Aktualisiert 19.05.2007 14:49

«Es war ein sehr erfolgreicher Anschlag»

Die Taliban haben sich zu dem Selbstmordanschlag auf die Bundeswehr in Nordafghanistan bekannt. Beim Angriff in Kundus wurden auch drei deutsche Soldaten getötet.

«Unser Taliban-Krieger hat sich nahe der deutschen Truppen in die Luft gesprengt und mehr als zehn deutsche Soldaten getötet», sagte Taliban-Kommandant Mullah Hajatullah Chan der Nachrichtenagentur Reuters am Samstag. «Es war ein sehr erfolgreicher Anschlag auf ausländische Truppen, dutzende deutsche Soldaten wurden verwundet.»

Ersten Behördenangaben zufolge wurden bei dem Attentat drei deutsche Soldaten getötet und zwei weitere verletzt. Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam bestätigte einen Anschlag auf eine deutsche Patrouille in Kundus, machte aber vorerst keine näheren Angaben.

Zwei weitere Deutsche Soldaten seien verletzt worden, ebenso ihr Übersetzer. Das Verteidigungsministerium in Berlin hat den Tod der drei Soldaten in Kundus im Norden Afghanistans bestätigt. Nach afghanischen Angaben starben auch sechs afghanische Zivilisten.

Der Polizeichef der Provinz, General Ajub Salangi, erklärte, zwei Fahrzeuge der Bundeswehr seien bei einer Patrouillenfahrt auf den Markt gefahren. Dort seien die Soldaten dann mit ihrem Übersetzer ausgestiegen, um etwas einzukaufen, als der Attentäter seinen Sprengsatz zündete.

Innenpolitisch umstrittener Einsatz

Die Entsendung deutscher Armee-Einheiten in das bürgerkriegszerstörte Land ist innenpolitisch heftig umstritten. Kritiker betrachten den Tornado-Einsatz als direkte Kriegsbeteiligung.

Das Bundesverfassungsgericht wird in den nächsten Monaten entscheiden, ob er vom Grundgesetz gedeckt ist. Nach Auffassung der klagenden Linksfraktion steht die Mission nicht im Einklang mit dem Auftrag der Bundeswehr innerhalb der Nato.

67 Taliban getötet

Bei Kämpfen im Osten Afghanistans sind nach Angaben der afghanischen Armee fast 70 Taliban ums Leben gekommen. US-geführte Truppen und afhanische Soldaten haben sich am Vorabend im Distrikt Samkanai in der Provinz Paktia ein Gefecht mit Radikalislamisten geliefert. Anschliessend seien die Leichname von 67 Taliban entdeckt worden.

(AP/SDA)

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