Ahornbaum stürzt auf Spielplatz - «Es wäre unmöglich gewesen, dem stürzenden Baum zu entkommen»
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Ahornbaum stürzt auf Spielplatz«Es wäre unmöglich gewesen, dem stürzenden Baum zu entkommen»

An der Steinhauserstrasse in Zug hat sich ein Ahornbaum gespalten und hat einen Spielplatz, einen Holzschuppen und Autos unter sich begraben. Die Anwohner hatten Glück.

von
Daniela Gigor
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Dieser Ahorn hat sich am Samstag in Zug in mehrere Teile gespalten und ist umgefallen. 

Dieser Ahorn hat sich am Samstag in Zug in mehrere Teile gespalten und ist umgefallen.

Zuger Polizei 
Der Baum hat einen Spielplatz, einen Holzschuppen und Autos unter sich begraben.

Der Baum hat einen Spielplatz, einen Holzschuppen und Autos unter sich begraben.

Zuger Polizei
Es war grosses Glück, dass sich niemand auf dem Spielplatz befand, sagt ein Anwohner.

Es war grosses Glück, dass sich niemand auf dem Spielplatz befand, sagt ein Anwohner.

Zuger Polizei 

Darum gehts

  • Auf der Steinhauserstrasse in Zug ist ein alter Ahornbaum in mehrere Teile gespalten und umgefallen.

  • Die Teile stürzten auf fünf parkierte Autos und einen Spielplatz. Glücklicherweise blieb es bei Sachschaden.

  • Ein Anwohner sagt: «Wäre ein Mensch in der Nähe gewesen, wäre es unmöglich gewesen wegzurennen, weil man nicht wusste, wohin der Baum fällt.»

  • Laut dem zuständigen Forstwart, der am Samstag vor Ort war, wurde der betroffene Baum, wie auch die anderen auf dem Grundstück, vor etwa zwei Jahren begutachtet und als sicher beurteilt.

  • Es war laut Forstwart nicht vorhersehbar, dass der alte Baum umstürzen könnte.

  • Schlechte Anwachsstellen des Baumes und das Wetter könnten das Ende des Ahorns beschleunigt haben.

Einen grossen Schrecken haben die Anwohnerinnen und Anwohner an der Steinhauserstrasse Samstagmorgen erlebt: Ein rund 30 Meter hoher Ahornbaum hat sich in mehrere Teile gespalten, ist umgefallen und auf fünf parkierte Autos und einen Spielplatz gestürzt. Auch ein Holzschuppen wurde in Mitleidenschaft gezogen. Ein Anwohner, der seit 50 Jahren an der Riedmatt lebt, sagt: «Wir hörten das Knacken des Holzes und der Baum fiel knallend in drei Teilen zu Boden. Wäre ein Mensch in der Nähe gewesen, wäre es unmöglich gewesen wegzurennen, weil man nicht wusste, wohin der Baum fällt.»

Im Haus, in dem der Mann wohnt, hätten viele gesehen, wie der Ahornbaum zu Boden stürzte. Er erzählt weiter, dass sich jeweils viele Mütter unter den Schatten spendenden Baum gesetzt haben, während die Kinder auf dem Spielplatz schaukelten oder die Rutschbahn benutzten. «Meine Grosskinder standen oft in der Gabel des Baumes, weil sie dort genügend Platz hatten.» Nachdenklich sagt er weiter, dass es grosses Glück war, dass nicht mehr passiert sei.

Keine Schuld bei Liegenschaftsbesitzerin, Gutachten vorhanden

Ähnlich sieht das auch der zuständige Forstwart Hans Bieri, der von der Freiwilligen Feuerwehr Zug (FFZ) auf den Platz gerufen wurde, um die weiteren Bäume zu begutachten, die sich allesamt auf Privatgrund befinden: «Es war ein riesiges, riesiges Glück, dass keine Kinder auf dem Spielplatz waren.» Der Ahorn ist von Natur aus dreiteilig gewachsen, was ein Forstwart nie gerne sehen würde, weil Fachleute einen einzigen Stamm bevorzugen. Laut Bieri hatte der Baum ein gesundes Wurzelwerk, die starken Winde der letzten Wochen könnten den Anwachsstellen wahrscheinlich zu schaffen gemacht haben. Es war nicht vorhersehbar, dass der alte Baum umstürzen könnte. «Die Bäume dort wurden vor zwei Jahren begutachtet und als sicher beurteilt.»

Das genaue Alter des Ahorns konnte Bieri noch nicht feststellen, weil die Überbleibsel des Baums noch vor Ort sind und er darum die Jahresringe nicht zählen konnte. Er geht aber davon aus, dass der Ahorn etwa 60 bis 70 Jahre alt sein dürfte. Über die Ursachen, die das Ende des Lebenszyklus des Baumes eingeläutet haben sagt Bieri: «Er hatte schlechte Anwachsstellen. Ausserdem dürfte das Wetter eine Rolle gespielt haben. Jedes einzelne Blatt war nass und dies fiel ins Gewicht, sodass er wie ein Kartenhaus fiel.» Verletzt wurde glücklicherweise niemand, wie die Zuger Polizei weiter mitteilte. Der Sachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf mehrere Zehntausend Franken. Angehörige der FFZ zersägten den Baum, um das Trottoir und die Strasse wieder freigeben zu können. Der Spielplatz wurde abgesperrt.

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