Vergewaltigung in Basel – «Es reicht nicht, wenn Polizei selektiv Präsenz zeigt»
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Vergewaltigung in Basel«Es reicht nicht, wenn Polizei selektiv Präsenz zeigt»

In der Nacht auf Freitag wurde in Basel unweit der Ausgangsmeile Steinenvorstadt eine junge Frau in einer Unterführung vergewaltigt. Jetzt fordert die SVP dort Videoüberwachung.

von
Lukas Hausendorf
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Nachdem in einer Unterführung bei der Heuwaage in Basel am Freitag eine junge Frau vergewaltigt wurde, fordert die Basler SVP die Intallation einer temporären Videoüberwachung.

Nachdem in einer Unterführung bei der Heuwaage in Basel am Freitag eine junge Frau vergewaltigt wurde, fordert die Basler SVP die Intallation einer temporären Videoüberwachung.

20min/Lukas Hausendorf
Die Tat geschah am Freitag kurz vor vier Uhr morgens in der Unterführung am Lohweg, die von der Steinenvorstadt zum Nachtigallenwäldeli führt.

Die Tat geschah am Freitag kurz vor vier Uhr morgens in der Unterführung am Lohweg, die von der Steinenvorstadt zum Nachtigallenwäldeli führt.

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Der Täter, ein junger englischsprachiger Mann, ist flüchtig. 

Der Täter, ein junger englischsprachiger Mann, ist flüchtig.

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Darum gehts

  • Am Freitag wurde in Basel eine junge Frau auf dem Nachhauseweg vergewaltigt.

  • Der Tatort unweit der Ausgehmeile Steinenvorstadt sei ein Gewalt-Hotspot, sagt die SVP.

  • Die Partei fordert nun eine temporäre Videoüberwachung des Gebiets und mehr Polizeipräsenz.

Wie die Basler Staatsanwaltschaft mitteilte, wurde in der Nacht auf Freitag, kurz vor vier Uhr morgens, in der Unterführung am Lohweg eine junge Frau Opfer eines Sexualdelikts. Ein junger Mann, den die Frau zuvor schon in einem Club unweit des Tatorts abgewiesen hatte, habe sie demnach trotz Gegenwehr in der Unterführung vergewaltigt. Der englischsprachige Täter ist nach wie vor flüchtig.

Der Tatort liegt im Bereich zwischen Heuwaage und Nachtigallenwädeli, wo es in der Vergangenheit immer wieder zu Gewalt und anderen Delikten in Zusammenhang mit dem Nachtleben gekommen ist. «Das Gebiet ist zu einem neuen Kriminalitäts-Hotspot verkommen», schreibt die Basler SVP in einer Mitteilung. Die Partei fordert nun im Nachgang zum Sexualdelikt «umgehend» eine temporäre Videoüberwachung und weitere polizeiliche Massnahmen, um die Sicherheit der Bevölkerung dort zu gewährleisten. Grossrat Joël Thüring werde eine entsprechende Anfrage an die Regierung einreichen.

Mit Videoüberwachung an Brennpunkten hat die Polizei in der jüngeren Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht. Wie am Freitag bekannt wurde, führte die temporäre Videoüberwachung im Basler Rheinhafen zu einer Halbierung der polizeilichen Requisitionen im Vergleich zum Vorjahr. Im Frühling kam es dort regelmässig zu illegalen Partys. Im Mai wurde ein 15-Jähriger bei einer Massenschlägerei lebensgefährlich verletzt. Im Nachgang zu diesem Gewaltexzess installierte das Basler Justiz- und Sicherheitsdepartement ohne Ankündigung Überwachungskameras. Nun wurden die Kameras wieder entfernt.

Mehr Polizei in kritischen Stunden

Eine rechtliche Grundlage für eine temporäre Videoüberwachung sei im kantonalen Informations- und Datenschutzgesetz gegeben, schreibt die SVP in einer Mitteilung. Darüber hinaus solle auch die Polizei in den kritischen Stunden verstärkte Präsenz auf den Fusswegen rund um die Heuwaage zeigen. «Es ist nicht mehr ausreichend, wenn nur in der Steinenvorstadt einige Polizeikräfte jeweils selektiv Präsenz markieren.»

Das Gebiet zwischen Heuwaage und Zoo wurde in den vergangen Jahren aufwendig umgestaltet und aufgewertet. Das einst dunkle Nachtigallenwäldeli ist jetzt offen und wesentlich besser beleuchtet. Vor diesem Hintergrund sei die negative Entwicklung «umso erstaunlicher», wie Thüring in seiner Anfrage an dei Regierung festhält.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

Agredis, Gewaltberatung von Mann zu Mann, Tel. 078 744 88 88

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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