Rätsel Wawrinka: «Es war einfach ein schlechter Tag im Büro»
Aktualisiert

Rätsel Wawrinka«Es war einfach ein schlechter Tag im Büro»

Nach seinem teilweise lustlosen Auftritt gegen Rafael Nadal sieht Stan Wawrinka kein grundsätzliches Problem. Hoffnung gibt ihm der Turniermodus.

von
kai

Damit war nicht zu rechnen gewesen. Stan Wawrinka blieb zum Auftakt der ATP-Finals in London gegen Rafael Nadal chancenlos. Obwohl der Spanier am Montagabend durchaus eine erfrischend aggressive Vorstellung bot, hatte sich der Romand das klare 3:6, 2:6 weitgehend selber zuzuschreiben. Er versah seine Grundschläge mit viel zu viel Risiko, und als er den ersten Satz einmal verloren hatte, schien er nicht mehr gewillt, Nadal in längeren Ballwechseln zu fordern. Er wirkte nicht nur ohne Glauben an sich selbst, sondern zuweilen auch lustlos.

«Es war einfach nur ein ‹bad day at the office›», sagte der Weltranglistenvierte an der Pressekonferenz, ein schlechter Tag im Büro also. «Viele kleine Dinge waren heute nicht gut.» Konkreter mochte er nicht werden, verneinte aber, dass die Probleme körperlicher Natur gewesen seien. Er hoffe, dass er sein Spiel für die nächsten Aufgaben wieder richtig zusammensetzen könne.

Lob für Nadal

Seine fragwürdige Körpersprache löste auch auf Twitter Reaktionen aus. In Anspielung auf das Turnier in Paris-Bercy, als sich Wawrinka auf dem Weg zum 7:6, 7:6 gegen Nadal einen Kaffee hatte bringen lassen, postete MiniPeople.ch folgende Karikatur:

Während er von seinem eigenen Auftritt enttäuscht war, zollte Wawrinka Bezwinger Nadal Respekt. «Man merkt, dass er in den letzten zwei Monaten einige Finals erreicht, einige gute Matchs gespielt und ein paar Top-Ten-Spieler geschlagen hat. Er spielt aggressiver, bleibt näher an der Grundlinie», analysierte Wawrinka. Kurz: «Er spielt viel besser als noch vor ein paar Monaten.»

Sieg gegen Ferrer ist Pflicht

Der 30-Jährige steht vor dem Duell der Verlierer gegen David Ferrer am Mittwoch bereits unter Druck. Ein Sieg ist wohl Pflicht, will er die Gruppenspiele überstehen. «Ich werde mich auf jeden Fall steigern müssen. Aber man weiss nie, was noch passiert», sagte Wawrinka. «Das ist das Interessante an diesem Modus: Du kannst den ersten Match verlieren und dich trotzdem noch für die Halbfinals qualifizieren.»

Wie er seinen Kopf am spielfreien Dienstag freibekommen will, liess er noch offen: «Vielleicht trainiere ich, vielleicht gehe ich ins Fitness oder in die Stadt, um auf andere Gedanken zu kommen.»

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