Aktualisiert 21.01.2005 08:28

«Es war nicht die Hand Gottes»

Fast 19 Jahre nach einem der umstrittensten Tore in der Geschichte der Fussball-Weltmeisterschaft hat der frühere argentinische Weltstar Diego Maradona zugegeben, dass damals nicht «die Hand Gottes» im Spiel war.

Maradona, der am Donnerstag erstmals seit fast drei Jahren im schwedischen Fernsehen in einem Interview zu sehen war, sagte, in dem Spiel gegen England habe er damals den Ball mit der Hand ins Tor geschlagen.

Die Zeitlupen hatten das schon immer klar zu erkennen gegeben, Maradona sagte aber damals, es sei «La Mano de Dios» (»Die Hand Gottes») gewesen. «Das wäre sehr arrogant von mir zu sagen, dass es Gottes Hand war», sagte er in dem Interview. «Gott half uns, ich habe es aber gemacht.» Maradona erzielte beide Tore gegen England und führte damals Argentinien zum Weltmeistertitel.

Der übergewichtig aussehende 44-jährige sagte, er werde seine im vergangenen Jahr in Kuba begonnene Drogenentzugstherapie fortsetzen. Den kubanischen Staatschef Fidel Castro bezeichnete er als seinen Freund, betonte aber, dass er kein Kommunist sei. Er sei vielmehr «unpolitisch». Zu seiner Verehrung als «Fussballgott» in Argentinien sagte er, dies sei darauf zurückzuführen, dass Pele in Brasilien zum «König des Fussballs» ausgerufen worden sei. Die Argentinier hätten dann für ihn einen anderen Titel gesucht: «Brasilien hat den König des Fussballs, Argentinien hat seinen Gott.» Es gebe aber nur einen Gott, sagte er. (dapd)

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