Aktualisiert 27.07.2015 14:31

Josh Gad«Es macht Spass, dass der Nerd der Held ist»

In «Pixels» kämpfen Adam Sandler, Peter Dinklage und Josh Gad gegen Gamefiguren aus den 80er-Jahren. Klingt nach Spass? Den hatten sie auch am Set, wie Gad verrät.

von
Catharina Steiner

Hier der Trailer von «Pixels». <i>(Quelle: YouTube/<a href="https://www.youtube.com/watch?v=eIOcWZOQL5M" target="_blank">Pixels</a>)</i>

Josh Gad, erzählen Sie uns von Ihrer Filmfigur Ludlow.

Er ist ein Verschwörungstheoretiker, der in den 80er-Jahren ein Gamer-Wunderkind war und jetzt die Welt retten muss. Was witzig ist, denn heutzutage muss man dafür ein Cape und eine Superkraft haben. Es macht Spass, dass der Nerd der Held ist.

Jetzt ist eine gute Zeit für aussergewöhnliche Helden, oder?

Ja, das würde ich sagen. Es ist super, dass der Durchschnittstyp zum Zug kommt. Ich glaube, das macht auch den Erfolg von Chris Pratt aus, wir können uns alle mit ihm identifizieren.

Dass Sie jemals so rumballern würden, haben Sie wohl auch nicht gedacht, oder?

Nein, aber das war witzig. Man kann wieder Kind sein. Ich bin in den 80er-Jahren aufgewachsen. Wir hatten diesen grossen Game-Tempel und sind immer am Wochenende dorthin, mit der Pizza in der einen und dem Joystick in der anderen Hand und haben die ganze Nacht lang gespielt. «Pixels» bringt dich wieder an diesen Punkt zurück. Es war in vielerlei Hinsicht eine einfachere Zeit, und das feiert dieser Film.

«Pixels» sieht nach sehr viel Spass aus. Hattet ihr den auch abseits des Sets?

Wir haben alle Kinder, deshalb war es wie im Sommercamp. Wir haben die ganze Familie mitgebracht, es gab sogar eine Schule, wir haben Ausflüge gemacht und so. Das spiegelt sich auch auf der Leinwand wieder. Wenn du abseits vom Set Spass hast miteinander, dann wächst du zusammen. Die Kameradschaft, die man im Film sieht, ist echt.

Was fehlt Ihnen am meisten aus den 80er-Jahren?

Ich vermisse die Filme, die damals gedreht wurden. Es war die Geburt des Blockbusters. Streifen wie «Indiana Jones», «Goonies» und «Gremlins» haben meine Kindheit geprägt. Das ist so toll an «Pixels». Nennen Sie mir fünf Filme – keine Animationsfilme –, in die man seine Kinder mitnehmen kann! Die werden einfach nicht mehr gemacht. «Pixels» ist die Ausnahme.

Peter Dinklage aus «Game of Thrones» war beim «Pixels»-Dreh auch dabei. Sie sind ein grosser Fan, oder?

Total, die letzten drei Episoden von «GoT» habe ich mit ihm geschaut. Das war lustig, aber auch nervenaufreibend. Ich wollte ihn so viel fragen, es hat mir den Schlaf geraubt. Ich musste mich zwicken und mich fragen: Wie kann es sein, dass Tyrion Lannister gerade neben mit sitzt?

Sie wollten aufhören mit der Schauspielerei, aber Ihre Mutter hat Sie ermutigt weiterzumachen.

Drei Jahre nach dem Uniabschluss hatte ich immer noch kaum Jobs. Ich wollte damals eine Familie gründen. Ich dachte: «Das wars jetzt.» Ich rief meine Mutter an, um ihr das zu sagen. Sie hat angefangen zu weinen. Sie sagte, sie sei traurig, weil ich 15 Jahre lang davon geträumt hätte, Schauspieler zu werden, aber nur drei Jahre lang versucht hätte, einer zu sein. Ein paar Tage später konnte ich für eine Broadway-Rolle vorsprechen und habe den Durchbruch geschafft.

Ahnten Sie, als Sie für Olaf vorsprachen, wie erfolgreich «Frozen» werden würde?

Nein. Ich bin jeden Tag aufs Neue fasziniert von den unglaublichen Rückmeldungen zu diesem Film. Nicht nur bei den Kindern. Ich ging mal in Schottland die Strasse entlang und habe meine Kinder gemassregelt. Dann drehte sich plötzlich diese Familie um, die verstand, dass ich Olaf bin. Sie sahen mich völlig entsetzt an. Wie kann Olaf ein Arschloch sein, das mit seinen Kindern schimpft?

Für Ihre Kinder müssen Sie seitdem ein Held sein, oder?

Meine ältere Tochter versteht es definitiv. Die Jüngere ist einfach froh, wenn jemand ihre Windeln wechselt.

«Pixels» startet am 30. Juli in den Schweizer Kinos.

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