Aktualisiert 17.05.2019 14:32

Aus Eifersucht getötet

Es war Mord – 15 Jahre Haft für Ehemann

Die Ermittlungen im Mord an einer 38-jährigen Frau kommen nach knapp drei Jahren zu einem Ende. Das Regionalgericht in Burgdorf hat ein Urteil gefällt.

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Am frühen Morgen des 7. Februar 2016 rückten Polizisten zu einem Haus in Hasle bei Burgdorf aus. Im Innern des alte Gebäudes trafen die Beamten um 5.40 Uhr morgens auf eine weibliche Leiche.

Am frühen Morgen des 7. Februar 2016 rückten Polizisten zu einem Haus in Hasle bei Burgdorf aus. Im Innern des alte Gebäudes trafen die Beamten um 5.40 Uhr morgens auf eine weibliche Leiche.

In der Untersuchungshaft gestand der damals 32-jährige Ehemann, seine Frau in der gemeinsamen Wohnung getötet zu haben.

In der Untersuchungshaft gestand der damals 32-jährige Ehemann, seine Frau in der gemeinsamen Wohnung getötet zu haben.

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Ein fünfköpfiges Richtergremium des Regionalgerichts Burgdorf wird von Dienstag bis Freitag über den Fall befinden. Das Urteil soll dann am Freitag, 17. Mai verkündet werden.

Ein fünfköpfiges Richtergremium des Regionalgerichts Burgdorf wird von Dienstag bis Freitag über den Fall befinden. Das Urteil soll dann am Freitag, 17. Mai verkündet werden.

Keystone/Marcel Bieri

Das Urteil im Tötungsdelikt von Hasle bei Burgdorf steht fest: Der 35-jährige Täter, der seine Ehefrau im Februar 2016 mit einem Victorinox-Küchenmesser erstach, wurde am Freitagnachmittag zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Er wurde wegen Mordes schuldig gesprochen.

Laut Gericht hat der Mann in den frühen Morgenstunden nämlich ganz bewusst zugestochen. Er habe die Tat zwar nicht geplant, während des Vorfalls sei er aber besonders entschlossen vorgegangen – «es war eine verwerfliche Auslöschung eines Menschenlebens», sagte der Richter bei der Urteilsbegründung. So habe er etwa noch auf die Ehefrau eingestochen, als diese bereits wehrlos am Boden gelegen hatte. Auch gefühlskalt sei der Täter gewesen; nach dem Mord hätte er einen Kaffee getrunken und eine Zigarette geraucht.

Als Motiv sieht das Gericht die grosse Eifersucht des Ehemanns. Denn sogar als der Täter nach der Tat die Polizei alarmierte, habe er am Telefon von der angeblichen Untreue seiner Frau gesprochen. «Untreue ist für den Verurteilten das Schlimmste», so der Richter. Mit dem Mord habe er sich gerächt.

Explosive Beziehung

Der Verurteilte lebt seit 2011 in der Schweiz und war mit dem Opfer, der zur Tatzeit 38-jährigen Nicole S.*, verheiratet. Die beiden führten eine explosive Ehe. Wie in der Gerichtsverhandlung anfangs Woche deutlich wurde, kam es in der Beziehung des Paars nämlich immer wieder zu Streit. Täter und Opfer hatten mit psychologischen Problemen zu kämpfen, Drogen und Alkohol dominierten den Alltag. Eifersuchtsanfälle, wegen denen gar die Polizei ausrücken musste, standen ebenfalls an der Tagesordnung.

«Es ist einfach passiert»

So war auch am Vortag des tödlichen Verbrechens die Stimmung zwischen den Ehepartnern angespannt. Die Frau suchte Rat bei einem Kollegen; dies brachte ihren Mann in Rage. Es kam so zu mehreren Auseinandersetzungen. Dann, nach einer Nacht in der Diskothek und unter Alkoholeinfluss, kehrte der Ehemann in den frühen Morgenstunden des 6. Februars 2016 nach Hause. Der Täter griff zu einem Küchenmesser und stach im Schlafzimmer mehrmals auf Nicole S. ein. Das Opfer sei aufgrund der Verletzungen langsam ausgeblutet und erstickt.«Es ist einfach passiert. Ich war ein anderer Mensch», sagte der der Täter vor Gericht.

Keine psychische Störung

Sein Verteidiger hatte in seinem Plädoyer am Mittwoch lediglich eine Verurteilung wegen vorsätzlicher Tötung beantragt und eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren gefordert, aufgeschoben zugunsten einer stationären Therapie. Doch laut Gericht litt der Mann zum Tatzeitpunkt an keiner psychischen Störung. «Seine Schuldfähigkeit war nicht eingeschränkt», sagte der Richer. Eine therapeutische Massnahme käme also nicht in Frage.

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