«Es nervt mich sehr»: Manuel Akanji ärgert sich trotz Spanien-Sieg

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Stimmen zum Spiel«Es nervt mich sehr» – Akanji ärgert sich trotz Sieg gegen Spanien

Die Schweiz gewinnt auswärts gegen Spanien mit 2:1. Ausgerechnet Torschütze Manuel Akanji verpasst nun aber das letzte Spiel gegen Tschechien wegen einer Gelbsperre.

von
Lucas Werder
Silvan Haenni
(aus Saragossa)

Akanji trifft nach einer Ecke zum 1:0.

SRF

Darum gehts

Zweimal wurde es am Samstag im Estadio La Romareda plötzlich ganz still. In der ersten Halbzeit nickte Manuel Akanji nach einem Eckball zum 1:0 ein, im zweiten Durchgang stand Breel Embolo ebenfalls nach einem Eckball goldrichtig und vollendete zum 2:1. Beide Male hatte Ruben Vargas den Ball von der Eckfahne zur Mitte geschlagen.

Wird der Augsburg-Flügel also zum neuen Standardspezialist der Nati? «Ruben wollte die Eckbälle zuerst gar nicht ausführen», sagt Xherdan Shaqiri nach dem Coup gegen Spanien. «‹Doch, doch›, habe ich ihm dann gesagt. Er hat das sehr gut gemacht.»

Steffen als Linksverteidiger

Shaqiri selbst zeigte sich sehr zufrieden mit der Leistung der Nati. «Es ist für uns ein schöner Abend, den wir geniessen werden. Aber es geht ja schon am Dienstag wieder weiter», erklärte der Chicago-Profi. Der 30-Jährige zeigte auf dem rechten Flügel eine gute Partie, auch wenn er kein Geheimnis daraus macht, lieber etwas zentraler zu spielen. «Aber am Ende entscheidet der Trainer, wo ich spiele», sah es Shaqiri pragmatisch.

Ebenfalls auf ungewohnter Position musste in Saragossa Renato Steffen ran. Der Flügelspieler ersetzte in der Pause den immer noch leicht erkälteten Ricardo Rodriguez als Linksverteidiger. «Es war schon etwas ungewohnt, aber auch nicht das erste Mal, dass ich dort spielen musste», sagte Steffen. «Es ist etwas, woran ich mich gewöhnen könnte.»

«Kann mir nichts vorwerfen»

Eine Premiere erlebte Manuel Akanji. Sein Treffer zum 1:0 war sein erster im Nati-Dress. Trotzdem war dem ManCity-Verteidiger nach Spielende nicht so richtig zum Feiern zumute. «Es nervt mich sehr, dass ich am Dienstag nicht spielen kann», sagte Akanji. Der 27-Jährige sah in der ersten Halbzeit Gelb wegen Reklamierens und fehlt nun gegen Tschechien gelbgesperrt. «Ich kann mir nicht mal etwas vorwerfen. Ich habe dem Schiri nur gesagt, er könne nicht jedes Mal Foul pfeifen, wenn ein Spieler hinfällt», erklärte Akanji. «Wenn das Gelb ist, weiss ich auch nicht.» Er sei aber unglaublich froh, dass man am Ende die drei Punkte holen konnte.

Auch Captain Granit Xhaka zeigte sich zufrieden, merkte aber an: «Wir haben heute meiner Meinung nach keinen schönen Fussball gezeigt», analysierte der Arsenal-Profi. «Aber das muss man gegen Spanien auch nicht.» In der Vergangenheit habe die Schweiz gegen solche Gegner noch deutlich weniger Chancen kreiert. Xhaka hob zudem die Reaktion der Nati nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich hervor. «Früher hätten wir solche Spiele verloren.»

Ein Punkt gegen Tschechien reicht

Als «typisches Stürmertor» bezeichnete Breel Embolo seinen Treffer zum 2:1. «Und weil ich ja eigentlich kein typischer Stürmer bin, freut mich das ganz besonders», so der Monaco-Angreifer. «Im richtigen Moment am richtigen Ort zu stehen, ist das, wo ich mich immer noch verbessern kann.»

Trainer Murat Yakin blickte bereits voraus auf das Spiel am Dienstag. Der Nati genügt dank des Erfolges in Spanien nun gegen den direkten Konkurrenten Tschechien ein Remis, um den Ligaerhalt zu schaffen. «Wir wollen den Zuschauern in St. Gallen ein gutes Spiel zeigen», sagte Yakin. «Was danach kommt in Sachen WM, sehen wir dann. Wir haben heute gesehen, was drin liegt, wenn alle dabei und fit sind.» 

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