Aktualisiert 25.12.2007 09:42

«Es war ein schwieriges Treffen»

Neue Verhandlungen zwischen Delegationen der Israelis und Palästinenser sind in der Nacht ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Hautpstreitpunkt waren die illegalen jüdischen Siedlungen.

«Es war ein schwieriges Treffen», erklärte der palästinensische Chefunterhändler Sajeb Erakat. Wichtigster Streitpunkt war der israelische Plan, jüdische Siedlungen im arabischen Ostjerusalem und im Westjordanland auszubauen. Man habe den Israelis klar gemacht, das dies gestoppt werden müsse, sagte Erakat.

Weiteres Treffen anberaumt

Nach seinen Angaben wollen der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert und der palästinensische Präsident Mahmud Abbas in wenigen Tagen persönlich zusammentreffen, um weiter über dieses problematische Thema zu verhandeln. Olmert gelang es derweil nicht, schon am Montag die Zustimmung seines Kabinetts zur Lockerung der Kriterien für die Freilassung palästinensischer Häftlinge zu erreichen. Die Minister hielten vor einer Entscheidung weitere Beratungen für notwendig, hiess es aus Olmerts Büro.

Israel hält etwa 9000 Palästinenser in seinen Haftanstalten gefangen. Ihre Freilassung ist eine wichtige Forderung der Palästinenser in den bilateralen Verhandlungen. Bislang hat es Israel stets abgelehnt, Häftlinge auf freien Fuss zu setzen, die Anschläge auf Israelis verübt haben. Die von Ägypten vermittelte Vereinbarung zur Freilassung des im Gazastreifen verschleppten israelischen Soldaten Gilad Schalit schliesst jedoch zum Teil auch solche Häftlinge mit ein.

Schmuggel-Video im TV

Bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen wurden am Montagmorgen zwei militante Palästinenser getötet. Die Hamas bestätigte, dass es sich um Mitglieder ihrer Organisation handele. Ein dritter Hamas-Aktivist wurde schwer verletzt. Die israelischen Streitkräfte erklärten, der Angriff habe Bewaffneten im Umkreis der Flüchtlingssiedlung Bureidsch gegolten. Von dort werden häufig Raketen auf israelisches Territorium abgefeuert, woraufhin Israel immer wieder Luftangriffe lanciert.

Israel warf derweil der ägyptischen Polizei vor, nicht hart genug gegen den Waffenschmuggel zwischen Ägypten und dem Gazastreifen vorzugehen. Laut einem israelischen Fernsehbericht vom Montagabend gibt es eine Videoaufnahme, aus der deutlich hervorgehe, wie ägyptische Polizisten die Schmuggler vielmehr aktiv unterstützten. Das Video sei jetzt den USA übergeben worden mit der Bitte, mehr Druck auf Ägypten auszuüben. Ein ägyptischer Sicherheitsbeamter äusserte Zweifel an der Authentizität der Aufnahmen. (dapd)

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