrt), Lustrinelli, Mettomo und Seoane (alle verletzt). Basel ohne Petric (verletzt). ASL-Debüt von Sandro Foschini. 53. Eduardo-Tor wegen Hands aberkannt. Verwarnungen: 13. Bader (Foul), 39. F. Lustenberger (Foul).

Grasshoppers - Thun 0:3 (0:2)

Hardturm. - 2300 Zuschauer (Saison-Minusrekord). - SR Zimmermann.

Tore: 7. Bühler 0:1. 40. Dosek 0:2. 67. Ferreira 0:3.

Grasshoppers: Coltorti; Voser, Galindo, Langkamp (48. Denicolà), Mikari; Renggli; Pinto, Wesley (46. Salatic), Dos Santos; Ailton, Ristic (64. Biscotte).

Thun: Portmann; Gerber, Deumi, Di Fabio (87. Zahnd), Hämmerli; Dosek (46. Schönenberger), Nyman, Gavatorta, Ferreira; Bühler (80. Rama), Scarione.

Bemerkungen: GC ohne Schwegler und Weligton (beide gesperrt) sowie Léon, Sutter und Rinaldo (alle verletzt). Thun ohne Bettoni und Friedli (beide verletzt). Trainer Krassimir Balakov mit Blumen verabschiedet. 85. Pfostenschuss Renggli. Verwarnung: 71. Nyman (Reklamieren).

St. Gallen - Sion 0:3 (0:2)

Espenmoos. - 9000 Zuschauer. - SR Grossen.

Tore: 2. Saborio 0:1. 15. Obradovic 0:2. 62. Carlitos 0:3.

St. Gallen: Razzetti; Zellweger, Muntwiler, Garat (46. Ciccone), Cerrone (30. Di Jorio); Mendez (75. Feutchine), Gelabert, Gjasula, Marazzi; Aguirre, Alex.

Sion: Vailati; Gaspoz (78. Sarni), Nwaneri, Kali, Bühler; Gelson, Mijadinovski; Reset (85. Ahoueya), Obradovic, Carlitos (81. Chihab); Saborio.

Bemerkungen: St. Gallen ohne Koubsky und Maric (beide gesperrt) und Calla(rekonvaleszent), Sion ohne Alioui (gesperrt), Joao Pinto, Chedli und Di Zenzo (alle verletzt). 8. Schuss von Gjasula an Latte. 37. Vailati wehrt Handspenalty von Alex ab. 45. Flanke von Zellweger an den Aussenpfosten. 91. Gelb-Rote Karte für Gelson (Foul). Verwarnungen: 24. Muntwiler (Foul), 35. Gelson (Foul), 49. Gjasula (Foul), 69. Vailati (Spielverzögerung). (si)

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