Nach 2019 erlebt der FC Aarau nächstes Aufstiegs-Drama
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Aarauer verpassen Aufstieg«Es tut unglaublich weh!» – Aarau erlebt nach 2019 nächstes Aufstiegsdrama

Mit 1:2 verliert der FC Aarau gegen Vaduz. Weil Winterthur und Schaffhausen zeitgleich gewinnen, versinkt der FCA im Tal der Tränen. Der Verein ist in Schockstarre. 

von
Nils Hänggi

Hier vergeigt der FC Aarau den Aufstieg in die Super League. 

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Darum gehts

Auf der einen Seite: zwei feiernde Vereine. Auf der anderen: ein zutiefst trauriger Club. Von wem die Rede ist? Von Winterthur und Schaffhausen sowie dem FC Aarau. Nach einem Riesendrama am Samstagabend steigt Winti in die Super League auf. Schaffhausen schafft den Sprung in die Barrage und der FCA, der verliert nach der 1:2-Pleite gegen Vaduz alles. Vor dem letzten Spieltag war Aarau noch Erster, nun ist er Dritter. 

Als auf dem Brügglifeld der Schiri abpfeift, herrscht Stille. Es herrscht absolute Kater-Stimmung. Dabei ist alles angerichtet. Volle Hütte mit 8000 Zuschauerinnen und Zuschauern, der Club feiert das 120-jährige Bestehen. Vor der Partie rollen die Aarau-Fans noch einen Banner aus mit dem Satz: «Der geilste Verein von der Welt – der FC Aarau vom Brügglifeld.» Nach 96 Minuten ist klar: Der FCA erlebt ein Aufstiegsdrama – sein nächstes nach 2019. Damals gewann Aarau in der Barrage auswärts gegen Xamax mit 4:0. Im Rückspiel gab es dann eine 0:4-Klatsche, im Penaltyschiessen schied man schliesslich aus. 

Jérôme Thiesson ist Minuten nach Schluss den Tränen nahe. So hat sich der 34-Jährige sein Karriereende nicht vorgestellt. «In der Kabine schweigen alle, es redet niemand», so Thiesson. «Wir haben viele Punkte geholt, aber leider nicht genug.» Er habe keine Ahnung. «Es war eine brutale Saison – das ist halt der Sport.» Nach dem Interview wendet er sich noch an die Fans, die ihn mit Sprechchören verabschieden. Es ist der Punkt, an dem ihn endgültig die Gefühle übermannen. Tränen laufen ihm übers Gesicht.

Nach 96 Minuten ist klar: Der FCA erlebt ein Aufstiegsdrama – sein nächstes nach 2019.

Nach 96 Minuten ist klar: Der FCA erlebt ein Aufstiegsdrama – sein nächstes nach 2019.

Marc Schumacher/freshfocus

«Nächstes Jahr steigen wir auf – ganz sicher!»

Auch Trainer Stephan Keller kann die Niederlage noch nicht richtig begreifen. Er muss tröstende Worte für sein Team finden: «Ich habe mich für die Saison und die harte Arbeit bei der Mannschaft bedankt. Aber am Schluss tut es extrem weh, dass wir den Sack nicht zumachen konnten.»  FCA-Keeper Simon Enzler sagt: «Im Moment können wir nicht nach vorne schauen. Es tut einfach unglaublich weh!» Top-Stürmer Shkelzen Gashi meint: «Das kann man nicht steuern. Wir sind top vorbereitet gewesen, die Unterstützung war riesig. Die Fans waren toll! Wir hoffen, dass sie weiterhin hinter uns stehen. Ich bin stolz auf diesen Club, dieses Team und die Fans.»

Apropos Fans. Ja, nach Abpfiff herrscht Stille. Aber nicht sehr lange. Als die Aarauer Spieler auf das Spielfeld zurückkommen, gibt es aufmunternden Applaus von den Rängen und «Hopp Aarau»-Rufe. Und noch später – das Stadion ist mittlerweile leer – tummeln sich die Fans in den Bars vor dem Stadion und in der Innenstadt. Mit Bier und Musik versuchen sie, ihren Schmerz zu stillen. Einer ruft: «Nächstes Jahr steigen wir auf – ganz sicher!» Es ist klar: Ein weiteres Aufstiegsdrama will hier niemand erleben.

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