Aktualisiert 16.08.2019 06:59

3er BMW TouringEs muss nicht immer ein SUV sein

BMW ergänzt die neue Generation des 3ers um die beliebte Kombivariante Touring. Wer ihn fährt, fragt sich, weshalb SUVs so im Trend sind.

von
Dave Schneider
16.8.2019
In der Schweiz machte der Kombi-Anteil an den verkauften BMW 3er im vergangenen Jahr 87,5 Prozent aus. Nun bringen die Bayern Ende September den neuen 3er als Touring  auf den Markt, was die Verkaufszahlen wiederum deutlich beflügeln dürfte.

In der Schweiz machte der Kombi-Anteil an den verkauften BMW 3er im vergangenen Jahr 87,5 Prozent aus. Nun bringen die Bayern Ende September den neuen 3er als Touring auf den Markt, was die Verkaufszahlen wiederum deutlich beflügeln dürfte.

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«Es muss nicht immer ein SUV sein», resümiert 3er-Projektleiterin Elke Sonak und hat damit natürlich recht – so lange solch gelungene Kombis gebaut werden, wird diese Karosserieform weiterhin gekauft und nicht so bald den Rechenmaschinen zum Opfer fallen.

«Es muss nicht immer ein SUV sein», resümiert 3er-Projektleiterin Elke Sonak und hat damit natürlich recht – so lange solch gelungene Kombis gebaut werden, wird diese Karosserieform weiterhin gekauft und nicht so bald den Rechenmaschinen zum Opfer fallen.

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Der fast gleich lange SUV X3 hat im Vergleich dazu zwar etwas mehr Stauraum (550 bis 1600 Liter), doch sobald man sich hinter das Steuer des neuen, 4,7 Meter langen 3er Touring setzt und losfährt, wird klar, welches das bessere Auto ist.

Der fast gleich lange SUV X3 hat im Vergleich dazu zwar etwas mehr Stauraum (550 bis 1600 Liter), doch sobald man sich hinter das Steuer des neuen, 4,7 Meter langen 3er Touring setzt und losfährt, wird klar, welches das bessere Auto ist.

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Es ist längst nichts Neues mehr: Grosse Stückzahlen generieren die Autohersteller derzeit vorwiegend mit SUV-Modellen. Die klassischen Karosserieformen geraten da ins Hintertreffen – auch die früher sehr populären Kombis, obwohl diese keineswegs an Vorzügen verloren haben, im Gegenteil. Immerhin im Segment der gehobenen Mittelklasse, wo die 3er-Reihe von BMW, die C-Klasse von Mercedes-Benz und der Audi A4 die Sache mehrheitlich unter sich ausmachen, sind die Kombi-Varianten weiterhin sehr beliebt. Kein Wunder, diese Autos sind nicht nur praktisch und komfortabel, sondern fahren sich in der Regel auch wesentlich dynamischer als hochbauende SUVs. Günstiger sind sie oftmals auch. Vom Verbrauch gar nicht erst zu reden.

In der Schweiz machte der Kombi-Anteil an den verkauften BMW 3er im vergangenen Jahr 87,5 Prozent aus. So verwundert es nicht, dass die Absatzzahlen dieser Baureihe im ersten Halbjahr 2019 mit 1033 Einheiten nicht berauschend waren – der im Frühling neu aufgelegten Generation fehlte bisher schlicht der Kombi. Nun bringen die Bayern diese Touring genannte Variante Ende September auf den Markt, was die Verkaufszahlen nicht nur in der Schweiz deutlich beflügeln dürfte: Im Heimmarkt Deutschland entscheiden sich immerhin 66 Prozent der 3er-Käufer für einen Touring, in Grossbritannien sind es 75 Prozent.

«Der Touring ist ein europäisches Produkt»

Ausserhalb Europas ist die Modellvariante hingegen nicht relevant: «Der Touring ist ein europäisches Produkt», erklärt Projektleiterin Elke Sonak; in China oder in den USA wird das Modell gar nicht erst angeboten. Dennoch wurden in den bisher 32 Jahren Bauzeit über 1,7 Millionen Einheiten des Touring verkauft. Allein von der fünften Generation, die nun abgelöst wird, setzte BMW rund 500'000 Stück ab.

