Demo gegen Abtreibungsurteil: «Es macht mich wütend und traurig, dass wir darüber diskutieren müssen»

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Demo gegen Abtreibungsurteil«Es macht mich wütend und traurig, dass wir darüber diskutieren müssen»

Mehrere Hundert Personen zogen am Donnerstagabend durch die Zürcher Innenstadt. Der Protest richtet sich gegen das gekippte liberale Abtreibungsgesetz in den USA.

von
Lynn Sachs
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Die Teilnehmenden zogen am Donnerstagabend durch die Zürcher Innenstadt. 

Die Teilnehmenden zogen am Donnerstagabend durch die Zürcher Innenstadt. 

20 Minuten/Anna Bila
Zahlreiche Personen hatten sich um 18.30 Uhr beim Landesmuseum versammelt. 

Zahlreiche Personen hatten sich um 18.30 Uhr beim Landesmuseum versammelt. 

20 Minuten/Lynn Sachs
«Jeder Mensch soll selber entscheiden dürfen, ob er abtreiben möchte oder nicht. Ich finde es unglaublich, dass wir überhaupt darüber sprechen müssen, sagt eine 20-Jährige gegenüber 20 Minuten.

«Jeder Mensch soll selber entscheiden dürfen, ob er abtreiben möchte oder nicht. Ich finde es unglaublich, dass wir überhaupt darüber sprechen müssen, sagt eine 20-Jährige gegenüber 20 Minuten.

20 Minuten/Anna Bila

Darum gehts

Die feministischen Streikkollektive Schweiz protestieren gegen die Kippung des liberalen Abtreibungsgesetzes in den USA. Um ihre «Wut und Abscheu gegenüber politischen Kräften auszudrücken, die über die Körper von FLINTA-Personen entscheiden wollen» gehen sie in verschiedenen Schweizer Städten auf die Strasse. Am Donnerstag fand in Zürich eine Demo statt. Mehrere Hundert Personen zogen vom Landesmuseum Richtung Helvetiaplatz. 

«Jeder Mensch soll selber entscheiden dürfen, ob er abtreiben möchte oder nicht. Ich finde es unglaublich, dass wir überhaupt darüber sprechen müssen», sagt eine 20-Jährige gegenüber 20 Minuten. Sie habe Angst, dass so ein Entscheid, wie in den USA, auch in der Schweiz fallen könnte.  Eine 23-jährige Teilnehmerin sieht es ähnlich. «Es macht mich wütend und traurig, dass wir darüber diskutieren müssen, ob Abtreibung erlaubt sein darf oder nicht. Es ist mein Körper und meine Entscheidung.» Unter den Teilnehmenden ist auch der 21-jährige Samuel: «Man darf nicht einfach wegschauen, sondern muss etwas dagegen unternehmen. Mir gefällt die Situation nicht, deswegen bin ich hier. Ich will für das Recht anderer Menschen kämpfen.»

Der Oberste Gerichtshof der USA hat letzte Woche das liberale Abtreibungsrecht gekippt. Damit machte der Supreme Court den Weg für schärfere Abtreibungsgesetze frei – bis hin zu kompletten Verboten in einzelnen Bundesstaaten. Dieser Gerichtsentscheid habe nichts mit «fürs Läbe» oder «Lebensschutz» zu tun, teilte das Feministische Streikkollektiv Luzern diese Woche stellvertretend für alle anderen feministischen Streikkollektive mit. Die Illegalisierung von Abtreibungen sei ausserdem kein «Gewinn für das Leben». Bereits am Dienstag protestierten Teilnehmende in St. Gallen und Luzern. Am Freitag wollen sie dann in Lausanne auf die Strasse.  

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