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Trockenheit«Es müsste über Wochen stark regnen»

Auch der Starkregen hilft gegen die aktuelle Trockenheit nicht. Um die Grundwasserspiegel anzuheben, brauche es viel mehr Niederschlag, sagt ein Experte.

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In weiten Teilen der Schweiz herrscht Trockenheit, daran ändern auch die massiven Niederschläge vom Sonntagabend nichts.

In weiten Teilen der Schweiz herrscht Trockenheit, daran ändern auch die massiven Niederschläge vom Sonntagabend nichts.

Tages-Anzeiger/Urs Jaudas
In Malans GR wurden mehrere Brunnen abgestellt, um Wasser zu sparen.

In Malans GR wurden mehrere Brunnen abgestellt, um Wasser zu sparen.

Keystone/Gian Ehrenzeller
Im April kam es im Tessin bereits zu Waldbänden wegen Trockenheit.

Im April kam es im Tessin bereits zu Waldbänden wegen Trockenheit.

Gabriele Putzu

Die Wiesen färben sich gelb und braun, die Salate der Bauern verwelken noch auf dem Feld und die Waldbrandgefahr steigt. In weiten Teilen der Schweiz herrscht Trockenheit, daran ändern auch die massiven Niederschläge vom Sonntagabend nichts.

«Wirklich stark geregnet hat es nur im Jura und in den Alpen, im Mittelland war der Regen eher ein Tropfen auf den heissen Stein», sagt Manfred Stähli von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL).

Viele Kantone hätten bereits Anfang Monat tiefe Grundwasserspiegel gemeldet, und seither habe sich die Lage noch verschärft. In einer solchen Situation brauche es viel Niederschlag, um die Grundwasserpegel wieder in den normalen Bereich zu bringen. «Es muss über Wochen stark regnen, je nach Lage sogar bis zu einen Monat lang. Eine solche Entspannung ist jedoch nicht in Sicht.»

Austrocknung sei schon sehr hoch

Zusammen mit ETH und Bund betreibt die WSL ein Trockenheitsportal. Die Prognose: In den Regionen Zürich, Ostschweiz und Tessin droht ein hohes Feuchtigkeitsdefizit. Die Situation sei noch nicht so schlimm wie im Hitzesommer 2003, damals habe es im Frühling noch weniger geregnet, was die Situation im Sommer verschärft habe. Die Austrocknung sei im vergleich mit dem Hitzesommer 2015 aber bereits «sehr hoch».

Für diese Woche seien aber immerhin zahlreiche Schauer und Gewitter prognostiziert worden. Wie es danach weitergeht, ist noch unklar. «Die aktuellen Monatsvorhersagen prognostizieren bis Anfang August überdurchschnittliche Temperaturen und keine klare Tendenz für den Niederschlag», schreiben die Forscher.

Stähli warnt: «Je länger grosse Niederschlagsmengen ausbleiben, desto kritischer wird die Situation beim Grundwasser.» Bauern hätten bereits Probleme, ihre Felder genügend zu bewässern. «Beim Trinkwasser sind wir jedoch weit von einer Knappheit entfernt.»

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