Aktualisiert 31.01.2012 16:16

NFC statt PortemonnaieEs tut sich was beim Bezahlen mit dem Handy

Das Einkaufen mit mobilen Geräten kommt nur langsam in Fahrt. Jetzt lanciert Sunrise einen Pilotversuch und auch die Konkurrenten Swisscom und Orange bringen sich in Stellung.

von
dsc
Die Technologie namens Near Field Communication (NFC) soll das sichere und bequeme Bezahlen mit dem Handy ermöglichen.

Die Technologie namens Near Field Communication (NFC) soll das sichere und bequeme Bezahlen mit dem Handy ermöglichen.

Die Schweizer Mobilfunkanbieter treiben die Entwicklung der sogenannten Mobile-Payment-Technologie langsam aber stetig voran. Beim neuesten internen Pilotversuch von Sunrise müssen die Testpersonen zum Zahlen ihr Handy nur noch an ein Lesegerät halten, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Über einen speziellen Chip wird das Handy erkannt und die Zahlung verbucht.

Die rund 20 Sunrise-Testkunden können in der nächsten Phase ab März Waren im Wert von maximal 40 Franken bezahlen - ohne sich durch einen PIN-Code oder eine Unterschrift identifizieren zu müssen. Abgerechnet werden die Zahlungen über die Kreditkartenfirma.

Das Ganze basiert auf dem Technologie-Standard NFC (Near Field Communication). Mit dem NFC-Chip wird der drahtlose und sichere Austausch von Daten über kurze Distanzen ermöglicht. Zusammen mit den Konkurrenten Orange und Swisscom tüftelt Sunrise seit mehr als zwei Jahren an NFC-Lösungen. Die drei grössten Mobilfunkanbieter des Landes haben sich 2009 zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen. Sie wollen das Handy «als Zahlungsmittel und elektronisches Ticket vorantreiben» und anderen Branchen den Einstieg ins NFC-Geschäft erleichtern.

Nicht vor 2013

Bereits heute können Handybesitzer an Verpflegungsautomaten von Selecta via SMS bezahlen. In der Zukunft - gemäss Sunrise nicht vor dem Jahr 2013 - sollen Konsumenten dank NFC an Kassen von Einkaufsläden, an Billettautomaten oder in einer Bar bequem mit dem Handy bezahlen können. Sunrise rechnet damit, dass in der Schweiz bald auch Grossverteiler in das Geschäft einsteigen werden.

Seitens der Handyhersteller besteht ebenfalls noch Aufholbedarf. Der NFC-Chip ist noch längst nicht in allen mobilen Geräten anzutreffen. Im populären Samsung-Smartphone Galaxy S2 ist der Chip eingebaut, hingegen wird Apple frühestens mit dem iPhone 5 auf die NFC-Technologie setzen.

Swisscom: mittelfristiges Projekt

Swisscom testet die NFC-Technologie ebenfalls. Es gehe zurzeit eine Menge in dem Bereich, sagte Swisscom-Sprecher Carsten Roetz auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Allerdings müssten nach wie vor zahlreiche technische Fragen wie auch die Kundenbedürfnisse abgeklärt werden.

Bei dem Bezahlvorgang seien nicht nur die Mobilfunkanbieter und die Anbieter eines Produkts, sondern auch Banken und Kreditkartenfirmen beteiligt. Wann das Bezahlen mit dem Handy in der Schweiz zum Normalfall wird, konnte der Swisscom-Sprecher nicht sagen. NFC sei ein mittelfristiges Projekt - sprich, es dürfte noch einige Zeit dauern bis zur flächendeckenden Lancierung.

Orange: Tests abgeschlossen

Orange habe seine Tests bereits abgeschlossen, heisst es beim dritten grossen Schweizer Mobilfunkanbieter auf Anfrage. Das Unternehmen könne von früheren Erfahrungen aus internationalen Tests und Pilotprojekten profitieren.

In Frankreich und anderen Ländern biete Orange bereits mobile Payment-Lösungen und -Angebote an. Wann die Mobile-Payment-Lösungen für die Schweiz marktreif sind, konnte auch Orange nicht angeben. (dsc/sda)

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