Aktualisiert 16.12.2019 10:55

Hundwil AR

«Es tut weh, dass ich die Tiere nicht retten konnte»

Bei einem Brand in Hundwil AR sind am Samstag 200 Schweine ums Leben gekommen. Eine 85-Jährige konnte sich durchs Fenster retten und ihre Familie warnen.

von
maw
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In Hundwil AR hat es in der Nacht auf Samstag (14. Dezember 209) in einem Stall mit angebautem Wohnhaus gebrannt.

In Hundwil AR hat es in der Nacht auf Samstag (14. Dezember 209) in einem Stall mit angebautem Wohnhaus gebrannt.

Vom Gebäude sind am Tag danach nur noch die Trümmer übrig.

Vom Gebäude sind am Tag danach nur noch die Trümmer übrig.

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Im Stall befanden sich 200 Schweine, die alle in den Flammen umkamen.

Im Stall befanden sich 200 Schweine, die alle in den Flammen umkamen.

maw

Bei einem Brand in einem Wohnhaus mit angebautem Stall sind in der Nacht auf Samstag in Hundwil AR 200 Schweine in den Flammen ums Leben gekommen.

Vom Gebäude sind nur noch die Trümmer zu sehen. (Video: maw)

Bemerkt wurde der Brand von der 85-jährigen Hauseigentümerin. Sie wohnte im angebauten Wohnhaus und roch den Rauch. «Sie ist dann zu ihrer Zimmertür gelaufen und hat sich am bereits heissen Türgriff die Hand verbrannt», sagt Bruno Knöpfel, der Sohn der 85-Jährigen. Sie konnte sich dann aber noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. «In ihrem fortgeschrittenen Alter hat sie es geschafft, unverletzt aus dem Fenster zu springen.»

Trauer um die Tiere

Die betagte Frau sei dann zum Hauptgebäude des Hofes geeilt und habe die Familie ihres Sohnes alarmiert. Als diese nachschauen wollte, standen der Stall und das Wohnhaus bereits im Vollbrand. «Wir konnten nicht zum Gebäude gelangen, da der Wind über eine Distanz von rund 40 Metern Glut und sengend heisse Luft zu uns wehte», erzählt Knöpfel. Umgehend habe er begonnen, die Scheune und das Hauptgebäude mit Wasser abzuspritzen, so der 59-Jährige.

Knöpfel trauert um seine verstorbenen Schweine. «Als Landwirt sind einem die Tiere natürlich sehr wichtig und man will nur das Beste für sie.» Umso mehr schmerze es ihn, dass er den Tieren nicht zu Hilfe kommen und sie retten konnte.

Auch seine Mutter habe vieles verloren. Fast nichts wurde von den Flammen verschont. «Alle Kleider meiner Mutter und ihre Erinnerungsstücke wurden zerstört», sagt Knöpfel. Daraufhin folgte in Hundwil eine Welle der Solidarität. «Unglaublich viele Leute haben sich bei uns gemeldet, haben meiner Mutter Kleider angeboten. Das bedeutet uns sehr viel.»

Ermittlungen im Gange

Der entstandene Sachschaden dürfte sich laut Polizei auf mehrere hunderttausend Franken belaufen. Für Bruno Knöpfel ist der Verlust aber weit grösser: «Im abgebrannten Haus bin ich aufgewachsen. Ich habe sehr viele schöne Erinnerungen daran.»

Laut dem Landwirt waren der Stall und das Wohnhaus in einem guten Zustand. Die Ursache des Brandes ist derzeit noch unklar. Zur Klärung der Brandursache wurde der Kriminaltechnische Dienst der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden beigezogen. Insgesamt standen wegen des Brandes rund 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Sanität und Polizei im Einsatz.

Spendenaufruf für den Brandfall

Die Gemeinde Hundwil hat beschlossen, die Betroffenen des Brandes zu unterstützen und ein Spendenkonto einzurichten. Spenden können mit dem Vermerk "Brandfall Gaisfeld", auf das Konto CH10 0900 0000 9000 0282 6, lautend auf Gemeinde Hundwil, einbezahlt werden.

Als erste Soforthilfe sind bereits Geldspenden, Kleidung und Hygieneartikel bei der Gemeinde eingegangen.

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