Und tatsächlich spricht vieles für einen Kombi. Der neue 3er Touring macht das exemplarisch vor: Kofferraumkapazität 500 bis 1510 Liter, elektrisch betätigte Heckklappe mit separat öffnender Scheibe, die Rücksitze können bequem vom Kofferraum aus per Tastendruck einzeln umgeklappt werden, die Kofferraumabdeckung und das Gepäckraumtrennnetz werden einfach unter dem Laderaumboden verstaut – praktischer sind da auch die SUVs nicht. Genial ist das neue Antirutsch-System: Im Kofferraumboden sind flache Metallschienen, auf denen das Transportgut beim Ein- und Auslanden besonders gut gleitet. Wird die Heckklappe geschlossen, fahren dazwischen Gummi-Schienen hoch, auf denen das Gepäck kaum mehr rutschen kann – das ist wirklich clever.

Mischung aus Agilität, Präzision und Leichtfüssigkeit

Der fast gleich lange SUV X3 hat im Vergleich dazu zwar etwas mehr Stauraum (550 bis 1600 Liter), doch sobald man sich hinter das Steuer des neuen 3er Touring setzt und losfährt, wird klar, welches das bessere Auto ist. Man fühlt sich auf Anhieb wohl hinter dem Volant, die Ergonomie passt, und dieses Fahrgefühl, diese Mischung aus Agilität, Präzision, Leichtfüssigkeit und Souveränität, für das der bayerische Hersteller zu recht berühmt ist, stellt sich auch in der neuesten Generation des 3er Touring von der ersten Kurve an ein.

Der stets mit diesem Handling in Verbindung gebrachte Heckantrieb bietet BMW übrigens nur noch für die Einstiegsvarianten an, und auch das Plug-in-Hybrid-Modell 330e, das in diesem Sommer als Limousine und erst im nächsten Jahr auch als Touring auf den Markt kommt und eine rein elektrische Reichweite bis 66 Kilometer verspricht, wird über die Hinterräder angetrieben.

Alle anderen Motorisierungen kommen in Verbindung mit dem Allradantrieb xDrive – und das passt, denn 93 Prozent der verkauften 3er Touring werden hierzulande ohnehin mit dieser Antriebsart verkauft. Der Fahrdynamik schadet diese Tatsache keineswegs, im Gegenteil: Das vollvariable 4x4-System ist grundsätzlich hecklastig ausgerichtet und verteilt die Kraft ansonsten bedarfsgerecht auf die Räder, was nicht nur die Agilität, sondern natürlich auch die Sicherheit erhöht.

Es muss nicht immer ein SUV sein

Die Motoren sind von der 3er Limousine bekannt. Angeboten werden zum Marktstart Ende September ein Vierzylinder-Diesel mit 190 PS, ein Sechszylinder-Diesel mit 265 PS und ein Sechszylinder-Benziner mit 258 PS, im November folgen die Einstiegs-Varianten 318d (Diesel) und 320i, beide mit Heckantrieb, sowie der allradgetriebene Top-Benziner M340i xDrive.

«Es muss nicht immer ein SUV sein», resümiert 3er-Projektleiterin Elke Sonak und hat damit natürlich recht – so lange solch gelungene Kombis gebaut werden, wird diese Karosserieform weiterhin gekauft und nicht so bald den Rechenmaschinen zum Opfer fallen. Gerade in der gehobenen Mittelklasse wird man sich um die klassischen Kombis also noch keine Sorgen machen müssen.

BMW 3er Touring

Modell: Mittelklasse-Kombi

Masse: Länge 4709 mm, Breite 1827 mm, Höhe 1440 mm, Radstand 2851 mm

Kofferraum: 500 bis 1510 Liter

Motoren: Vorerst ein Benziner mit 245 PS sowie zwei Diesel mit 190 PS und 265 PS

Fahrleistungen: Von 0 auf 100 km/h in 5,4 bis 7,5 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit von 225 bis 250 km/h

Verbrauch: 4,4 bis 6,6 Liter auf 100 Kilometer

CO2-Ausstoss: 115 bis 151 Gramm pro Kilometer

Markteinführung: Ab 28. September

Preis: Ab 52'500 Franken

Infos: www.bmw.ch

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