Surfen bei Hochwasser: «Es macht viel Spass, ist aber auch gefährlich»
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Surfen bei Hochwasser«Es macht viel Spass, ist aber auch gefährlich»

An mehreren Orten in der Schweiz wagen sich Surfer derzeit aufs Wasser – trotz der hohen Pegel. Insbesondere das Schwemmholz ist eine Gefahr.

von
Thomas Mathis
Lukas Hausendorf

Darum gehts

  • Surfer freuen sich über das viele Wasser in der Reuss bei Bremgarten.

  • Ein erfahrener Surfer sagt, dass das nicht ungefährlich ist wegen des Schwemmholzes.

  • Auch auf der Birs bei Basel.

Die Welle in Bremgarten ist ein beliebtes Ziel bei Surfern. Sie nutzen die Strömung, um auf der Reuss zu reiten. Vor Ort war am Freitag auch Rowland (44). Er wollte mit seinem Kollegen surfen gehen, doch verzichtete dann darauf. «Die Welle ist gut, aber das Wasser dreckig und eiskalt», sagt er. Zudem habe es stark geregnet. Aus diesen Gründen haben die beiden Kollegen das Surfen auf Samstag verschoben.

Wie Rowland sagt, hätten sich rund fünf Personen dennoch ins Wasser gewagt. Beim Parkplatz habe es auch Personen gehabt, die sich aufs Wellenreiten vorbereitet haben. «Bei so viel Wasser macht das Surfen viel Spass», sagt Rowland. Er sieht aber auch Risiken: «Es ist ziemlich gefährlich wegen des Schwemmholzes.» Dieses könne dazu führen, dass man ins Wasser gezogen werde. Grosse Bäume hatte es laut ihm am Freitag nicht, nur kleinere Äste. Zudem würden die Surfer am Ufer die Surfer warnen, wenn Schwemmholz komme.

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Die Welle bei Bremgarten ist in der Szene beliebt – auch bei Hochwasser.

Die Welle bei Bremgarten ist in der Szene beliebt – auch bei Hochwasser.

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Das birgt aber Gefahren – etwa durch Schwemmholz, wie ein erfahrener Surfer sagt.

Das birgt aber Gefahren – etwa durch Schwemmholz, wie ein erfahrener Surfer sagt.

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Er verzichtete wegen des Wetters und des kalten Wassers auf das Surfen.

Er verzichtete wegen des Wetters und des kalten Wassers auf das Surfen.

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Gefahr bei Hochwasser

Auch auf der Birs bei Basel sind am Freitag mehrere Surfer anzutreffen, wo es ohne Hochwasser keine Welle hat. «Sie haben es im Griff», sagt eine Leserin, die die Surfer gefilmt hat. Auch das ist eine beliebte Stelle in der Szene – trotz Warnungen der Behörden.

Dass Surfen im Fluss gefährlich ist, zeigt ein tödlicher Unfall in Kiesen BE im August. Ein 18-jähriger Mann geriet in der Aare in Not und verstarb später im Spital. Eine Anwohnerin sagte, dass die Stelle bei Surfern beliebt ist, aber viele die Gefahr an der Unfallstelle unterschätzen würden. Eine erfahrene Surferin sagte, dass River– wie auch Bungeesurfing – sehr gefährlich sein könne, besonders bei Unwetter und Hochwasser wegen des Schwemmholzes.

Wellenbretteln, Bungee- und Riversurfing

Beim Wellenbretteln, Bungee- und Riversurfing nutzen Surferinnen und Surfer die Strömung des Flusses, um auf den Wellen zu reiten. Dabei gibt es verschiedene Varianten, wie das Bundesamt für Unfallverhütung (BFU) auf seiner Website schreibt.

  • Beim Wellenbretteln ist ein Brett fix mit einem Seil an einem Baum oder einer Brücke fixiert.

  • Beim Bungeesurfing nutzen die Surferinnen und Surfer eigene Surfboards. Sie halten sich an elastischen Seilen fest, die an Bäumen oder Brücken befestigt sind.

  • Beim Riversurfing wird auf einer stehenden Flusswelle gesurft – ohne Seil.

Das BFU listet auf der Website fünf wichtige Punkte bezüglich der Sicherheit auf. So soll man auf Strömungsverhältnisse und Hindernisse im Fluss achten und vor dem Surfen nach geeigneten Ein- und Ausstiegsstellen Ausschau halten. Ebenso wird eine Rettungs- oder Schwimmweste empfohlen. Der Partner oder die Partnerin müsse im Notfall das Seil kappen können. Zudem sei unbedingt auf Schwimmerinnen und Schwimmer sowie Boote zu achten – diese haben Vortritt.

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