FCL-Sportchef Frei: «Es liegt kein offizielles Angebot von 1860 vor»
Aktualisiert

FCL-Sportchef Frei«Es liegt kein offizielles Angebot von 1860 vor»

Zum Interesse von 1860 München sagte FCL-Trainer Carlos Bernegger nichts. Dafür gab Sportchef Alex Frei über die Anfrage aus Deutschland Auskunft.

von
Eva Tedesco

Luzerns Sportchef Alex Frei äussert sich zur Anfrage von 1860 München für Trainer Carlos Bernegger. (Video: 20 Minuten)

Vor der Niederlage in Basel redete Bernegger nur über «Basel, Basel, Basel». Nach dem 1:3 im Joggeli am Mittwochabend und der zweiten Niederlage in Serie hatte der FCL-Trainer den Fokus bereits auf das Spiel gegen Lausanne am Sonntag gerichtet und münzte seinen Spruch in «Lausanne, Lausanne, Lausanne» um, und meinte das jeweils nächste Spiel, mit dem er sich ausschliesslich befasse. Natürlich mit einem Lächeln, denn über die Gespräche, die er mit 1860 München führt, wollte er keine Auskunft geben.

Dafür äusserte sich Alex Frei zu der Trainer-Personalie. Der Sportdirektor der Luzerner bestätigte die Anfrage, sagte aber: «Wahrscheinlich bin ich einer von denen, die in dieser Sache am entspanntesten sind. Ich kann nur sagen, dass ich die Mechanismen im Fussball kenne und Fakt ist, dass Carlos Bernegger noch ein Jahr unter Vertrag steht. Fakt zwei ist, dass wir kein offizielles Angebot von 1860 auf dem Tisch haben, und deshalb verstehe ich die Aufregung nicht.»

Anfrage, aber kein offizielles Angebot – noch nicht

Wenn Frei die Mechanismen im Fussball-Geschäft kennt, weiss er auch, dass es schnell gehen kann. Oder rechnet er nicht mit einem offiziellen Angebot aus München? Frei: «Das kann ich nicht sagen, aber wir werden um Carlos kämpfen – das ist klar. Wir haben schon gekämpft, mit kleinen und mit grossen Gesten, aber mit Dingen aus dem zwischenmenschlichen Bereich – damit kämpfe ich. Mit Emotionen, mit Dingen, die wir zusammen erreichen wollen, und diese Arbeit ist noch lange nicht fertig. Weder für mich noch für Carlos Bernegger und den FC Luzern.»

Wieso ausgerechnet 1860?

Sportchef Gerhard Poschner will beim Tabellensiebten der 2. Bundesliga einen Trainer, der Deutsch und Spanisch spricht, weil er mehrere junge Spanier im Team einbauen will. Seine langjährige Erfahrung im Juniorenbereich (GC- und Basel- U21) ist ein weiterer wichtiger Punkt im Anforderungsprofil Poschners und ein weiterer, den Bernegger erfüllt.

«Dass er interessant für andere Klubs ist, haben nicht nur wir, sondern auch andere gemerkt. Wenn man vor einem Jahr von einer U21 kommt und einen Super-Ligisten vor dem Abstieg rettet – und das relativ souverän – zudem mit einer Mannschaft wie dem FC Luzern drei Spieltage vor Schluss auf Platz vier steht, weckt das Begehrlichkeiten. Das ist auch ein Kompliment an die Arbeit von Carlos Bernegger», sagt Alex Frei.

Luzerner Sparkurs

Aber auch wenn Frei sagt, dass die Arbeit in Luzern nicht fertig sei – die Perspektiven sind nicht rosig. Der Sportchef muss rund eine Million Franken bei der ersten Mannschaft einsparen. Das heisst, Routiniers (wie Puljic und Stahel) erhalten keinen Vertrag mehr. Gygax ist bereits in Aarau, Kahraba wurde in die Wüste und Michel Renggli quasi in Pension geschickt. Kevin Holz (Freis Transfer von seinem ehemaligen Klub Dortmund) sammelt seit einem Jahr Spielpraxis im Nachwuchs.

Noch offen ist die Personalie Rangelov. Der Stürmer hat zwar in dieser Saison bereits 10 Saisontore auf dem Konto, aber er soll rund 600'000 Franken jährlich verdienen. Die Verpflichtung von Marco Schneuwly für die neue Saison könnte bereits eine Art Vorsorge sein, wenn man Rangelov zu günstigeren Konditionen nicht halten kann.

Fehlendes Mitspracherecht ist fatal

Der Umbruch, den Frei mit der Verpflichtung von Remo Freuler (22), Oliver Bozanic (25) und François Affolter (23) bereits begonnen hat, gestaltet sich nicht optimal. Einzig Freuler spielt regelmässig. Bozanic und Affolter sitzen auf der Ersatzbank. Geld für Verstärkungen, die Bernegger fordert, ist wenig vorhanden. Aber noch vielmehr Mühe hat Bernegger offenbar mit dem fehlenden Mitspracherecht bei der Kaderplanung. Irgendwie verständlich: Wie soll er seine Ideen umsetzen, wenn die Mannschaft nicht sein Gesicht hat?

Deine Meinung