Aktualisiert 24.02.2012 12:44

Wieder zwei Abgänge

Es rumort weiterhin im Migrationsamt

Bei ihren Mitarbeitern hatte sie keinen Rückhalt mehr - nun tritt Vizedirektorin Eveline Gugger Bruckdorfer zurück. Auch der Direktor für Migrationspolitik geht.

Asylbewerber in ihrer Unterkunft in Wünnewil. Die Politik tut sich schwer, für sie Lösungen zu finden.

Asylbewerber in ihrer Unterkunft in Wünnewil. Die Politik tut sich schwer, für sie Lösungen zu finden.

Im Bundesamt für Migration (BFM) kommt es knapp drei Wochen nach der Ankündigung einer erneuten Reorganisation zu zwei Abgängen auf Direktionsstufe. Die Leiter der Direktionsbereiche «Asyl und Rückkehr» sowie «Migrationspolitik» verlassen das Amt. Gemäss einer Mitteilung des BFM erfolgt der Abgang der bisherigen Leiterin «Asyl und Rückkehr», Eveline Gugger Bruckdorfer, im gegenseitigen Einvernehmen mit BFM-Direktor Mario Gattiker.

Die bisherige Vizedirektorin will sich laut Communiqué beruflich neu orientieren. Auf Anfrage hiess es beim BFM, dass über die Abgangsmodalitäten Stillschweigen vereinbart worden sei.

Gugger Bruckdorfer hatte in ihrem Team offenbar keinen Rückhalt mehr. «Ihre Unterstellten fühlen sich heute nicht als Team, sondern als Teil einer Armee, die Befehle empfangen und ausführen muss», zitierte der «Tages-Anzeiger» am Donnerstag den Personalverband Transfair.

Stelle erst nach Reorganisation defintiv besetzen

Die Stelle von Gugger Bruckdorfer soll erst nach Abschluss der erneuten Reorganisation ausgeschrieben und definitiv neu besetzt werden. Bis dahin übernimmt Pius Betschart die Aufgaben der Vizedirektorin.

Beim zweiten Abgang handelt es sich laut Communiqué um einen Rücktritt altershalber. Der bisherige Leiter des Direktionsbereichs Migrationspolitik, Gottfried Zürcher, verlässt das BFM nach 33 Jahren und geht Anfang März in Pension. Interimistisch wird sein Posten vom bisherigen Chef der Sektion Europa, Markus Peek, übernommen.

Ständige Baustelle Asylwesen

Die beiden Abgänge erfolgen kurze Zeit nachdem die für das Asylwesen zuständige Justizministerin Simonetta Sommaruga angekündigt hat, die von ihrer Vorgängerin Eveline Widmer-Schlumpf aufgegleiste Reorganisation des BFM zum Teil wieder rückgängig zu machen.

Ein externer Gutachter war zum Schluss gekommen, dass die Ziele der Reorganisation nicht erreicht worden sind und sich die Lage gar verschlechtert habe. Die Produktivität habe ab- statt zugenommen. Neu sollen Asylverfahren nun nicht mehr von einer Stelle bearbeitet werden. Für die Rückkehr abgewiesener Asylsuchender soll wieder eine eigene Abteilung zuständig sein.

Bereits unter Sommarugas Vorgängerin war es im BFM zu etlichen Personalwechseln gekommen. BFM-Direktor Eduard Gnesa wurde Mitte 2009 von Widmer-Schlumpf wegbefördert und durch du Bois-Reymond ersetzt. Und im März musste dann Vize-Direktor Jürg Scheidegger den Hut nehmen und Eveline Gugger Bruckdorfer Platz machen. (sda)

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