Uli Forte: «Es war ein Sieg auf Messers Schneide»
Aktualisiert

Uli Forte«Es war ein Sieg auf Messers Schneide»

GC gewinnt auch das dritte Stadtderby der Saison und bleibt mit dem 4:2-Sieg über den FCZ an Leader Basel dran.

von
Eva Tedesco

GC gewinnt das Derby gegen den FC Zürich 4:2. «Es war ein Spiel auf Messers Schneide», sagt GC-Trainer Uli Forte nach dem dritten Derbysieg der Saison. (Video: 20 Minuten)

Es sieht so aus, als ob der FC Zürich in dieser Saison gegen GC nicht gewinnen kann. Drei Standardsituationen reichten, um dem Stadtrivalen den dritten Derbysieg in der Saison 2012/13 und die zweite Niederlage in Folge zuzufügen. Immerhin kann der FCZ bereits in zehn Tagen einen neuern Anlauf nehmen, den Rivalen doch noch zu bezwingen. Denn die beiden Kontrahenten treffen schon am 17. April wieder aufeinander – dann geht es um den Einzug in den Final im Schweizer Cup.

Es war ein Derby mit hohem Unterhaltungswert: mit viel Kampf, mit Emotionen, diskussionswürdigen Schiedsrichterentscheidungen, vielen Toren und am Ende mit GC als glücklichen Sieger. «Es war intensives Spiel und für die Zuschauer ein unterhaltsames Spiel», sagt Uli Forte. «Nach unserer Vorgeschichte – wir haben in den letzten fünf Spielen nur ein Tor erzielt – ist ein Viererpack rausgekommen und ich bin sehr froh für die Spieler, dass sie hier einen Befreiungsschlag landen konnten.»

GC hat weniger trainiert, dafür mehr diskutiert

Die Befreiung ist tatsächlich gelungen. Denn in der Meisterschaft hat GC bisher noch nie vier Tore in einem Spiel erzielt. Das Kunststück war bisher nur im Cup gelungen. Wie hat GC wieder in die Spur zurückgefunden? Der GC-Trainer dazu: «Wir haben die ganze Woche weniger trainiert und mehr diskutiert. Wir wollten den Spassfaktor wieder mehr in den Vordergrund stellen und das ist meiner Meinung nach auch gelungen. Für die Zuschauer was das ein hervorragendes Spiel – für die Trainer weniger, wenn so viele Tore passieren. Ich mag den Zuschauern das Spektakel gönnen, vor allem nach dem wir den glücklicheren Ausgang auf unserer Seite hatten.»

Nur kurz musste sich der GC-Trainer Sorgen machen. Nachdem der FCZ nach einem 0:2-Rückstand nach 51 Minuten und einer Doublette von Milan Gajic wieder ausgleichen konnte. «Wenn eine Mannschaft ein 0:2 aufholt, hat sie das Momentum auf ihrer Seite. In dieser Phase hat der FCZ auch wirklich Druck gemacht und hatte sogar die Chance in Führung zu gehen. Darum sage ich: Am Schluss waren wir der glückliche Sieger, denn der Sieg ist auf Messers Schneide gewesen. Das Spiel hätte auf die eine oder andere Seite kippen können.»

GC bleibt an Leader Basel dran

Nach dem Ausgleich hatte nämlich GC-Verteidiger Milan Vilotic Chikhaoui (54.) im Strafraum die Füsse weggezogen. Der fällige Penaltypfiff von Ref Adrien Jaccottet blieb aber aus. Ein Fehlentscheid. Wenig später traf GC-Captain Vero Salatic zur erneuten Führung der Hoppers. «Der dritte Treffer war der Befreiungsschlag», so Uli Forte zur Schlüsselszene in der 62. Minute.

Mit dem Sieg bleibt GC an Leader Basel dran, der heute in St. Gallen nachziehen muss. Wird sich Forte die Partie am TV ansehen und auf ein Stolpern des Leaders nach dem Kräfte zerrenden Europacup-Viertelfinalspiel gegen Tottenham hoffen? Forte: «Das interessiert uns nach wie vor nicht. Wir müssen auf uns und unsere Leistung schauen. Ich habe Basel am Donnerstag in London mit Vergnügen zugesehen und ich muss sagen, da haben sie wirklich überragend gespielt.»

Keine mathematische Folge

Der Moral ist der dritte Derbysieg in der laufenden Meisterschaft auf jeden Fall zuträglich. Kann man aus dieser Bilanz schliessen, dass GC am 20. Mai in Bern so gut wie sicher im Cupfinal steht? Denn der Gegner der Grasshoppers im Halbfinal am 17. April heisst – FCZ. «Das heisst noch gar nichts», so Uli Forte. «Das ist ein völlig neues Spiel. Das heisst nicht, weil wir jetzt in dieser Saison drei Derbysiege haben, dass wir den vierten auch automatisch haben. Es ist keine mathematische Folge. Das Spiel wird wieder bei null angefangen und es wird wieder um jeden Zentimeter gefightet.»

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