Caritas-Bericht: Es mangelt an Wohnraum für Arme

Aktualisiert

Caritas-BerichtEs mangelt an Wohnraum für Arme

Die meisten Kantone tun zu wenig, um armen Menschen günstigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Zu diesem Schluss kommt die Caritas in ihrem jüngsten Bericht.

Wohnblöcke mit preisgünstigen Wohnungen an der Rautistrasse in Zürich-Altstetten (Archivbild).

Wohnblöcke mit preisgünstigen Wohnungen an der Rautistrasse in Zürich-Altstetten (Archivbild).

Die Mehrheit der Kantone unternimmt kaum etwas, um armutsgefährdeten Bürgern preisgünstige Wohnungen anzubieten. Das geht aus dem jüngsten Bericht des Hilfswerks Caritas hervor. Es fordert die Kantone auf, eine aktivere Wohnpolitik zu betreiben.

In einer nachhaltigen Armutspolitik sei Wohnen ein zentraler Baustein, schreibt die Caritas in ihrer Mitteilung vom Dienstag. In den letzten Monaten sei günstiger Wohnraum in einigen Gemeinden aber absichtlich vernichtet worden, um Menschen in Armut fernzuhalten. Begünstigt werde das Hin- und Herschieben von benachteiligten Menschen zwischen Gemeinden durch kleinräumige Wohnpolitiken.

Aus diesem Grund braucht es laut dem Hilfswerk kantonale Strategien, welche Armut und Wohnen langfristig angehen und verbindliche Ziele vorschreiben. «Die Kantone müssen eine stärkere Rolle in diesem Bereich übernehmen.»

Nur ein Kanton hat eine Strategie

Die kantonale Bilanz sieht gemäss Caritas aber ernüchternd aus: Mit Basel-Stadt besitze nur ein einziger Kanton eine Wohnstrategie, in der Armut explizit ein Teil sei, kritisiert das Hilfswerk. Zehn Kantone hätten zwar den Zusammenhang erkannt, seien aber noch weit von einer kantonalen Strategie entfernt.

Zehn weitere Kantone förderten höchstens den preisgünstigen Wohnbau und leisteten punktuell Hilfe. Laut Caritas sind die Kantone Appenzell Ausserrhoden, Glarus, Obwalden, Schaffhausen und Uri im Bereich Wohnen und Armut gar nicht aktiv.

Unter dem Slogan «Armut halbieren» lancierte Caritas 2010 ein Jahrzehnt der Bekämpfung von Armut in der Schweiz. Das Hilfswerk will dabei nicht nur die Politik und die Wirtschaft auf das Thema aufmerksam machen, sondern hat sich auch verpflichtet, Monitoringberichte zur Armut zu verfassen. (sda)

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